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Bobingen

11.06.2019

Ausstellung zeigt: Früher war nicht alles besser

Heimatforscher Georg Fritz (v.li.) erklärt dem Vorstand des Fördervereins, Dr. Fritz Pfleghar, der Kassenwartin Gisela Achberger, dem Klinikvorstand Martin Gösele und der stellvertretenden Vorständin des Fördervereins und leitenden Oberärztin der Wertachkliniken, Dr. Marga Dorfmiller-Kapetanopulos, anhand der Bilder der neuen Ausstellung in der Wertachklinik Bobingen einige Besonderheiten aus der Geschichte der Krankenversorgung der Stadt.
Bild: Doris Wiedemann

Zur Feier des 50-jährigen Bestehens zeigt eine Ausstellung im Erdgeschoß der Wertachklinik die Medizingeschichte Bobingens

Seit 50 Jahren gibt es in der Wertachstraße in Bobingen ein Krankenhaus (wir berichteten). Der Förderverein der Wertachklinik Bobingen hat zu diesem Jubiläum eine Fotoausstellung im Erdgeschoß des Krankenhauses organisiert. Bei der Eröffnung erzählte Heimatforscher Georg Fritz vor den Bildern in lebhaften Worten von der Geschichte der Krankenversorgung und des Krankenhauses in Bobingen.

Er spannte den geschichtlichen Bogen von den beiden Armenhäusern, die in schlechtem Zustand waren, bis zu den Wertachkliniken: „Wir können ja heute dankbar und stolz sein, dass wir in Bobingen und Schwabmünchen zwei Krankenhäuser mit so einem hohen medizinischen Standard haben“, sagte er. In der Ausstellung findet man unter anderem Bilder vom ersten Armen- und Krankenhaus, das 1858 in einem Anwesen eingerichtet wurde, das die Stadt einem Händler abgekauft hatte. Im ersten Obergeschoss befanden sich drei beheizbare und drei nicht beheizbare Kammern mit insgesamt 18 Betten für die Kranken, erfuhren die Besucher der Vernissage. Im Jahr 1883 wurde dann auch ein Arzt eingestellt. Dr. Gustav Müller bekam für die Betreuung der Patienten jährlich 200 Mark, Operationen wurden extra vergütet.

Bobinger Dichter sagt: „I glob, do stirb i liab‘r.“

Aber auch dieses Anwesen war bereits 1919 in einem so schlechten baulichen Zustand, dass der damalige Arzt, Dr. Medicus, einen Neubau forderte. Heimatpfleger Fritz zitierte dazu den Heimatdichter dieser Zeit, Felix Bobinger: „Denn drob in onsrem Krankahaus / do hilft koi Liab und Pfleaga, do schlagt’s beim g’schlossna Fenschtr rei / da Sturmwind und da Reaga.

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Ja, ema solcha Krankahaus / do braucht ma koi hoach’s Fiab’r, bis ma se durchringt zum Entschluss: / ,I glob, do stirb i liab’r‘.“

Insofern lohnt sich der Besuch der Ausstellung in der Wertachklinik gleich doppelt: Zum einen sieht man auf den Fotos, dass früher auch nicht alles besser war, und zum anderen erkennt man im Gebäude selbst und auf den aktuelleren Bildern, dass die heutige Wertachklinik sowohl baulich als auch medizintechnisch auf dem neuesten Stand ist.

„Der Zusammenschluss mit dem Schwabmünchner Haus zu den Wertachkliniken im Jahr 2006 erwies sich als Vorteil für beide Häuser“, bilanzierte dann auch Heimatforscher Georg Fritz am Ende seines Vortrages. (SZ)

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