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Bobingen

20.12.2018

Aufstockung einer Wohnanlage wird zur Debatte

Vielerorts wird nachverdichtet und neu gebaut. In Bobingen soll nun eine Wohnanlage aufgestockt werden.
Bild: Symbolbild Silvio Wyszengrad

Das Bauamt von Bobingen sagt Nein, der Stadtrat Ja. Nun spricht wohl der Kreisbaumeister das letzte Wort.

Die massive Erweiterung einer Mehrfamilienhaus-Wohnanlage in der Bobinger Siedlung hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung genehmigt – allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit und gegen heftige Bedenken der Bauverwaltung. Trotz des gemeindlichen Einvernehmens, wie es offiziell heißt, liegt die endgültige Enscheidung aber beim Landratsamt. Der Kreisbaumeister hat bereits signalisiert, dass die vorliegenden Pläne keine Zustimmung finden können.

Darum geht es bei dem Vorhaben: An Mehrfamilienhäusern im Bereich Winterstraße/Tulpen- und Asternweg wollen die Antragsteller das Dachgeschoss abbrechen und die Gebäude um zwei Vollgeschosse mit Flachdach aufstocken.

Stadtbaumeister vermisst attraktive Freiflächen

Außerdem ist der Bau eines weiteren Hauses mit vier Geschossen und 17,13 Metern Länge geplant. Dadurch sowie durch die Aufstockung gäbe es insgesamt 84 Wohneinheiten in der Größe von 45 bis 119 Quadratmeter. Im Lageplan sind 150 Stellplätze eingezeichnet, was laut Stadtbaumeister Rainer Thierbach ausreichend wäre.

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Er hält die Aufstockung jedoch weder im Hinblick auf die Gestaltung noch auf die Höhe für vertretbar: „Denn in der gesamten Siedlung gibt es keinen Baukörper mit vier Vollgeschossen.“ Außerdem müsse in einem Gebiet, in dem man mit Fördermitteln städtebauliche Defizite beseitigen wolle, ein gewisser Anspruch an die Gestaltung der Freiflächen, Grünbereiche, Spiel- und Stellplätze gestellt werden. „Das ist in der Planung nicht erkennbar!“

Die Konsequenz für das Bauamt: Das Vorhaben sollte nicht befürwortet werden, weil es den Rahmen seiner Umgebung sprengt. Außerdem würden die bestehenden Gebäude um fast fünf Meter höher und Abstandsflächen nicht eingehalten.

Gespaltene Meinung im Stadtrat

Die Diskussion im Stadtrat verlief kontrovers. Herwig Leiter begrüßte das private Projekt und stellte für die CSU-Fraktion fest „Wir könnten damit sehr gut leben, so schlecht ist der Plan nicht.“ Schließlich müsse man froh sein um 84 Wohnungen in der Siedlung, die mit Millionenaufwand aufgewertet werden soll.

Dagegen war Helmut Jesske (SPD) anderer Ansicht und hielt die Aufstockung für inakzeptabel: „Sie ist völlig überdimensioniert und hätte massive Auswirkungen auf das Stadtbild!“

Waltraud Wellenhofer (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, mit dem Antragsteller einen Konsens zu suchen; mit ihm hatte Thierbach bereits vor einigen Wochen ein „konstruktives Gespräch“ geführt, berichtete er.

Spannend war die Debatte im Ratsgremium vor allem deshalb, weil sich die Mitglieder erst vor wenigen Wochen für eine Nachverdichtung in der Siedlung ausgesprochen hatten, die aber nicht den Charakter des Quartiers verändern dürfe (wir berichteten).

Eine knappe Mehrheit folgte nicht dem Veto der Bauverwaltung, sodass mit zwölf zu elf Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde. Ob sich auch das Kreisbauamt dieser Entscheidung anschließt, wird sich im neuen Jahr zeigen.

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