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Landkreis Augsburg

02.05.2019

„Bienenpfarrer“ nimmt Plakate mit Humor

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Für kleine Hunde soll die Hundetüte in Untermeitingen weniger kosten.
Bild: Michael Lindner

Auf dem Lechfeld gab es Freinachtaktionen wegen des Lechfeldstraßenrings und besonderen Parkplätzen.

Eine ausgefallene Freinachtsaktion hat der katholische Pfarrer von Großaitingen Hubert Ratzinger abbekommen. Am 1. Mai fand er mehrere Plakate an Kirche und Pfarrhaus, auf denen sein Engagement für das Bienen-Volksbegehren kritisiert wird. „Unserem Bienenpfarrer sind die Bienen wichtiger als die eigenen Schäfchen“, schrieben die Unbekannten zum Beispiel. Ratzinger gibt sich keineswegs beleidigt: „Man darf nicht alles todernst nehmen, was in der Freinacht passiert“, sagt der Pfarrer und findet die Aktion sogar selbst lustig. Die Plakate gefielen ihm viel besser, als wenn er Klopapier vom Pfarrhaus entfernen müsse.

Die Autoren der Großaitinger Plakate sind nicht bekannt, doch scheinen sie ihre Botschaft durchaus ernst zu meinen: Während der Spruch „Rette lieber den Ruf vom Gotteshaus und halt dich aus dem Handwerk der Bauern raus!“ auch humorvoll verstanden werden kann, ist die Botschaft darunter doch sehr politisch: „Bienen gerettet? Kirchgänger verloren!!!“

Ratzingers Haltung zu Umweltfragen wurde mit der Aktion nicht zum ersten Mal kritisiert. Zwar hält er an seinen Überzeugungen fest, er versteht aber auch die Einwände der Bauern: „Man muss die Sorgen der Landwirte ernst nehmen. Sie wissen nicht so recht, wie es weitergeht.“ Auf den Plakat-Vorwurf „Bienenpfarrer, wo ist Deine Blühwiese?“ hat er eine schlagende Antwort: Im Garten hinter dem Pfarrhaus sei eine, eine weitere soll auf der Südseite der Kirche entstehen und sei schon entsprechend gekennzeichnet.

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In Kleinaitingen  gibt es eine neue Rennstrecke

Mit Plakaten allein gab man sich in der Lechfeldgemeinde Kleinaitingen nicht zufrieden. Dort zieren weiße und rote Autoreifen den Rand der Lechfeldstraße. Der Eindruck an eine Formel-1-Rennstrecke drängt sich einem unwillkürlich auf, vor allem, da auf einem ebenfalls auf dem Fußweg angebrachten Plakat der „Lechfeldstraßenring“ samt Streckenverlauf aufgezeichnet ist. Auf einem zweiten Plakat steht: „Auf der Suche nach der Optimallinie.“

Wer hinter der Aktion in Kleinaitingen steckt, ist nicht bekannt. Die Kritik dürfte aber an der Fahrweise der dortigen Verkehrsteilnehmer liegen. An die zulässige Geschwindigkeit werde sich nicht gehalten, entsprechende Beschwerden sind immer mal wieder zu vernehmen. Dabei wurden vor einiger Zeit extra sogenannte Verkehrswächter aus Kunststoff aufgestellt, die beim Starkbierfest als „Terroristenbremsen“ bezeichnet wurden.

Parkplätze für Hundetouristen gibt es in Untermeitingen

Fiel die Nebenerwerbssiedlung in Untermeitingen im vergangenen Jahr noch durch Widerstand auf – symbolisiert durch das Ortsschild „Gallien“ sowie selbst gebastelte Straßenschilder mit Bezug zu Lokalpolitikern – richtete sich dieses Jahr eine Aktion gegen „Hundetouristen“. Diese erhielten an der Ecke Südlagerstraße/Röthstraße eigene Parkplatze, zudem gab es an einem Stand „Hundetüten zum Selbstbefüllen“. Der Preis richtete sich nach der Hundegröße. Zudem wurde eine spezielle Rabattaktion für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner angeboten.

Grabens Bürgermeister ärgert sich über umgelegte Verkehrsschilder

Wenig einfallsreiche Scherze gab es hingegen in Graben. Bürgermeister Andreas Scharf machte beim Maibaumfest seinen Ärger über die massive Verunstaltung des Ortsteils Lagerlechfeld Luft. „Dass unzählige Klopapierrollen abgewickelt wurden, kann man noch als Freinachtscherz einstufen. Die umgelegten Verkehrsschilder in diesem Bereich liegen weit außerhalb dieses Spielraumes“, sagte er spürbar verärgert.

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