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Königsbrunn

27.07.2018

Aus dem Wahrzeichen wird ein Zankapfel

Ein Bild aus besseren Tagen: Die Rutschen wurden bereits 2016 abgebaut, der Badebereich mit der Kuppel ist dieses Jahr an der Reihe.
Bild: Martin Schmurr

Die Diskussion im Stadtrat über das weitere Vorgehen bei der Umgestaltung des Königsthermen-Areals läuft aus dem Ruder. Zwei Fraktionen verlassen den Saal.

Die Umgestaltung der ehemaligen Königstherme ist eines der großen Themen, die die Stadt Königsbrunn in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Ziel ist ein neues repräsentatives Zentrum, das von möglichst vielen Bürgern genutzt werden kann. Dem Anlass entsprechend wurde emotional diskutiert. Doch irgendwann uferte die Diskussion aus, sodass man sich zwischenzeitlich über den Ratstisch hinweg ankeifte und zwei Fraktionen vor der abschließenden Abstimmung den Sitzungssaal verließen.

Alle Fraktionen hatten die Vorschläge der Architekten für die Umgestaltung der 6350 Quadratmeter des ehemaligen Saunabereichs gelobt. Werner Lohmann, der Leiter des Technischen Bauamts, stellte dann auch noch seine Idee einer Gesamtplanung für den Bereich bis zum Sportpark West vor. Er schlug einen Realisierungswettbewerb vor, um Ideen für die Ausgestaltung des gesamten Areals zu sammeln.

Kubsch ärgert sich über fehlende Wohnungen

Florian Kubsch (SPD) stellte in den Raum, dass das gesamte Areal einen Wert von 30 bis 50 Millionen Euro habe. Er ärgerte sich, dass trotz der „galoppierenden Wohnungsnot“ in den bisherigen Plänen keinerlei Wohnraum aufgenommen sei. „Wir wollen mehr Leute im Zentrum haben, also müssen wir mehr Wohnungen ins Zentrum holen.“ Er forderte einen Ideenwettbewerb, der sozio-ökonomische Fragen mit einschließt, dies sei der logische erste Schritt: „Von einer Idee möchte ich aus den Socken gehauen werden. Wir in Königsbrunn haben ja schon Dinge gebaut und uns dann überlegt, was man damit machen kann“, sagte Kubsch.

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Christian Toth (FDP/Bürgerforum) kritisierte, dass er sich für die anstehenden Beschlüsse nicht ausreichend informiert fühle. Für die Entscheidung, die Eisarena in eine Eis- und Eventarena umzubauen brauche man ein Gutachten als Grundlage. Für eine Entscheidung über eine Tiefgarage unter der Straßenbahn-Wendeschleife brauche man Informationen zur Grundwassersituation. Auch die Ergebnisse des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts seien wichtig, sowie die Beteiligung der Bürger. Er und Fraktionskollege Wolfgang Leis würden deshalb vor der Abstimmung den Raum verlassen.

Sind die Beschlussvorschläge rechtswidrig?

Florian Kubsch schlug in die selbe Kerbe: Es sei vier Jahre getändelt worden. Dann habe man kurzfristig eine Ratsklausur anberaumt und nun sollten vor der Sommerpause noch schnell weitreichende Beschlüsse durchgepeitscht werden. Zudem verstießen die Beschlussvorschläge gegen die Geschäftsordnung: Der Stadtrat hatte im Oktober den kompletten Abriss beschlossen, dieser Beschluss müsse erst aufgehoben werden. Das sah Bürgermeister Franz Feigl (CSU) anders: „Ich versuche immer, Kompromisse zu finden, wir können Formulierungen ändern. Aber es spricht nichts dagegen, dass wir so abstimmen.“ Alwin Jung (Grüne) schloss sich dieser Meinung an. Das Thema Wohnen im Zentrum werde man später angehen, wenn es um eine Nachnutzung für das Mittelschulareal geht.

Nach dieser Wortmeldung entglitt die ohnehin hitzige Diskussion völlig: Es wurde durcheinander gerufen und sich angegiftet. CSU-Rätin Ingrid Gärtner rief die Beteiligten schließlich zur Ruhe: „Ich schäme mich für so eine Veranstaltung“, sagte sie. Schließlich verließ auch die SPD-Fraktion den Saal.

Die restlichen Räte beschlossen, dass die Eishalle bestehen bleibt, ebenso wie der Saunabereich. Abgesegnet wurde auch der Ideenwettbewerb samt Realisierungsteil für eine Stadthalle. Die Entscheidung über die Tiefgarage wurde wegen der Sorge vor deutlich steigenden Kosten zurückgestellt.

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