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Lechfeld

24.09.2019

Bei diesem Flug des Airbus A400M geht es um Krieg und Frieden

Nach ihrer Landung am Fliegerhorst Lechfeld wurde die A400M aufgetankt und die Flugplatzfeuerwehr erhielt eine Einweisung in die Brandbekämpfung an dem neuen Militärtransporter der Bundeswehr.
Bild: Marcus Merk

Plus Vom Lechfeld aus starten Soldaten, um in Mali Frieden zu stiften. Erstmals ist der Fliegerhorst eine Drehscheibe für ernste Missionen des Airbus A400M.

Durch eine dichte Wolkendecke taucht der Airbus A400 ab, bekommt endlich Sichtkontakt auf die Region Augsburg. Er gleitet östlich an der Stadt vorbei – Kurs Lechfeld. Der Fliegerhorst liegt nur wenige Kilometer voraus. Doch der Pilot legt die Maschine nochmals schräg. Er will auch noch einige Ortschaften umrunden, um sie vor dem Brummen seiner vier Propellertriebwerke zu verschonen. Alles Routine – so wie bei vielen Übungs- und Erkundungsflügen zuvor. Doch das Bild im Cockpit ist diesmal anders. Die Besatzung trägt kakifarbene Uniformen. Dies verrät ihr eigentliches Ziel. Es geht nach Afrika. Und das ist keine Übung.

Am Morgen steigen Gebirgsaufklärer ein

Die Nacht auf Dienstag verbringt der Militärtransporter auf dem Flugplatz, abgestellt und überwacht auf einer großen Betonplatte am Rande der Landepiste. Am Dienstagmorgen steigen hier Soldaten des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen an Bord. Sie werden die nächsten Monate in Westafrika stationiert.

Seit 2013 entsendet der Deutsche Bundestag in Abstimmung mit den Vereinten Nationen und mit Partnern in der Europäischen Union eigene Soldaten dorthin, um das zerspaltene Mali zu befrieden. Seither sind auch immer wieder Füssener dort im Einsatz. Dieser Tage ist sogenannter Kontingentwechsel.

Der Airbus A400M fliegt den Soldaten entgegen

In der Regel ist die Luftwaffenbasis Wunstorf bei Hannover Startflughafen für Einsätze des A-400-M-Geschwaders der Bundeswehr und für seine Transportflüge ins Ausland. Doch statt die Soldaten aus dem Süden des Landes dorthin zu bringen oder ihre Kameraden von dort nach Hause zu fahren, fliegt ihnen die moderne Transportmaschine diesmal entgegen. Schon am heutigen Mittwoch bringt sie andere Soldaten aus Afrika wieder zurück in die Heimat.

Für die Flugplatzstaffel am Lechfeld ist das nicht gerade eine Alltäglichkeit. In der Vergangenheit waren A400M hier zwar immer wieder einmal für Übungs- oder Erkundungsflüge gelandet. Diesmal ist der große Nachfolger der Transall jedoch gleich mehrere Tage zu Gast. Der Fliegerhorst fungiert in diesem Fall als Dienstleister.

Der Platz auf dem Lechfeld ist für alle Flugzeuge gerüstet

Die Stärke seines Personals ist dabei seine Vielseitigkeit. Es hält nicht nur den Flugplatz ständig in Betrieb, sondern stellt auch die Bodenmannschaft für Flugzeuge unterschiedlichsten Typs. Das bewährt sich. Ob in die USA oder nach Südost – seit der Auflösung des Transportgeschwaders Penzing werden immer wieder einmal Lufttransporte auch über das Lechfeld abgewickelt. Ferner dient der Fliegerhorst als Ausweichlandeplatz, und vor allem dient seine Piste Militärpiloten für vielerlei verschiedene Übungen und Prüfungen. Sie schweben dabei aus allen Teilen des Landes ein, denn hier ist der Luftraum weniger dicht genutzt, und vor allem können sie hier Flugverfahren üben, ohne in die Routine ihres vertrauten Heimatplatzes zu verfallen oder ein anderes Geschwader in seinem Betrieb zu stören.

Der Standort wandelt sich mit der Bundeswehr

Diese Rolle hat die Luftwaffenbasis nach der Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 übernommen. Doch der Wandel geht weiter. Heute beheimatet der große Bundeswehrstandort mit Ulrichkaserne und Lechfeldkaserne unter anderem mehrere Ausbildungseinrichtungen – nicht nur für die Luftwaffe, sondern auch für andere Waffengattungen. Ab 2025 wird hier eine neue Lufttransportgruppe aufgebaut. Ab 2028 soll das Lechfeld dann die Rolle einer international agierenden Basis für A400M übernehmen.

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