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18.11.2009

Bei Aldi ist mehr gefragt als Kassieren

Wolfgang Kienauer kennt sie. Der Lehrer vom Beruflichen Schulzentrum in Neusäß unterrichtet die Auszubildenden des Discounters Aldi in der Berufsschule. Er weiß: "Sie gehören immer mit zu den Besten."

Der Pädagoge hat nun gemeinsam mit dem Arbeitskreis Schule Wirtschaft des Landkreises Augsburg die berufliche Heimat seiner Schüler kennengelernt. Er war zu Gast im Logistikzentrum in Kleinaitingen. Hier hat die Aldi-Regionalgesellschaft, die 47 Filialen zwischen Donauwörth und Marktoberdorf sowie zwischen Burgau und Dasing betreut, ihren Sitz.

In 46 dieser Filialen sowie in der Zentrale in Kleinaitingen werden derzeit 93 junge Leute ausgebildet: 78 im Verkauf, sechs in der Verwaltung, einer im Lager, acht absolvieren ein duales Studium. 2010 sollen es insgesamt über 100 sein.

Das Unternehmen gehört damit zu den größten Ausbildern in der Region - für Absolventen aller Schularten. Vielen Schülern ist das gar nicht bewusst, wie Judith Müller-Weh, Lehrerin an der Leonhard-Wagner-Hauptschule in Schwabmünchen, berichtet. Für viele junge Leute stehe der Job bei Aldi für lange Arbeitszeiten und langweiliges Kassieren, sagt die Lehrerin. Müller-Weh wollte daher beim Besuch des Arbeitskreises vor allem die Berufsbilder, die es bei dem Discounter gibt, genauer kennenlernen - und war begeistert: "Ich finde die Ausbildung hier gut."

Bei Aldi ist mehr gefragt als Kassieren

Damit dürften Kristin Urban und Friedrich Käufer ihr Ziel erreicht haben. Die beiden Regionalverkaufsleiter sind in der Kleinaitinger Aldi-Gesellschaft zuständig für die Nachwuchsarbeit. Die sei wichtig. "Auf die Auszubildenden sind wir angewiesen", sagen die Verantwortlichen. "Aber leider gibt es davon immer weniger."

Das Unternehmen öffnet sich für die Nachwuchswerbung

Deshalb muss sich Aldi um Nachwuchs bemühen: mit Werbeaktionen, mit dem Engagement bei "Zisch", dem Schulprojekt unserer Zeitung - oder bei Info-Veranstaltung wie mit dem Arbeitskreis. Das Unternehmen, das sich lange Zeit von der Öffentlichkeit abgeschirmt hat, öffnet sich - und präsentiert beachtliche Zahlen zur Ausbildung.

Rund 83 Prozent der Auszubildenden seien bislang nach ihrer Lehrzeit in ein Angestelltenverhältnis übernommen worden. Sechs der 47 Filialen würden inzwischen von ehemaligen Azubis geleitet. In der Verwaltung in Kleinaitingen sind 62 Mitarbeiter beschäftigt, die ihr Handwerk bei Aldi gelernt haben. Zuletzt haben 60 Prozent der Aldi-Azubis ihre Ausbildung mit "gut" oder "sehr gut" abgeschlossen.

"Die nehmen nur die Guten", sagt Wolfgang Kienauer. Die Aldi-Verantwortlichen drücken das ein wenig anders aus: "Die Interessen der Auszubildenden müssen mit unseren Vorstellungen einhergehen."

Klare Ausschlusskriterien wie der Schulabschluss oder die Durchschnittsnote gäbe es nicht. Rund zwei Drittel der Auszubildenden sind Hauptschulabsolventen. Ein guter Qualifizierender Hauptschulabschluss sollte es aber schon sein. Denn eines ist von vornherein klar: "Wir wollen mit unseren Azubis den Karriereweg bestreiten." Von der Kasse bis zur Filialleitung.

Dafür bietet Aldi neben den regulären Ausbildungsinhalten innerbetriebliche Schulungen ab. Das Azubi-Projekt, das 2008 in einer Filiale in Untermeitingen gestartet ist, soll die jungen Leute auf die Probe stellen. Drei Wochen lang führen sie eine Filiale in Eigenregie.

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