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Kleinaitingen

08.05.2015

BMW leiht sich eine Belegschaft aus

Gestern, als BMW offiziell Kleinaitingen als Standort eines neuen Logistikzentrums bestätigte, waren auf dem Areal an der B 17 die vorbereitenden Arbeiten bereits in vollem Gange.
Bild: Hermann Schmid

  Automobilbauer bestätigt das neue Lechfeld-Projekt. Es ist einer von drei Standorten in Bayern und Teil eines weltumspannenden Logistiknetzes. Doch die 240 Beschäftigten werden keine BMW-Mitarbeiter sein

 Der Bau des neuen Logistikzentrums von BMW an der Bundesstraße 17 bei Kleinaitingen ist endgültig besiegelt. Das teilten BMW und das Landratsamt am Freitagmittag mit. Die BMW-Unternehmensleitung habe kurz zuvor die notwendigen Verträge mit den Partnern unterschrieben.

Gebaut wird demnach wieder von der Firma Goodman als Investor, mit der laut Landratsamt am Lechfeld bereits bei der Ansiedlung von Aldi, Lidl und Amazon „die besten Erfahrungen“ gemacht worden seien. Von dieser mietet BMW die Anlage. Auch die Arbeitskräfte werden nicht von BMW selbst angestellt, sondern von einem noch nicht bestimmten Logistikdienstleister.

In Kleinaitingen entstehen laut BMW 240 Arbeitsplätze. Laut Gewerkschaftern bedeutet diese Konstruktion, dass die Beschäftigten vermutlich nicht in den Genuss der Tarifverträge der Automobilbauer kommen werden, sondern als Logistiker bezahlt werden.

Zum Hintergrund des Projekts: Im Auftrag der BMW Group werden weltweit 60 Logistik- und Distributionszentren betrieben. Mit 400.000 verschiedenen Teilenummern werden pro Jahr rund 70 Millionen Positionen ausgeliefert. Dieses weltweite Verteilnetz wird von BMW schon seit einigen Jahren ausgeweitet und modernisiert. Dazu baut der Konzern seine zentrale Logistik für Ersatzteile, Zubehör, Merchandising- und Lifestyle-Artikel – die sogenannte Aftersales Logistik – aus.

In Bayern werden drei neue Logistikzentren entstehen, die die weltweite Handelsorganisation der BMW Group beliefern. Das Unternehmen trägt so dem steigenden Absatz Rechnung, dem wachsenden Fahrzeugbestand, der größeren Modellvielfalt, dem immer breiteren Teilesortiment sowie der zunehmenden Anzahl von Service- und Kundenaufträgen. Konkret geplant sind derzeit ein neues Verteilzentrum und Ersatzteillager in Wallersdorf (Landkreis Dingolfing-Landau), ein Ersatzteillager am Standort Bruckberg-Gündlkofen (Landkreis Landshut) sowie das regionale Distributionszentrum in Kleinaitingen.

Die spezielle Aufgabe des Standortes Kleinaitingen dabei: Bisher fand vom Dingolfinger Dynamikzentrum aus auch eine Direktbelieferung sämtlicher Händler im südlichen Bayern, in Teilen Baden-Württembergs, in Rheinland-Pfalz und Hessen statt. Diese Versorgungsfunktion übernimmt künftig das neue regionale Distributionszentrum Kleinaitingen auf 70.000 Quadratmetern Fläche. Eine Option zur späteren Erweiterung ist gesichert.

In Augsburg freute sich gestern Landrat Martin Sailer über die letzten entscheidenden Unterschriften. Bei der schnellen Bearbeitung des Bauantrags für Kleinaitingen sagte er sofort seine Unterstützung zu: „Wir haben bereits in der Vergangenheit mit dem Bau unserer Großprojekte bewiesen, dass wir in der Bearbeitung von Genehmigungen sehr schnell sind“, so der Landrat. Für Sailer ist die Ansiedlung von BMW ein weiterer Beweis für die wirtschaftliche Stärke und Attraktivität des Augsburger Lands.

Dankbar für die Unterstützung ist er auch dem Bayerischen Finanzministerium mit Staatsminister Markus Söder „für die einvernehmliche Lösung bezüglich der Nutzung des Grundstücks“ sowie dem entsprechenden Landtags-Ausschuss.

Wie berichtet, war das Grundstück am ehemaligen Gut Lechfeld seit dem Erwerb durch die Gemeinde Kleinaitingen mit einer Klausel belegt, wonach dem Freistaat bei einer Vermarktung der Ertrag zusteht. Ganz so hart wird es nicht enden. Details wurden noch nicht öffentlich bekannt. Kleinaitingen wird mit seinem Anteil aber vermutlich die Aufwendungen zahlen können, die für die zunehmende Infrastruktur bei wachsenden Gewerbeflächen nötig sind.

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Augsburg unterstützte die Gemeinde Kleinaitingen seit Herbst 2014 intensiv bei der Bewerbung um das Ansiedlungsprojekt, den Verhandlungen und bei der zügigen Herstellung des Baurechts.

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