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Königsbrunn

19.08.2019

Beete für heimische Pflanzen und Exoten

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3 Bilder
In Permakultur-Gärten wird permanent geerntet und gepflanzt. Jetzt sind es Salatsetzlinge, die das Team um Sunyela Roider zwischen Kohlrabi, Kartoffeln und vielen anderem einpflanzt.
Bild: Marion Kehlenbach

Bei den Königsbrunner Permakultur-Gärten gehen Ernte und Neupflanzung Hand in Hand. Wie an den Innenstadtbeeten gearbeitet wird und was eine Inka-Gurke ist.

In Permakultur-Gärten ist permanent was los. Klar, in anderen Gärten auch. Aber in Permakultur-Gärten wird rund ums Jahr auch etwas angepflanzt und geerntet. Am Europaplatz treffen sich an diesem Morgen ein halbes Dutzend Frauen mit der Initiatorin der Königsbrunner Gemeinschaftsgärten, Sunyela Roider, für Neupflanzungen und zum Ernten der Erträge. Unter den Pflanzen sind auch echte Exoten.

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Roider hat eine Kiste mit bunt gemischten Salatsetzlingen mitgebracht. Diese sollen am Fuß der lang gezogenen Pflanzhügel eingesetzt werden. „Das ist jetzt die letzte Woche im Jahr, in der die Salate noch angepflanzt werden können, um sie im Herbst zu ernten“, erklärt Roider. Und die Salate kommen zwischen Kohlrabi, Fenchel, Rote Bete, Kartoffeln und andere schmackhafte Pflanzen. Später im Herbst sollen dann noch Feldsalat, Winterportulak und Spinat folgen.

Denn angepflanzt wird nur, was auch gegessen werden kann, und alles ist bunt gemischt in den Permakultur-Gärten – was optisch ein tolles Bild abgibt. Ordentliche Pflanzreihen, wie sie in Großmutters Gemüsegarten vorzufinden waren, gibt es hier nicht.

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Erdbeeren und Zwiebeln sind nur im Beet ein gutes Paar

„Die Pflanzen geben sich gegenseitig das, was sie brauchen. Einige bilden eine super Pflanzgemeinschaft“, sagt Roider. So gibt es Pflanzpaare, die nicht nur auf dem Teller hervorragend zusammenpassen, sondern auch im Beet, wie Basilikum und Tomate, Gurke und Dill sowie Erdbeeren und Zwiebeln – wobei die Letztgenannten natürlich nur im Beet eine gute Kombination sind.

Roider lacht und verschwindet hinter einem zwei Meter hohen, dicht bewachsenen Pflanztipi. Große Stangen sind wie bei einem Indianerzelt zusammengebunden, und Tomaten- und Bohnenpflanzen ranken sich hinauf, unten wächst Basilikum wie Unkraut. Allerdings sollte auch erwähnt werden, dass das Wort „Unkraut“ an diesem Morgen nicht einmal fällt. Jedes Kraut hat unter Gottes Himmel seine Berechtigung, und „Un“-Kräuter gibt es für Permakultur-Gartler nicht. Seitdem das allgemeine Umweltverständnis größer wurde, hat das gemeine Unkraut eine Aufwertung erfahren und wird oft als Wildkraut oder Beikraut, wie bei den Stadtgartlern, bezeichnet.

„Unkräuter“ sind als Dünger genauso erwünscht wie die Setzlinge

Regina Gerstmayer zupft Wegerich und anders zwischen den Nutzpflanzen heraus, zerpflückt es ein wenig und legt alles auf wieder auf den Mulch. Dort kann es verrotten und seine Nährstoffe wieder an den Boden abgeben. „Alles wird zur Nahrung fürs Nächste und das Mulchen hat uns über die Dürrezeit gerettet“, sagt Roider. Gegossen wird nur beim Pflanzen junger Setzlinge.

Zwischenzeitlich ist es bei den Tomaten etwas lichter geworden. Roider erklärt: „Die mussten wir ausgeizen.“ Das heißt, sie hat die Seitentriebe entfernen, damit die Kraft der Pflanze in den Haupttrieben bleibt.

An einem anderen Pflanztipi erntet Erika Wiegmann Achojcha, eine kleine grüne Schote, die auch als Inka-Gurke bezeichnet wird. Neben ein paar Salaten und Tomaten wird dieses exotische Gemüse den größten Teil der Ernte an diesem Tag ausmachen.

Wiegmann hilft erst seit knapp zwei Monaten bei den Stadtgartlern, und die Arbeit macht ihr sichtlich Spaß. Erfahrungen hatte sie vorher keine, bekennt die Seniorin. Ihr Leben lang habe sie lediglich ihre Balkonpflanzen gehütet. Deshalb ist sie froh, wenn sie Tipps von den erfahrenen Frauen erhält. Dazu gehört beispielsweise Gerstmayer, die seit 2017, also von Anfang an, an dem Projekt beteiligt ist. Sie hat zu Hause zwar einen Garten, aber ohne Gemüseanbau, wie sie erzählt. Die zusätzliche Arbeit zu ihrem Privatgarten findet sie nicht anstrengend, denn das Ergebnis, die Ernte, das gesunde Essen seien toll und motivieren sie: „Und das Thema Permakultur ist spannend.“

Königsbrunner Hobbyköche können vom Profi lernen

Permakultur setzt auf Nachhaltigkeit, dem Wirtschaften in ökologischer Weise im Einklang mit der Natur. Zwischen den Gemüsesorten beispielsweise stehen noch alte Getreidehalme, in einigen haben Insekten ihre Eier abgelegt. Wer sich über das Thema Permakultur-Gärten informieren will, hat dazu an zwei Samstagen die Gelegenheit. Am 28. September und am 26. Oktober gibt es einen Info-Nachmittag zum Projekt der Permakultur-Gärten mit einem Film und anschließendem Spaziergang zu den Gemeinschaftsgärten. Start ist jeweils um 14 Uhr im Mehrgenerationenhaus. Und am Samstag, 5. Oktober, wird Zsolt Kovács, Küchenchef im Restaurant Ginkgo mit interessierten Hobby-Köchen aus dem, was die Gemeinschaftsgärten hergeben, exotische Gerichte zubereiten. Gäste sind herbei willkommen, die Teilnahmegebühr beträgt zehn Euro.

Infos und Anmeldung unter koenigsbrunn-mein-garten@t-online.de

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