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Kulturpreis in Königsbrunn

04.03.2009

Bei dieser Band geht es musikalisch immer aufwärts

"Am schönsten war die Durchsage", erinnert sich Christian Schöppl an den Tag, als er von der Auszeichnung für die Big Band des Gymnasiums Königsbrunn erfuhr, "als Schulleiter Liessel das durchsagte, da waren wir alle ein bisschen stolz drauf". Der Stadtrat der Brunnenstadt entschied, dass die Theatergruppe Königsbrunn den Kulturpreis 2008 erhalten wird - und die Big Band des Gymnasiums den Anerkennungspreis. Von Hermann Schmid

Königsbrunn "Am schönsten war die Durchsage", erinnert sich Christian Schöppl an den Tag, als er von der Auszeichnung für die Big Band des Gymnasiums Königsbrunn erfuhr, "als Schulleiter Liessel das durchsagte, da waren wir alle ein bisschen stolz drauf". In seiner letzten Sitzung im alten Jahr hatte der Stadtrat der Brunnenstadt entschieden, dass die Theatergruppe Königsbrunn den Kulturpreis 2008 erhalten wird - und die Big Band des Gymnasiums den Anerkennungspreis. "Stolz und glücklich" habe ihn das gemacht, erzählt Bandleader Peter Salger, "eine offizielle Anerkennung, die wieder motiviert". Peter Salger, der Lehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, ist der Gründervater des Ensembles. Schon als Schüler am Augsburger Fugger Gymnasium spielte er Klavier in der Jazzband, später sattelte er um auf Trompete und Posaune.

"Jetzt gründen Sie eine Band"

Vor 15 Jahren meldete sich Salger für eine Lehrerfortbildung "Big Band Jazz in der Schule" an - als er nach Königsbrunn zurückkam, gab ihm der damalige Schulleiter Dieter Lauchner den Auftrag: "Und jetzt gründen Sie eine Band!" Zwölf junge Musiker bildeten ein Jahr später das erste Jazz-Ensemble des Gymnasiums. Um die Reihe zu füllen, ließ man sogar ein Waldhorn zu. Der erste Auftritt unterhielt auch die damalige Kultusministerin Monika Hohlmeier, die zur Einweihung des Erweiterungsbaus 1996 gekommen war. Dennoch fehlte dieser Band noch das richtige "big". Denn eine Big Band muss jeweils vier Trompeten und Posaunen aufweisen, dazu fünf Saxofone und eine vierköpfige Rhythmusgruppe. Bereits im zweiten Jahre hatte man diese Größe erreicht. Seit 1997 gibt die Big Band jedes Frühjahr ein großes - und immer gut besuchtes - Jazzkonzert in der Schule, oft mit musikalischen Gästen.

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Das Niveau der Band wuchs - und so auch der Zuhörerkreis. Im Herbst 2004 spielte die Big Band im oberschlesischen Kluczbork und bereitete so ein internationales Comeniusprojekt des Gymnasiums vor. Und im Frühjahr 2007 reisten die musikalischen Schüler als Vertreter von Schule und Stadt Königsbrunn gar bis nach China, wo in Tianjin die Partnerschaft mit der Yaohua High School besiegelt wurde.

Kultur hautnah kennengelernt

Diese China-Reise des damals 32-köpfigen Ensembles ist Christian Schöppl nicht nur wegen der ganz anderen Kultur, die er und seine Kollegen damals hautnah kennenlernten, noch deutlich in Erinnerung. Für ihn, der 2005 mit seinem Altsaxofon zur Big Band stieß, war das auch musikalisch spitze. "Wahnsinn, wenn eine Big Band so spielt wie die Profis", schwärmt er noch immer von diesen Konzerten.

Doch gleich nach diesem Höhepunkt kam der unvermeidliche Generationswechsel - diesmal besonders heftig. Fast zwei Drittel der jungen Musiker verließen die Schule, Peter Salger musste fast wieder bei null anfangen. Dass eine Schulband ständige Fluktuation mit sich bringt, ist er inzwischen gewohnt. Deshalb bietet die Schule seit sechs Jahren für Sechstklässler gratis eine Schnupper-Bläserklasse, bei der auch die Instrumente gestellt werden. Erst danach müssen sich die Schüler entscheiden und Instrument und Unterricht selbst finanzieren.

"Es gibt immer genug Nachwuchs", merkt Salger an und verweist auf die Musikvereine in Königsbrunn und Bobingen sowie auf die Musikschule der Brunnenstadt. Mit deren Musiklehrern pflegt er gute Kontakte. Und dem regelmäßigen Wechsel kann Salger auch Positives abgewinnen: "Bei uns geht es immer aufwärts, das ist das Schöne an einer Schulband." Karten für die Verleihung am Freitag, 6. März, im Ulrichssaal sind alle vergriffen.

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