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Bobingen

05.12.2020

Bei dem Bobinger Künstler Günther Nietsch werden aus Gedanken Bilder

Günter Nietsch, der mit zahlreichen Ausstellungen in der Region präsent ist, zeigt derzeit seine unverwechselbaren Bilder im Foyer der Wertachklinik.
Bild: Anderson

Plus Günther Nietsch zeigt im Foyer der Wertachklinik in Bobingen Abstraktes und Konkretes. Dabei kommt er eigentlich aus dem Marketing.

An der neuen Ausstellung im Foyer der Wertachklinik können sich vorerst nur Patienten und Personal erfreuen. Umso mehr liegt dem Künstler am Herzen, mit seinen Bildern einen positiven, lebensfrohen Akzent zu setzen. Günther Nietsch führt den Betrachter in die Natur und illustriert dabei seine Gedanken.

„Einige der Bilder habe ich nach Gedichten gemalt, die ich geschrieben habe. Wie etwa zum Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit und der gleichzeitigen Sicherheit, die man nach dem Aufstieg auf den Gipfel eines Berges empfindet", erklärt der in Bobingen lebende Maler. Eine Leichtigkeit, die er gerne durch das Symbol des Tanzes ausdrückt: etwa ein Tango tanzendes Paar über einer südlichen Landschaft oder eine Ballerina, die ihr Empfinden angesichts der Natur in Tanz umsetzt.

Günther Nietsch hat einen unverkennbaren Stil entwickelt

Dabei hat Günther Nietsch einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil entwickelt, der auf einer besonderen Arbeitsweise beruht. Zunächst spachtelt er mehrere Farben auf der Leinwand ineinander. Die Farbauswahl für den Bildgrund gibt vor, welche Tendenz oder Stimmung das Bild haben wird. Darüber baut er den Bildraum Schicht für Schicht auf, gliedert ihn mit geometrischen Akzenten. Schablonenhaft spart er dabei abstrahierte menschliche Silhouetten aus, lässt den Bildgrund durchscheinen.

Die Figur, die als Silhouette Schicht für Schicht aus dem Bildgrund wächst, ist typisch für die Arbeitsweise von Günther Nietsch.
Bild: Anderson
 

Zwar sind seine Darstellungen abstrahierend, haben aber gegenständliche Anmutungen. Die Intention dabei ist, "den Menschen in seinen Beziehungen und Möglichkeiten darstellen", wie er es ausdrückt. Der Raum - sei es in der Anmutung eines blühenden Frühlingstages oder einer nächtlichen Szene - hüllt die Figuren schützend ein. Oder er nimmt sie auf, sodass sie in ihm aufzugehen scheinen. Der die Figur umgebende Raum ist es, der die Atmosphäre seiner Bilder bestimmt. Wobei sich die Palette des Künstlers in den letzten Jahren deutlich aufgehellt hat. Statt der früheren blau-grau-braun-Töne dominieren jetzt frischere, reinere Farben seine Bilder.

Mit Farben bereits in der Ausbildung gearbeitet

Bilder, die man sich ohne Weiteres auch als Wandteppiche vorstellen kann. Und das kommt nicht von ungefähr: Günther Nietsch machte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Färber/Melangeur in der Kammgarnspinnerei und arbeitete später im Modemarketing und als Produktmanager für Strick- und Webkonfektionen.

Ganz zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn malte er viel im Freien, direkt vor dem Motiv. Das erfordert eine genaue Beobachtung. Und dieses genaue Beobachten behielt er bei - sei es in der Natur, in seiner Umgebung oder bei den Menschen und ihren Beziehungen. In den Bildern des 88-Jährigen paart sich dieser stets wache, sensibilisierte Blick mit der inneren Reflektion über die Dinge des Lebens. So sind die ausgestellten Bilder nicht nur spielerische Abstraktionen, sondern quasi auch die Essenz seiner Beobachtungen und Reflektionen - also nicht nur eine bestimmte Szenerie, sondern die atmosphärisch verdichtete Darstellung der Beziehung von Mensch und Natur.

Die Ausstellung im Eingangsbereich der Bobinger Wertachklinik ist noch bis Ende Januar während der Besuchszeiten zu sehen.

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