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Premiere

22.07.2019

Augen zu, Ohren auf und genießen

Augen zu, Ohren auf und genießen
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Klassik unter freiem Himmel mit Königsbrunner Kammerorchester und dem Nachwuchs kommt sehr gut an

Ein brillantes Freiluftkonzert in einer lauen Sommernacht: Im begrünten Innenhof der Schule an der Römerallee spielte das Königsbrunner Kammerorchester (KKO) Melodien aus klassischen Serenadenkompositionen des 18. Jahrhunderts. Die bunte Mischung aus weltbekannten Werken wie Mozarts Posthornserenade und unbekannteren Stücken verliehen dem zweistündigen festlichen Konzert einen besonderen Charme.

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Markus Memminger, Hornist und Vorsitzender des Vereins Königsbrunner Kammerorchester, bat die Zuhörer, die Augen zu schließen. Dann entführten die Musiker in einer kleinen, sehr anschaulichen Zeitreise zurück ins 18. Jahrhundert mit seiner Mode, seinen Bauwerken und Postkutschen. Derart einge-stimmt hieß es schließlich „Bühne frei“ für das junge Orchester und seinen Leiter Christoph Teichner.

Zarte Klänge aus der Ouvertüre zur Serenata „Endimione“ von Johann Christian Bach erfüllten den stimmungsvoll beleuchteten Innenhof der Schule. Informativ und humorvoll moderierte Christoph Teichner alle weiteren Werke. So erinnerte er an die Zeit des Kurfürsten August I. von Sachsen, auch genannt August der Starke, und seine ausschweifenden Gelage im, von ihm erbauten Dresdner Zwinger, einem weltberühmten barocken Kunstwerk. Dazu passend ertönten drei Sätze aus dem Concerto C-Dur per tre flauti, aus der Feder von Jo-hann David Heinichen. Darin spielen drei Flöten die Hauptrolle, mit Bravour umgesetzt von Solistinnen des KKO. „Sie erinnern an die zwit-schernden Vögel im Hof des Zwin-gers“, erläuterte Teichner schmun-zelnd.

Augen zu, Ohren auf und genießen

Liebliche, eingängige Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Vater Leopold, dessen 300. Geburtstag heuer gedacht wird, ertönten im Anschluss. Während in der Posthornserenade an mühselige Reisen mit der Postkutsche erinnert wurde, kamen in Cassatio in G-Dur, aufgrund der verwendeten kindlich anmutenden Instrumente wie Vogerlpfeife, Ratsche und weitere, auch „Kindersinfonie“genannt, zum Einsatz. An eher grausame Jagdszenen erinnerte im Anschluss das Concerto F-Dur per due Corni, komponiert von Johann David Heinichen, einem weiteren Hofkomponisten von August dem Starken. „Gerne lebten Komponisten durch ihre Serenaden, die wesentlich mehr Spielraum für Kreativität lassen als Sinfonien, ihre musikalischen Fantasien aus“, informierte Orchesterleiter Teichner. So auch in der Serenade in D-Dur von Antonio Rosetti.

In sieben, hochklassig und über-aus lebendig interpretierten Sätzen lieferten sich Bläser und Streicher ein spannungsgeladenes, musikalisches Hin und Her. Großer Applaus belohnte die Musiker für ihren brillanten Auftritt. Als Zugabe spielte das junge Ensemble noch einen klassischen „Ohrwurm“, die Ouverture zu „Willhelm Tell“ von Gioachino Rossini. Norbert Schwalber und seine Gattin Gisela begeisterte die gelungene Open-Air-Premiere des Kammerorchesters. „Bei so hochklassigen Musikern bereitet es Freude, zuzuhören“, sind sich beide einig. Auch Besucherin Angelika Heinzinger äußerte sich wohlwol-lend. „Das Zusammenspiel von wunderbarer Musik und romantischer Beleuchtung verleiht der Aufführung Großstadt Niveau. Eine Wiederholung 2020 sollte es unbedingt geben“, so die Königsbrunne-rin.

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