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Anlage wegen Betrugs

07.10.2009

Autobesitzer wird betrogen - und guckt in die Röhre

BMW setzt wieder auf Wachstum
Bild: DPA

Er hatte sich einen flotten BMW 330 geliehen und "vergessen" zu bezahlen. Rund 2200 Euro Schaden waren dem Autobesitzer dadurch entstanden, weil der Angeklagte seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen war. Trotzdem wird der 33-Jährige dafür nicht bestraft. Von Uschi Rieger

Schwabmünchen - Er hatte sich einen flotten BMW 330 geliehen und "vergessen" zu bezahlen. Rund 2200 Euro Schaden waren dem Autobesitzer dadurch entstanden, weil der Angeklagte seinen monatlichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen war. Trotzdem wird der 33-Jährige dafür nicht bestraft.

Bei der Verhandlung vor dem Schwabmünchner Amtsgericht wurde der wegen Betrugs angeklagte Mann aus der Haft vorgeführt. Seit Januar dieses Jahres verbüßt der vielfach vorbestrafte 33-Jährige in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stadelheim eine längere Freiheitsstrafe. Erst im Mai 2010 wird er wieder ein Leben ohne Gitter führen können.

Mit Blick auf diese beiden vollstreckten Urteile wurde sein aktuelles Verfahren vor dem Schwabmünchner Amtsgericht eingestellt. Dabei musste selbst der Verteidiger, Rechtsanwalt Klaus Rödl (Augsburg), zugeben, dass zu dieser Zeit bei seinem Mandanten "alles aus dem Ruder" gelaufen war.

Autobesitzer wird betrogen - und guckt in die Röhre

Der Mann war aus der Wohnung der Freundin geflogen, seine Autovermietung auf Mallorca ging mehr oder weniger den Bach runter - kurzum: Privat wie geschäftlich ging es drunter und drüber.

Dabei hatte der Angeklagte zu jener Zeit noch als selbstständiger Autovermieter gearbeitet. Zehn Fahrzeuge hatte er im Bestand. Als er wegen seiner Geschäfte plötzlich nach Mallorca fliegen musste, hätte er es schlichtweg versäumt, zu zahlen und den BMW zurückzugeben. "Das war eine Nachlässigkeit." Der 33-Jährige versicherte: "Ich wollte weder täuschen noch betrügen." Dabei bezog er sich im Wesentlichen auf eine vorausgegangene Verhandlung in München, wo er sein Monatseinkommen "ganz ehrlich" mit 3000 Euro angegeben hatte. Die damals verhängte Geldstrafe - 19 000 Euro - stottert er jetzt, wenn auch nur im übertragenen Sinn, unter anderem in der JVA Stadelheim ab. Denn diese Summe konnte er nicht zahlen.

Das Fahrzeug hat er längst dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. "Im Moment besteht wohl wenig Aussicht, dass Sie Ihren Schaden zivilrechtlich geltend machen können. Denn Ihr Schuldner sitzt in Haft", gab Richterin Susanne Hillebrand einem etwas verstört blickenden Geschädigten zu verstehen.

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