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Bobingen

11.11.2019

Begeisterungsstürme für Nathalie Schmalhofer

Wenn Nathalie Schmalhofer Geige spielt, kann man beobachten, wie sie mit ihrem Instrument und der Musik verschmilzt.
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Wenn Nathalie Schmalhofer Geige spielt, kann man beobachten, wie sie mit ihrem Instrument und der Musik verschmilzt.
Bild: Ingeborg Anderson

Das Kammerorchester und seine Ausnahme-Violinistin reißen in Bobingen das Publikum von den Stühlen. Die Solistin schenkt ihrer Heimatstadt ein viel bejubeltes Konzerterlebnis.

Schon vor Konzertbeginn war zu spüren, dass etwas Außergewöhnliches bevorstand. Die Singoldhalle war bis zur letzten Reihe gefüllt. Die Zuhörer waren zum großen Teil Menschen, die den Werdegang Nathalie Schmalhofers vom „Bobinger Geigentalent“ zur international agierenden, vielfach ausgezeichneten Profimusikerin von Anfang an verfolgt haben und sie immer wieder gerne spielen hören. Erst jüngst erhielt Nathalie den erstmals vergebenen Musikförderpreis des Bezirks Schwaben.

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Ein Heimspiel nach internationalen Auftritten

Mit dem Kammerorchester, das ihre ersten Auftritte begleitete, fühlt sie sich noch immer eng verbunden. Das Konzert in Bobingen bezeichnete sie als „Heimspiel, auf das ich mich freue“.

Ihr Vater Ludwig Schmalhofer, der künstlerische Leiter des Kammerorchesters, hatte auch für das Orchester ein besonderes Programm ausgewählt: die Suiten 1 und 2 aus der Oper Carmen von Georges Bizet. Expressiv und leidenschaftlich erklangen die bekannten Melodien. „Man sieht die Szenen richtig vor sich“, sagte eine Besucherin.

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Bravo-Rufe aus dem Saal

Bravo-Rufe und viel Applaus gab es vom Publikum für diesen furiosen Auftakt. Warum dieses Werk für ihn eine Premiere darstellt, verkündete er noch etwas atemlos vom temperamentvollen Dirigieren der ersten Suite: „Es ist das erste Mal, dass ich das dirigiere. Die Suiten sind die Höhepunkte aus der Oper, die seit 150 Jahren in den Charts steht“.

Das Konzert ist das siebte aus der Reihe „Alte Meister“, mit denen das Kammerorchester in der Region auf Tournee geht. Die Station in Bobingen war außerdem ein Geschenk an die Stadt zum Jubiläum. Mathilde Wehrle, die Vorsitzende des Kammerorchesters, kündigte voller Stolz die Solistin des Abends an: „Es ist uns eine Ehre und eine Freude, dass Nathalie Schmalhofer heute für uns spielt. Besonders da es nicht so selbstverständlich ist bei ihren internationalen Verpflichtungen und ihrem Studium. Aber Nathalie macht es immer wieder möglich, wir sind alle mächtig stolz auf sie.“

Musik voller tiefer Empfindungen

Und Nathalie Schmalhofer riss das Publikum tatsächlich förmlich von den Stühlen. Sie spielte Peter Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur, das mit seinen spieltechnischen Tücken eine immense Herausforderung für jeden Solisten darstellt. Das lässt sich daran ermessen, dass der ungarische Geiger Leopold von Auer, der es uraufführen sollte, sich einst weigerte, weil er es für unspielbar hielt. Aber die junge Virtuosin meisterte die Schwierigkeiten bravourös.

Der russische Komponist hat nur dieses eine Violinkonzert geschrieben, es spiegelt seine innere Zerrissenheit. Es ist temporeich, expressiv, klagend, wütend, leidenschaftlich – Ausdruck tiefer Traurigkeit, aus der sich immer wieder Hoffnung und Lebensfreude Bahn bricht.

Schmalhofer verschmilzt mit ihrem Instrument

Fasziniert lauschte das Publikum mit welcher Intensität und welcher Perfektion die junge Geigerin dieses emotionale Spektrum interpretierte. Man hätte die sprichwörtliche fallende Stecknadel hören können. Und wenn Nathalie Schmalhofer Geige spielt, kann man beobachten, wie sie mit ihrem Instrument und der Musik verschmilzt, eins wird. Wirklich ein Erlebnis.

Bravo-Rufe und Beifallsstürme vom Publikum, das Nathalie Schmalhofer immer wieder auf die Bühne holte und das schließlich noch mit einer Zugabe belohnt wurde. Und im Foyer äußerten die Konzertbesucher durchweg viel Lob und Begeisterung für dieses besondere Konzerterlebnis.

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