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Kleinaitingen

29.08.2019

Besuch in der Ulrichkaserne: Heimatverteidigung und Katastrophenhilfe

Bild: Uwe Bolten

Im Rahmen einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung wird das Reservistenkonzept dargestellt. Welche Eindrücke die Teilnehmer aus der Ulrichkaserne mitnehmen.

Zur Verdeutlichung der Aufgaben und Abläufe der Reserveorganisation der Bundeswehr veranstaltete die Friedrich-Naumann-Stiftung eine Besuch in der Ulrichkaserne in Kleinaitingen. Dort hat der „Regionalstab territoriale Aufgaben der Bundeswehr Süd“ seinen Sitz, der für die Region federführend ist. Kommandeur Oberst der Reserve Roland Hettmer begrüßte die rund 20 Gäste, die zum Teil erstmalig einer Bundeswehrliegenschaft aus der Perspektive hinter dem Zaun zu Gesicht bekamen.

Die Aufgaben der Regionalstäbe seien vielschichtig, erläuterte Oberstleutnant Peter Greyer, stellvertretender Kommandeur des Regionalstabes Süd, weiter. Neben der zivil-militärischen Zusammenarbeit gehören die allgemeine Reservistenarbeit sowie die Ausbildung zum Spektrum. Die Bedeutung der Reserve habe seit 2018 zugenommen, da die Landesverteidigung von der Wichtigkeit deutlich näher an das internationale Krisenmanagement zugenommen habe. „Dazu unterstehen uns auch die sogenannten Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien Oberbayern und Schwaben. In diesen auch RSU-Kompanien genannten Einheiten engagieren sich beorderte Reservisten für den Heimatschutz und die Katastrophenhilfe“, stellte Greyer die Truppenteile vor, deren Wachausbildungsprogramm während der Veranstaltung besichtigt wurde.

Erfahrene Reservisten bilden neue Reservisten aus

Seit 2017 bietet der Regionalstab territoriale Aufgaben der Bundeswehr Süd eine „Allgemeine Streitkräfte gemeinsame Soldatische Ausbildung (ASSA)“ für Ungediente an. Bei dieser Ausbildung, früher umgangssprachlichen als „Allgemeine Grundausbildung“ bezeichnet, bilden erfahrene Reservisten wiederum neue Reservisten zu Wach- und Sicherungssoldaten aus, die sich danach in den RSU-Kompanien oder in der Katastrophenhilfe engagieren können.

Besuch in der Ulrichkaserne: Heimatverteidigung und Katastrophenhilfe

Der anschließende Rundgang durch die Ulrichkaserne zu den einzelnen Ausbildungsstationen der ASSA erlaubte den Teilnehmern einen Einblick in die vielfältigen Ausbildungsabschnitte dieser streitkräftegemeinsamen Basisausbildung. Während eine Gruppe der Reservisten wohlgeordnet in Formation das Aufziehen und Niederholen der Bundesdienstflagge, die sogenannte Flaggenparade, übten, patrouillierte eine andere Gruppe der Reservesoldaten als Streife durch die Liegenschaft. „Die ist aber ganz schön schwer. Und damit soll man sich schnell bewegen können“, fragte staunend eine Besucherin, nachdem sie eine ballistische Schutzweste unter Hilfestellung überstreifte.

Die Durchführung der Flaggenparade wurde im Rahmen der Wachausbildung ebenfalls geübt.
Bild: Uwe Bolten

Ebenfalls zur Wachausbildung gehört die Androhung des Schusswaffengebrauches, nachdem sich eine unbekannte Person ihrer Überprüfung zu entziehen versuchte. „Als Soldaten sind wir an die Regularien gebunden, welche den Einsatz von Schusswaffen als Form des unmittelbaren Zwanges im Rahmen des Wachdienstes regeln“, erläuterte ein Ausbilder. Kurze Kommandos dominierten an der letzten Station den abgedunkelten Raum.

Am „Ausbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrwaffen“, kurz AGSHP, übten und verfeinerten die Reserve-Soldaten ihre Fertigkeiten im Umgang mit Handwaffen. Vor einer großen, durch Projektoren an die Wand abgebildeten, Schießanlage, lagen vier Soldaten, um mit dem Gewehr ihre Ziele zu treffen. An den Waffen waren Schläuche zu erkennen, welche die für die Simulation des Rückstoßes notwendige Druckluft den Waffen zuführten. „Dies ist eine Einführungsübung. Wir können auch regelrechte Gefechtsszenarien darstellen“, erläuterte ein Schießlehrer.

Beeindruckt von der Vielschichtigkeit der Ausbildungserfordernisse beendeten die Teilnehmer den Nachmittag mit einem intensiven Erfahrungsaustausch. „Das war sehr interessant. Ich denke darüber nach, ob ich mich in der Reserve einbringen werde“, sagte ein Teilnehmer bei der Verabschiedung.

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