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12.07.2010

Bedeutende Funde in Wehringen

Wehringen Ein Vortrag mit Ausstellung zum Thema "Neue Funde aus Wehringen" bildete das Rahmenprogramm des historischen Dorffestes. Dazu hatten sich etwa hundert Interessierte und zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Bürgersaal eingefunden. "Für Wehringen sind 10 000 Jahre Besiedelungsgeschichte nachweisbar", sagte Bürgermeister Manfred Nerlinger eingangs.

Prof. Dr. Bernd Päffgen von der Ludwig-Maximilian-Universität München hatte sich aus dieser langen Geschichte ein besonderes Kapitel ausgewählt, nämlich die Zeit des frühen Mittelalters (7. bis 11. Jahrhundert). In seinem anschaulichen Vortrag stellte er dar, welche herausragende Bedeutung die Funde aus dieser Zeit haben: " Wehringen ist in der Frühmittelalterforschung inzwischen eine sehr bekannte Größe", sagte er. Denn wenn bisher diese Zeit erforscht wurde, wurden Städte erforscht. Über ländliche Siedlungen sei so gut wie nichts bekannt gewesen, obwohl damals nur fünf Prozent der Menschen in Städten lebten.

In Wehringen, auf dem Gelände der Firma "Happy Dog", habe man 2004 eine Siedlung gefunden, die über das ländliche Leben sehr aufschlussreiche Auskünfte gibt. Demnach war hier ein Dorf mit Langhäusern, in denen gewohnt, und Grubenhäusern, in denen das Textilhandwerk ausgeübt wurde. Zeitlich konnte der Fund anhand von Keramiken bestimmt werden. Webgewichte, Nadeln und Webbrettchen gaben die Hinweise auf das Textilhandwerk.

Weitere Aufschlüsse wird die archäobotanische Auswertung der dunklen Erdstellen geben, in denen Pflanzenteile und Tierknochen mehr über die Lebensweise der Menschen verraten werden.

Bedeutende Funde in Wehringen

Wehringen hatte damals eine sehr gute Infrastruktur und war wohlhabend, auch wegen der Erzfunde, die sich im verlandeten Molasse-See der Vorzeit gebildet hatten.

An 85 Förderstellen, sogenannten Pingen, wurden im Wald zwischen Wehringen und dem heutigen Straßberg Erzklumpen in etwa zehn Metern Tiefe ausgegraben und in Lehmöfen (ein Modell davon stand in der Römerstraße) verhüttet. Die Pingen wurden kartiert und eine davon 2009 ausgegraben.

Auf weitere Entdeckungen freut sich Prof. Päffgen bereits, der in diesem Sommer mit seinen Studenten wieder Grabungen vornehmen wird. Ergänzt wurde der Vortrag durch ausgestellte Fundstücke aus Wehringens Frühmittelalter. (inge)

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