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Königsbrunn

17.11.2018

Aus der Königstherme soll ein Forum werden

Bagger reißen die Reste der Therme ab. Hier soll ein neues Forum entstehen.
Bild: Hermann Schmid

Bürgermeister Franz Feigl erläutert den Königsbrunnern seine Ideen für die Nutzung des Areals. Die Bürger selbst sollen im Dezember ihre Vorschläge einbringen.

Bei der Bürgerversammlung im Trachtenheim stellte Bürgermeister Franz Feigl die aktuellen Pläne und Projekte für Königsbrunn vor. Im Fragenteil präsentierte das Stadtoberhaupt dann auch noch ein paar Visionen für die Großprojekte in der Stadt.

Viel Raum in der Diskussion nahm die Königstherme ein. Beschlusslage sei, dass man dort einen Architektenwettbewerb durchführen will, sagte Feigl. Dieser soll mögliche Nutzungen für das Areal aufzeigen, darunter den Bau eines Stadtsaals. Auf die hartnäckigen Nachfragen eines Gymnasiasten aus Königsbrunn erklärte der Bürgermeister auch seine persönlichen Vorstellungen für das Gebiet genauer. Er kann sich weiter das „Kreativareal“ vorstellen. Dabei sollen in der Hülle des ehemaligen Saunabereichs Räume für die Königsbrunner Vereine werden. Denn in den nächsten Jahren stünden mehrere Fragen nach dem „Wohin?“ an.

Die evangelische Kirche gibt das Martin-Luther-Haus ab, das Naturmuseum ist baufällig, die Mittelschule Nord wird nach dem Aus- und Umbau aller anderen Schulhäuser Platz für Wohnbebauung machen. Die ehemalige Therme könnte Platz für die Museen, die Musikschule, auch für Gruppen, die nach dem Ende des Martin-Luther-Hauses neue Räumlichkeiten suchen bieten und zusätzlich den vielen Musikern endlich die ersehnten festen Proberäume samt Auftrittsmöglichkeit in der Stadthalle bieten. „Das ist aber meine Idee. Hier ist gar nichts beschlossen“, stellte Feigl klar. Das Thermenareal läuft in der Stadt unter dem Namen „Forum“ in den Planungen der Stadt unter dem Titel „Vision Zentrum 2030“.

Bei einem Bürgerworkshop will die Stadt Vorschläge sammeln

Zu dieser Vision wolle man auch noch einmal nach Ideen und Wünschen der Königsbrunner fragen. Daher wird es am 13. Dezember einen Bürgerworkshop geben, bei dem Vorschläge gesammelt werden sollen. Grundsätzlich sei alles denkbar, Wohnungen, ein Einkaufszentrum. Bei letztgenannter Nutzung sei man allerdings skeptisch, weil man für Handelsansiedlungen eigentlich die Neue Mitte an der Marktstraße vorgesehen hatte. Ein Einkaufszentrum an der Königsallee sorge sehr wahrscheinlich dafür, dass die Bürgermeister-Wohlfarth-Straße unattraktiv für Geschäfte würde. Beim Thema Wohnen bestehe durch die Stadthalle und das Matrix das Risiko für Konflikte zwischen Anwohnern und Veranstaltern. Vom Bürgerworkshop erhofft man sich ein Stimmungsbild „und im Januar oder Februar werden wir im Stadtrat eine hoffentlich gute Entscheidung treffen“, sagte Feigl. Bevor aus der ehemaligen Therme etwas Neues entstehen kann, ist erst einmal die Bürgermeister-Wohlfarth-Straße an der Reihe. Laut Bürgermeister Feigl werden Anfang 2019 die ersten Entwürfe für die Umgestaltung der Verkehrsachse zwischen den beiden Kreisverkehren vorliegen. Die Straße hat aus Sicht des Stadtoberhaupts enormes Potenzial: „Beim Königsmarkt sind wir mit dem Feuerwehrkran bis ganz nach oben gefahren. Der Blick ist enorm. Man muss sagen: Da ist die Champs Élysée in Paris ein Dreck dagegen.“ Mit der Umgestaltung soll auch optisch mehr aus der schnurgerade Achse herausgeholt werden. Ob es zur Prachtstraße reicht, muss die Zukunft zeigen.

Im kommenden Jahr stehen Neu- und Umbauten an den Grundschulen an

Ansonsten stehen im kommenden Jahr vor allem die Neu- und Umbauten an den Grundschulen Nord und Süd an, für die die Stadt 16 Millionen Euro in die Hand nimmt. Hinzu kommt die Umrüstung der Straßenlaternen auf LED, der Bau des Wasserwerks und der Bau des Kreisverkehrs Wertachstraße/Königsallee, für den man nun wohl keine Fördergelder bekommt. Was durchaus kurios ist, da ein erster Baubeschluss in Augsburg einkassiert wurde, weil keine Fördergelder beantragt worden waren. Jetzt müssen die Stadträte noch einmal einen Beschluss fassen, dass sie das Rondel ohne Fördergelder bauen wollen.

Wenig Hoffnungen machte Feigl Bürgern auf Nachfragen bezüglich der Rathauswiese und eines Schwimmbades. Bei der Grünfläche vor dem Rathaus sei man in Verhandlungen. Eine baldige Lösung für das Gebiet, auf dem die Neue Mitte gestaltet werden soll, sei aber nicht in Sicht. Der Stadt gehören nicht alle Flächen, die für eine Entwicklung nötig sind. Beim Thema Schwimmbad sind die Kosten der Knackpunkt: Ein schmuckloses neues Bad mit Sauna würde etwa 20 Millionen Euro Kosten. Angesichts der anstehenden Projekte wohl zu viel Geld für die Stadt. Daher hofft man auf mögliche Kooperationen mit Bobingen oder Augsburg. Konkrete Fortschritte seien hier aber kurzfristig nicht zu erwarten.

Dafür nehmen die Planungen für das neue Wohn- und Geschäftshaus neben der Sparkasse langsam Gestalt an. Dort sollen Mietwohnungen und im Erdgeschoß Räume für ein Bürgerbüro und die Volkshochschule entstehen. Da das Projekt zwölf Millionen Euro kostet, müssen viele Leistungen aber europaweit ausgeschrieben werden. Das kostet Zeit, sagt der Bürgermeister: „Allein einen Planer zu finden, dauert in diesem Verfahren sechs Monate.“ Entsprechend sind die Wohnungen wohl erst 2022 bezugsfertig.

Lesen Sie auch unseren neuesten Bericht über die Abrissarbeiten: Zwei Bagger zerlegen das Gebälk der Königstherme

Bürgermeister Franz Feigl stellt die aktuellen Pläne und Projekte für Königsbrunn vor.
Bild: Adrian Bauer
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