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Königsbrunn

23.03.2020

Auszeichnung für Monika Galkin: Die Harfe hat sie schon immer geliebt

Monika Galkin erhält den Anerkennungspreis zum Kulturpreis 2019 der Stadt Königsbrunn. Die Musikerin spielt mehrere Instrumente, aber die Harfe hat sie schon immer geliebt.
Bild: Marion Kehlenbach

Plus Monika Galkin bekommt den Anerkennungspreis zum Kulturpreis der Stadt Königsbrunn. Wie sie und ihr Mann Familien- und Musikerleben vereinen.

Die Musikerin Monika Galkin erhält den Anerkennungspreis zum Kulturpreis 2019 der Stadt Königsbrunn. Viele kennen Galkin als langjährige Musiklehrerin der städtischen Musikschule, als Leiterin diverser Chöre und Ensembles und natürlich als Musikerin am Hackbrett und an der Harfe. Dabei wurde ihr dieses musikalische Talent keineswegs in die Wiege gelegt.

Weder die Eltern noch die beiden älteren Brüder der in München geborenen Musikerin spielen ein Instrument. Galkins Musikleidenschaft wurde in der Schule geweckt. Neben Latein und Mathematik war Musik ihr Lieblingsfach. Zuerst lernte sie Gitarre, erzählt Galkin: „Die war halt da. Aber die Harfe habe ich schon immer geliebt.“

Die erste Harfe war ein Geschenk der Oma

Die erste Harfe habe ihr dann ihre Großmutter gekauft, weil die Eltern dafür kein Geld hatten. Heute ist die Musikerin stolze Besitzerin von drei Hackbrettern, vier Harfen, mehreren Flöten und einem Klavier. Aber warum braucht sie denn gleich vier Harfen? Galkin klärt auf: „Die Große ist eine Konzertharfe für Klassische Konzerte, auf der „Normalen“ spielt sie auch Volksmusik und die beiden kleineren sind für den Musikunterricht.“

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Dabei ist die Harfe nie wirklich klein. Die Konzertharfe zählt mit rund 40 Kilogramm Gewicht und 1,80 Meter Höhe zu den größten Orchesterinstrumenten und muss zu Musikauftritten immer mitgebracht werden – wofür nicht jedes Auto ausgelegt ist. „Wir sind in der Tat mit einem Zentimetermaß durch die Autohäuser gestreift“, erzählt Nikolai Galkin, selber Musiker und seit 25 Jahren mit Monika Galkin verheiratet. Der Traum der Eheleute war es, mit allen drei Kindern und der Harfe wegzufahren.

Beim Singen funkte es

Kennengelernt haben sich die Eheleute am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Beim Gesangsunterricht hat es zwischen ihnen gefunkt. Studentin Monika Galkin hatte als Nebenfach Gesang belegt und Opernsänger Nikolai Galkin kam zu einer Fortbildung ans Konservatorium nach München. Das musikalische Engagement der beiden hat später auch stark das Familienleben geprägt. Während Monika Galkin mit den Kindern ihren Lebensmittelpunkt hier in Königsbrunn hatte, sang ihr Mann 15 Jahre lang als Ensemblemitglied an der Linzer Oper in Österreich – für ein intensives Familienleben blieben da nur die zwei Monate Sommerpause an der Oper.

Auf alten CD-Covern wird Monika Finkenzeller-Galkin als Künstlerin aufgeführt, hat sie ihren Doppelnamen bisher in Königsbrunn unterschlagen? „Nein“, sagt Monika Galkin und lacht. Ihr Mann stammt aus Odessa in der Ukraine und als sie 1994 heiraten wollten, verlangten die deutschen Behörden eine „Ledigkeitsbescheinigung“. Die Ledigkeitsbescheinigung der Ukraine bestand darin, dass kein Vermerk im Ausweis steht, der besagt, dass der Ausweisinhaber verheiratet ist. In Deutschland reichte das nicht aus, aber in Dänemark habe man das gekannt und anerkannt. So haben die beiden erst in Dänemark geheiratet, da trug Monika Galkin dann den Doppelnamen und als sie später in Deutschland die Ehe anerkennen ließen, haben sie sich als Familiennamen für Galkin entschieden.

Überraschender Besuch

Dass sie den Anerkennungspreis bekommen soll, kam für Monika Galkin völlig überraschend. Irgendwann klingelten Bürgermeister Franz Feigl und die damalige Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher bei ihr und sagen, sie bräuchten die Musikerin ganz dringend im April für eine Veranstaltung – um dann zu ergänzen, dass sie den Anerkennungspreis zum Kulturpreis erhalten soll.

Wenn Monika Galkin den Anerkennungspreis überreicht bekommt, wird sie selbst nicht musizieren. Sie ist an Multipler Sklerose erkrankt und seit einigen Monaten auf einen Rollstuhl angewiesen.

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