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Königsbrunn

10.09.2019

Berufsserie: Passende Hilfe für den Lebensalltag

Bärbel Berndorfer unterstützt Menschen mit Behinderung dabei, ihren Alltag außerhalb einer Einrichtung zu organisieren.
Bild: Andrea Collisi

Bärbel Berndorfer aus Königsbrunn verhilft in einem Programm des Felsenstein-Hauses Menschen mit Behinderung ihr Leben selbst zu gestalten.

Selbständig wohnen, selbstbestimmt handeln und die Freizeit nach eignen Vorstellungen gestalten – das erscheint den meisten Menschen sehr selbstverständlich. Man denkt gar nicht darüber nach und doch, es gibt Ausnahmen. Menschen, die mit körperlichen Beeinträchtigungen geboren wurden, oder die aufgrund einer Erkrankung (beispielsweise von MS oder einem Schlaganfall) eine erworbene Behinderung aufweisen. Für diese Mitmenschen ist es eben nicht immer möglich ihre Wünsche oder Interessen zu verwirklichen. Da ist es gut, dass es Menschen, wie die Königsbrunnerin Bärbel Berndorfer gibt, die ihnen dabei helfen.

Sie arbeitet für die gemeinnützige GmbH „PAsst“, die als Tochtergesellschaft des Fritz-Felsenstein-Hauses vor fünf Jahren gegründet wurde. Mit dem Ziel, Menschen, die aufgrund ihrer Einschränkungen in ihrer Eigenständigkeit und damit oft auch an ihrer Selbstbestimmtheit behindert sind, die nötige Hilfe zukommen zu lassen für den Alltag. „PAsst“ steht für persönliche Assistenz und birgt in der Abkürzung bewusst auch das Wortspiel. Denn wenn Menschen, durch die Hilfe der Assistenten ihren Tagesablauf gestalten können, dann passt ihr Alltag zu ihren Wünschen.

Königsbrunner Projekt begleitet die Menschen vom Aufstehen bis zum Schlafengehen

Diese Assistenz ist in ihrer Ausprägung von ganz unterschiedlichem Charakter und individuellen Zeitmaß. „Insgesamt werden unsere Klienten vom Aufstehen bis zum Schlafengehen in ihrem Alltag begleitet“, sagt Bärbel Berndorfer. Die ausgebildete Sonderpädagogin und Diplomkauffrau ist seit zwei Jahren bei PAsst und seit kurzem nun auch die Dienstleitung. Ihre Aufgabe ist es, die jeweiligen Assistenten mit den einzelnen Klienten zusammenzuführen. Nach einem Bewerbungsgespräch kommt eine kurze Erprobungsphase und wenn dann alles „passt“, steht einer dauerhaften Anstellung als Assistenz nichts mehr im Weg. Unter den Assistenten gibt es sowohl Pflegekräfte wie Studenten, Mütter oder Teilzeitkräfte, die flexibel im Zeitaufwand und Tätigkeit angestellt und bezahlt werden.

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„Die Assistenz reicht vom Fahrdienst und Begleitungen zu Ärzten über Haushaltshilfe wie aber auch gemeinsamer Freizeitgestaltung, einem gemeinsamen Kino oder Spieleabend“, erklärt Bärbel Berndorfer. Begleitung beim Toilettengang oder bei der täglichen Hygiene gehört jedoch auch dazu. Jeder kann für sich selbst festlegen, wie viel Zeit er investieren kann. Das Mindestmaß sind vier Stunden im Monat – unter diesem Maß ist es sonst wenig sinnvoll, weil man kaum eine persönliche Beziehung zum Betreuten aufbauen kann. Es sind aber auch einige Assistenten mit einer Festanstellung bei 20 bis 35 Stunden. „Es ist wie gesagt unterschiedlich, je nachdem wie eingeschränkt der Klient ist hat er auch von 5 bis zu 15 Assistententeam“, erklärt Berndorfer weiter.

Birgit Berndorfer freut sich über jeden, der sich engagieren will

Damit das alles klappt, gibt es neben ihr als obersten Kopf, die für die Personal-Akquise und den Teamaufbau zuständig, noch vier Mitarbeiter, die Ansprechpartner sowohl für die Klienten wie die Assistenten: „Natürlich haben wir auch regelmäßige Teambesprechungen. Wenn es doch mal Missverständnisse oder Schwierigkeiten ergeben, werden diese hier gelöst.“ Berndorfer freut sich über jeden, der sich engagieren will. Auch für das Wohnprojekt „Fritz&Jack-Wohnen im Zentrum“, das das Fritz-Felsenstein Haus mit der Stadt Augsburg mit 12 Appartements, ist noch eine Wohnung frei für jemand, der sich neben der günstigen Miete mitten in der Innenstadt auch bereit ist sich einzubringen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter der Adresse

www.passt-assistenz.de

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