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Kleinaitingen

22.02.2015

BMW auf dem Lechfeld: Kleinaitingen klärt Details

Ein Stück gepflasterter Straße ist der Rest des einstigen Guts Lechfeld. Mit 20 Hektar bräuchte BMW nur einen Teil jener Fläche, die einst zur Ernährung des Militärs dienen sollte.
Bild: Pitt Schurian

Rund 100 Besucher kommen in die Lechfeldhalle zur Vorstellung der Flächenplanung. Bürgermeister Rupert Fiehl sieht sich bestärkt.

Das Rennen um den Standort des neuen Ersatzteillagers für BMW ist noch nicht gelaufen. Kleinaitingen ist nach wie vor ein großer Favorit. „Ich habe sogar schon Glückwünsche erhalten“, schmunzelt Kleinaitingens Bürgermeister Rupert Fiehl. „So weit ist es noch nicht, das Grundstück ist noch nicht verkauft. Wir sind aber ständig im direkten Kontakt mit den Investoren, unterstützen tatkräftig die Entscheidungsfindung und bereiten den Weg vor.“ Wann mit einer endgültigen Entscheidung über den BMW-Standort zu rechnen sei, kann Fiehl nicht sagen. „Wir schätzen Ende Februar, Anfang März, aber das ist rein spekulativ.“

Großes Interesse der Bevölkerung

Bei einer Informationsveranstaltung in der Lechfeldhalle stellten jetzt Fiehl und Planer Gerd Sahlender von Arnold Consult den räumlichen Rahmen für das möglicherweise nächste Logistikzentrum auf dem Lechfeld im Detail vor. Rund 100 Bürger waren gekommen.

„Ich bin begeistert“, sagte Fiehl nach der Veranstaltung. „Die Besucherzahl zeugt von großem Interesse in der Bevölkerung. Und dass jetzt keine kritischen Fragen zu hören waren, ist ein deutliches Zeichen, dass die Kleinaitinger hinter dem Vorhaben stehen. Das gibt uns natürlich Rückenwind.“

Verschiedene Sondierungen und Gutachten stehen innerhalb dieser Tage an, um „alle relevante Themen abzudecken“, so Fiehl. „Die Gemeinde nimmt Aufgaben wie Emmissions-, Lärm- oder Naturschutz sehr ernst“, sagte Fiehl. Entsprechende Untersuchungen und Maßnahmen sind Bestandteil der Planung. „Wir haben in den letzten Monaten Potenziale aufgezeigt und ein großes Arbeitspensum absolviert.“ Einen Auftrag auf Munitionsuntersuchung hat die Gemeinde vergeben, nach Abschluss der Untersuchungen wird der Bereich großflächig geräumt.

Gemeinde erhofft sich Stärkung des Wirtschaftsstandorts Lechfeld

Was sich die Gemeinde von einer BMW-Ansiedelung verspricht, auch darauf hatte Fiehl eine Antwort. „Sollte BMW kommen, würde dies eine Bereicherung und Stärkung des Standorts Lechfeld bedeuten, neue, zusätzliche Arbeitsplätze würden entstehen und die Gemeindekasse würde von zusätzlichen Steuereinnahmen auch profitieren.“ Das neue Logistikzentrum soll etwa 220 Arbeitsplätze schaffen, 30 Millionen sollen hier investiert werden. Gebaut würde die Anlage von Investoren, BMW würde diese dann langfristig mieten.

Mit der Billigung des Vorentwurfs des Bebauungsplans im Bereich des ehemaligen Gutshofs Lechfeld und der Einleitung eines Verfahrens zur frühzeitigen Beteiligung Träger öffentlicher Belange hat der Gemeinderat schon Anfang Februar wichtige Weichen für eine mögliche Ansiedelung eines BMW-Logistikzentrums gestellt. Der Bebauungsplan liegt derzeit im Rathaus öffentlich aus, die Bürger können innerhalb dieser Frist dazu schriftlich Anregungen oder auch Einwände einreichen.

Bäume und Sträucher für Schallschutz und Optik

Mit einer Neuregelung einer Klausel aus einem 2004 abgeschlossenen Vertrag zwischen dem Freistaat und der Gemeinde Kleinaitingen machte im Vorfeld der Haushaltsausschuss des Landtages den Weg frei. „Die Interessen der Gemeinde wurden dabei berücksichtigt“, so Fiehl. Der Freistaat hatte das ehemalige Gut Lechfeld der Gemeinde vor elf Jahren übereignet, eine Klausel schrieb jedoch eine finanzielle Beteiligung des Landes bei einer Vermarktung innerhalb von 20 Jahren fest.

Der rund 46 Hektar umfassende Bereich des ehemaligen Gutshofs Lechfeld ist bereits im Flächennutzungsplan der Gemeinde als Gewerbegebiet ausgewiesen – der Bebauungsplanentwurf mit etwa 20 Hektar liegt innerhalb dieses Areals.

Die Erschließung soll vom Süden her erfolgen ab dem Kreisverkehr der B17-Anschlussstelle Schwabmünchen/Graben. Das Baufeld wird parallel zur Bundesstraße ausgerichtet und soll aus optischen Gründen sowie zum Schallschutz eingegrünt werden. Die flache Bauweise orientiert sich an bestehenden Logistikzentren. Geregelt wird auch, was geschehen dürfte, falls BMW das Ersatzteillager später aufgäbe. Die Nutzungsart wird auf Industrie beschränkt, allerdings dürfte dort keine Firma mit großer Lärmerzeugung einziehen.

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