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Bobingen

28.04.2016

Begleitung am Ende des Lebenswegs

Anstoßen auf 15 Jahre Ökumenische Hospizgruppe: (von links) Mirela Wollner, Dr. Carsten Oetzel, Dekan Thomas Rauch und Waltraud Gewitsch.
Bild: Anja Fischer

Die Ökumenische Hospizgruppe ist seit 15 Jahren Menschen in schweren Zeiten sehr nah. Sie haben ein Anliegen an die Gesellschaft.

Hospizarbeit sei dabei nicht die Arbeit eines Einzelnen, sondern eines ganzen Teams. Deshalb arbeitet die ökumenische Hospizgruppe stark an der Vernetzung mit anderen Kräften. „Dabei soll der Hospizgedanke das Sterben in das Blickfeld des ganz normalen Lebens rücken“, bekräftigte Wollner. Das Bewusstsein in der Gesellschaft fange langsam an zu wachsen, aber da sei noch viel Pionierarbeit zu leisten. „Als wir vor fünfzehn Jahren anfingen, standen wir am Rand der Gesellschaft“, bemerkte Wollner. „Erst jetzt sind wir in ihrer Mitte angekommen.“

„Wir werden nicht vergessen, was wirklich zählt“

Mirela Wollner zog nach viel Arbeit ein Resümee: „Wir blicken mit Freude und etwas Stolz über das Erreichte zurück und werden dabei nicht vergessen, was wirklich zählt: Es zählt der Helfer, der Begleiter und, dass der Sterbende am Ende nicht das Gefühl hat, allein gehen zu müssen.“

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Bürgermeister Bernd Müller weiß die Arbeit der Hospizgruppe in Bobingen zu schätzen: „Erst wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, merkt man, dass es keine Sterbe-, sondern eine Lebensbegleitung ist“, meinte er. „Es ist eine unbezahlbare Arbeit, die hier geleistet wird. Man merkt, dass langsam Leben in die Bevölkerung kommt und diese Aufgabe im Bewusstsein der Bürger ankommt.“

Wie wichtig die Vernetzung bei dieser Arbeit ist, hob Dr.med. Dr. phil. Eckhard Eichner, Vorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung hervor. „Dabei macht diese Arbeit aber auch Freude, weil wir so viel zurückbekommen, von den Menschen, die wir begleiten. Es ist eine tiefe Ehrlichkeit, die einem entgegenschlägt und eine Begegnung von Mensch zu Mensch.“

Dr. Carsten Oetzel von der Onkologischen Praxis in der Wertachklinik Bobingen beschreibt das so: „Seit fünfzehn Jahren haben Menschen die Möglichkeit, zu Hause betreut zu werden in einer existenziellen Phase ihres Lebens.“ Dafür werde in der Hospizgruppe außergewöhnliche Arbeit geleistet.

Dekan Thomas Rauch fand schließlich die passenden Schlussworte: „Sie wissen um die Vergänglichkeit des Lebens und versuchen, durch ihre Arbeit darauf eingehen zu können“, befand er und erinnerte: „Dabei müssen wir alle aber auch auf unsere eigenen Grenzen achten und schauen.“

Die Arbeit hinterlässt große Gefühle

Das letzte Wort gebührte Waltraud Gewitsch, die sich im Namen aller Hospizhelfer bei ihrer ersten Vorsitzenden Mirela Wollner bedankte. „Dass es dem Patienten gut geht, dass er das bekommt, was ihm am Lebensende zusteht, war dir stets ein Anliegen. Deine kreativen Ideen und Gedanken bringen den Hospizverein weiter voran“, sagte Gewitsch. Es wurde ein stilvolles Fest im Laurentiushaus, eines, das zur Hospizgruppe passt, die in ihrer Arbeit zwar leise und unaufdringlich daher kommt, aber einen bleibenden Eindruck und große Gefühle hinterlässt.

Bestens passte dazu ergänzend das Theaterstück vom „Kleinen Prinz“ nach dem Buch von Antoine de Saint-Exupéry, dargestellt von Christine Reitmeier. Die Besucher der 15-Jahr-Feier waren sich einig: Das Fest passte sowohl zum Anlass, als auch zu der Arbeit der Hospizgruppe, der „Lebensbegleitung“ im letzten Lebensabschnitt.

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