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Königsbrunn

18.11.2019

Augsburgs Comedytrio fürchtet weder Gott noch Talkshow

"Hart aber unfair" hieß die Talkshow,  bei der Experten das Thema Gender debattierten.
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"Hart aber unfair" hieß die Talkshow,  bei der Experten das Thema Gender debattierten.
Foto: Andrea Collisi

Silvano Tuiach tourt mit Herr und Frau Braun durch die Region. Welche Witze in Königsbrunn am besten zünden.

Mit ihrem neuen Programm „Nix für unguat“ touren die drei Augsburger Kabarett-Stars, Roland Krabbe und Gabriela Koch alias Herr und Frau Braun sowie Silvano Tuiach, manchem noch besser bekannt als „Der Geisterfahrer“ durch die Lande. Nach Königsbrunn kamen sie kurz hintereinander gleich zweimal, da sie beim Kulturverein KliK gerade erst vor einem Monat mit einer Vorpremiere das Publikum erfreuten. Der evangelische Gemeindesaal ist dennoch voll besetzt und das Publikum scheint vor allem von eingefleischten Fans.

Manch einer ist sogar zum zweiten Mal dabei – wie in der ersten Reihe Herbert Gilge, der seine Eltern einlud. Diese wohnen nach wie vor im Hochfeld in Augsburg und finden sich später in manchem Karikierten wieder, wenn beispielsweise die Kultfigur Herr Ranzmeyer auftritt, der ja auch aus dem Hochfeld kommt. Oder wenn der Professor für Anthropologie seine wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Homo Augsburgiensis, der in seinem Wesen generell eher naturtrüb veranlagt sei und gern mehr für sich lebe, zum Besten gibt. Die Sprachträgheit so erfährt man seitens des Wissenschaftlers rührt von einem späten Stadium der Evolution und die mehr schubweise Befähigung den Mund zu öffnen, rühre von dem Abwechseln im Sprechen und Denken bei dieser Spezies. Der Saal johlt und tobt während dieser Ausführungen oder wenn der Kabarettist, der grandios auch in seiner Variation der Mimik das Wortkarge, um nicht zu sagen das Schweigsame, beim Einkauf an der Wursttheke vorgeführt.

Adam und Eva und Romeo und Julia gibt es auch in Lechhausen

Zusammen mit Frau Braun werden dem Publikum gleich zu Beginn Variationen von bekannten Duos wie unter anderem Adam und Eva oder Romeo und Julia, nach Lechhausen verlegt, witzig vorgeführt. Allein tritt Frau Braun gleich dreimal als Nachrichtensprecherin auf, von der Jetztzeit immer stärker in die Zukunft verlegt und dementsprechend auch in Frisur und Outfit verändert. Dabei handelt sie aktuelle Themen wie den Brexit, die Parteien-Landschaft, die Probleme der katholischen Kirche oder lokal bezogen die dramatischen Verläufe des FCA ab. Pointiert und teils auf die Spitze getrieben werden so politische Themen und Gesellschaftsphänomene sehr konzentriert abgehandelt. Seitens des Publikums folgt ein Brüller nach dem anderen, wenn sie im Nachrichtenstil von der verschobenen 465. Brexit-Verhandlung im Jahre 2039 oder einer Roboterdemo, die für andere Arbeitszeiten und mehr Weihnachtsgeld auf die Straße gehen, oder von Da-Sing berichtet, was, da die Region längst komplett in chinesischer Hand, von den Asiaten in nur sechs Wochen ein Flughafen mit sechs Startbahnen entstanden sei.

Im Verlaufe des Abends werden in einemn enormen Tempo in der Abfolge von allen drei Kabarettisten so mancher Zeitgeist wie die Kultur der ausschließlich mobilen Kommunikation thematisiert oder die Unmöglichkeit, sich bei einem überraschenden Wiedersehen auf ein Restaurant zu einigen: Beim einen herrscht noch Fleischeslust, beim andren absoluter vegane Lebenshaltung und beim dritten Glutenunverträglichkeit und Allergien.

Das Augsburger Comedy-Trio überzeugt einzeln und als Gruppe

Großartig sind die Kabarettisten einzeln. Da bietet der Geisterfahrer noch den Don Camillo an der mit Gott im Off über die verschiedenen Probleme vom Augsburger Staatstheater über den Bahnhof bis zur die Lokalpolitik plaudert. Aber unschlagbar sind die Künstler als Dreierteam. So bei der Talkshow „Hart aber unfair“ über Genderismus. Genial wie Herr und Frau Braun in die Prototypen schlüpfen: den des abgeklärten Politikers, der aber inhaltlich nie auf die Frage antwortet, oder des spießig ewig Gestrigen oder den der Superemanze oder det It-Schaupielerin. Der Geisterfahrer pendelt als Moderator dazwischen – in Sprache und pantomimischer Darstellung unschlagbar. Ebenso witzig die moderne Version Froschkönig, nach Oberhausen verlegt sowie die Szene im modernen Seniorenheim, bei der die Pflegedienstleitung Schwester Birgit ihr liebe Not hat mit den beiden Streithähnen im Rollator.

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