Langerringen

26.03.2019

Barfuß auf der Bühne

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2 Bilder
Dirigent Stephan Knöpfle verneigt sich vor dem Tuba-Professor Andreas Martin Hofmeir beidessen außergewöhnlichen Darbietungen.
Bild: Hieronymus  Schneider

 Andreas Martin Hofmeir beweist (Welt)Klasse im Umgang mit der Tuba

Der Musikverein Langerringen bot seinem Publikum ein besonderes Schmankerl der Blasmusik. Mit Andreas Martin Hofmeir holten sie den „wohl weltbesten Tubisten“, wie der Vorsitzende Markus Mayr sagte, in die Langerringer Turnhalle.

Hofmeir versteht es wie kein anderer, die Tuba vielfältig, mal weich und romantisch und dann wieder feurig im schnellen Taktwechsel erklingen zu lassen. Er hat dieses Instrument aus den hinteren Reihen der Blaskapellen herausgeholt und als Solist kultiviert. Noch ohne ihn eröffnete das Langerringer Orchester das Galakonzert mit dem „Carmen-Marsch“ aus der Oper von Georges Bizet. Dann trat Hofmeir wie gewohnt barfuß mit seiner riesengroßen Tuba auf die Bühne und nahm ganz vorne neben dem Dirigenten Stephan Knöpfle Platz.

In seiner kabarettistischen Art erklärte er, dass die im Jahre 1835 erfundene Tuba als jüngstes Instrument quasi die Krone der Instrumentenschöpfung sei. „Nur das Saxofon ist ein halbes Jahr jünger, aber das ist ja auch kein Instrument“, sagte er ironisch. Solche Seitenhiebe auf andere Instrumente zeigen nur seine große Liebe zur Tuba, die viel zu lange nur als schweres Begleitinstrument ihr Dasein fristete. „Nur wenn in der Wagner-Oper der schleimige Lindwurm auf die Bühne kroch, durfte die Tuba ein Solo spielen“, so Hofmeir.

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Erst der englische Komponist Martin Ellerby schuf mit dem „Tuba Concerto“ ein abwechslungsreiches Werk für Tuba und Blasorchester. Hofmeir durfte dieses Werk im Alter von 21 Jahren schon einmal aufführen und fühlte sich bei dessen Wiederholung um 20 Jahre jünger.

Die Tuba kann auch romantisch klingen

Im ersten, langsamen Teil stellte er die klangvolle, stimmgewaltige Seite der Tuba vor, um im zweiten deren virtuose und differenzierte Seite zu zeigen. Danach gönnte er sich eine letzte kleine Pause, die von der Musikkapelle mit den Melodien aus „Herr der Ringe“ und „At worlds end“ hervorragend überbrückt wurde. Bei der berühmten Melodie „My heart will go on“ aus dem Titianic-Film brachte Hofmeir die eher untypischen weichen und romantischen Weisen der Tuba zur Geltung. Bei den schnellen Taktwechseln des brasilianischen „Tico, Tico“, hatte die Blaskapelle alle Mühe, um mithalten zu können. Hofmeir lobte das hohe Niveau der Langerringer Musikkapelle, die auch das zwar leicht klingende, aber höchst schwierige Concertino in drei Sätzen von Rolf Wilhelm ebenso meisterte wie die „Moments for Morricone“ und „As time goes by“ aus dem Filmklassiker Casablanca.

Der Höhepunkt des Konzerts war sicher die Komposition „Verrückte Zungen“, bei der sowohl die technischen Fähigkeiten des Tuba-Solisten, als auch die Soloparts des Orchesters herausstachen. Andrea Ringler (Flöte), Karina Hegmann (Klarinette), Stefan Seitz (Tenorhorn) und Franz Baur (Trompete) wurden am Ende nur noch vom Duett des Dirigenten Stephan Knöpfle mit seiner Jazz-Trompete mit dem Tubisten selbst übertroffen. Bei den Zugaben eines feurigen Csardas und des romantischen „Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo spendete das Publikum begeistert stehenden Applaus.

Hofmeir nahm sich nach dem Konzert noch viel Zeit, um mit den Besuchern zu reden und CDs und seine Bücher „Kein Aufwand“ zu signieren.

Der Workshop in Langerringen war heiß begehrt

Vor dem Konzert fand beriets ein Workshop mit dem bekannten Musiker statt, der schon seit langem ausgebucht war. 19 Teilnehmer kamen – sogar bis von Bremen. Hofmeir machte den Lernwilligen Mut, als er von seinen eigenen kläglichen Anfängen erzählte, bis er mit seiner ganz eigenen Atemtechnik die Leichtigkeit des Tubaspiels entdeckte und perfektionierte. Am theoretischen Vormittag und dem praktischen Nachmittag wurde das Wissen und Können der Teilnehmer erweitert und individuelle Übungsmethoden zum Erreichen des „schönen Klangs“ aufgezeigt.

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