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Schwabmünchen

21.07.2017

Beabsichtigte Bildstörungen in Schwabmünchen

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3 Bilder
Antonio Murgia baut in sein Bild Interventionen („Störungen“) anderer Künstler ein.
Bild: Ingeborg Anderson

Beim internationalen Symposium des Kunstvereins in Schwabmünchen bauen internationale und lokale Künstler Vorurteile ab.

Rege Geschäftigkeit herrscht im Kunsthaus an der Bahnhofstraße. Im großen Garten wird Metall und Stein bearbeitet. Einige Malerinnen haben ihre Staffeleien im Schatten der Obstbäume aufgestellt. Und in den Räumen arbeiten die Künstler an großen Tischen und Staffeleien inmitten unzähliger Farbtuben. Darunter Kerstin Thieler-Küchle, die Vorsitzende des Kunstvereins: „17 internationale Gastkünstler und Künstler des Vereins arbeiten hier gemeinsam zum Thema ,Bildstörung’. Das ist sehr spannend und eine großartige Sache“, sagt sie. Außerdem sei es sehr schön, dass man sich kennenlernt, zusammen arbeitet. „Da kann man im Kleinen auch nationale Vorurteile abbauen“, freut sie sich.

Das Thema „Bildstörung“ referiert darauf, wie neue künstlerische Sichtweisen auch unsere Sehgewohnheiten und -erfahrungen beeinflussen. Man denke nur an die Einführung der Zentralperspektive oder daran, wie bei der Malerei des Impressionismus aus vielen Farbtupfern auf der Leinwand im Auge des Betrachters das Bild entsteht.

PE-Folie wird neben dem Auge platziert

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Und wie nähern sich die Teilnehmer dem Thema? Ins Auge fällt das farbkräftige Großformat eines weiblichen Gesichts, an dem Antonio Murgia aus Sardinien arbeitet. Er bittet die anderen Teilnehmer, Elemente, die typisch für ihre Kunst sind, auf seinem Bild zu platzieren. Beispielsweise Petra Höcker aus Osnabrück. Sie platziert ein Stück farbig bearbeiteter PE-Folie neben dem Auge, stört so das ursprüngliche Bild.

Auf die Wange hat bereits Kevin Jackson aus England die für ihn charakteristischen Zackenlinien gezeichnet. Murgia will zeigen, wie sich Künstler untereinander austauschen und inspirieren können. Er schätzt das internationale Miteinander. „Ich bin sehr gerne gekommen und die Atmosphäre hier ist wunderbar“, sagt er.

Einen anderen Ansatz von Bildstörung hat Lisa Krabichler aus St. Anton in Tirol: „Als Basis für meine Bilder nehme ich alte Karten von Schwabmünchen, die ich teils übermale und Störstellen einbaue, die Platz bieten für Neues“, erklärt sie ihr Konzept.

Gastkünstler nicht nur aus England, Italien und der Türkei

Eine gute Woche arbeiten die Gastkünstler aus England, Frankreich, Italien, der Türkei, Österreich, Tschechien und Deutschland im Kunsthaus. Sie kamen auf Einladung von Kersten Thieler-Küchle. Es sind Kollegen, die sie als Teilnehmerin an Symposien in ganz Europa kennengelernt hat. Unter den teilnehmenden Kunstvereinsmitgliedern ist Klaus Mach. Er hat bereits am ersten Symposium vor zwei Jahren teilgenommen und ist begeistert. „Es ist klasse und macht richtig Spaß“, schwärmt er.

Für die Bereitstellung der Farben und Leinwände konnten Sponsoren gewonnen werden. Sogar eine eigene Werkstatt gibt es, in der die Künstler ihre Keilrahmen bauen und ihre Leinwände aufspannen können.

Man darf auf die Werke gespannt sein, die so entstehen und die am Samstag, 22. Juli, ab 19 Uhr in Kunsthaus, Bahnhofstraße 7, zu sehen sein werden. Verbunden mit der Ausstellungseröffnung ist ein Sommerfest des Kunstvereins.

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