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Bobingen

21.10.2018

Bob Ross hat Merkles Arbeit verändert

Der bei Robert Merkle in Arbeit befindliche Frauenkopf wird sowohl junge als auch greisenhafte Gesichtszüge tragen. Doch auch seine Bilder wird die Ausstellung zeigen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Robert Merkle präsentiert Landschafts- und Blumenbilder sowie Holzkunst. Was er vom TV-Maler gelernt hat und wieso er auf eine Schnitzerei besonders stolz ist.

Sein Hauptmotiv sind Landschaften. Robert Merkle malt sie in bunter Vielfalt, stellt sie zuweilen mystisch dar. Er fordert die Betrachter auf, in sie einzutauchen und eigene Assoziationen zu entwickeln. Demnächst präsentiert der 64-Jährige eine Auswahl seiner Werke im Quartierstreff in Bobingen-Siedlung an der Winterstraße 20b.

Bereits in jungen Jahren fertigte Robert Merkle Bleistiftzeichnungen, später Hinterglasmalereien, alles in allem jedoch nur sporadisch. Geändert hat sich das 2012. Da sah er die Fernsehsendungen von Bob Ross. Darin animiert der TV-Maler die Zuschauer, mit Malen und dem dadurch entwickelten Spaß ihre eigene Welt zu erschaffen.

Begeistert von der Nass-auf-Nass-Technik

Merkle war von Bob Ross’ sogenannter Nass-auf-Nass-Technik, die schnell und ohne Vorkenntnisse erlernt werden kann, begeistert. Fortan beschäftigte er sich mit Malliteratur, kaufte sich Acrylfarben und nahm den Pinsel nun regelmäßig in die Hand. „Schon bald brachte ich mithilfe dieser besonderen Technik erstaunliche Bilder zuwege“, sagte Merkle schon in einem früheren Bericht unserer Zeitung.

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Inzwischen hat er sich weiterentwickelt. Seit einigen Jahren fertigt Merkle auch Schnitzereien. Am liebsten ist er mit Lindenholz kreativ. So entstehen Kerzenständer, Reliefs und sakrale Gegenstände. Stolz verweist er auf einen hölzernen Frauenkopf. Ein Teil der Vorderseite zeigt junge Gesichtszüge, die andere greisenhafte. Auf der Rückseite eine Symbolisierung von Himmel und Hölle mit Engel und einem sensenschwingenden und Zunge herausstreckenden Teufel in lodernden Flammen.

Malen ist pure Entspannung

Künftig will sich Merkle neben dem Malen und Schnitzen auch verstärkt dem Speckstein widmen. „Mit dem weichen Material lassen sich sehr gut gegenständliche Formen bearbeiten“, betont er.  Das Malen ist jedoch wohl noch immer seine größte Leidenschaft. Er empfindet es als „konzentrierte Arbeit“. Doch die Auseinandersetzung mit Farbe, Pinsel und Papier entschleunige ihn auch. Es sei pure Entspannung, erzählt er. Seine Motive findet er in der Natur. „Vieles speichert sich in meinem Kopf ab, Berge, Seen, Landschaftsformen, Hütten oder Wolkenformen“, erzählt er. Aus diesem geistigen Funde schöpfe er.

Dabei entsteht ausschließlich Gegenständliches. Mit Abstraktionen kann er nach eigenen Worten nicht viel anfangen. „Ich will darstellen, wie es tatsächlich aussieht, will alles greifen können, ähnlich einem fotografischen Abbild“, begründet er seine Motive.

In seinem Treppenhaus hat Robert Merkle seine persönliche Galerie eingerichtet. Da begegnen dem Betrachter Bildtitel wie „Zug nach Süden“, „Bunter Wald“, „Milder Wintertag am Abend“ oder „Seitenarm des Amazonas mit Zypressen“. Dazwischen sind einige Porträts und Blumenmotive eingestreut. Es sind Bilder voller Farbintensität: idyllisch und romantisch, zuweilen hintergründig, aber auch kitschig. Mit Kunst im herkömmlichen Sinn hat das nichts zu tun. Doch Robert Merkle ist auch nicht Künstler, sondern betreibt sein Schaffen als Freizeitbeschäftigung und als von Bob Ross initiierte anleitungsbewährte Hobbymalerei.

Robert Merkle ist seit fünf Jahren Mitglied im Bobinger Kunstverein

Robert Merkle, 1954 in Mindelheim geboren, war beruflich als Industriemeister mit Fachrichtung Chemie tätig. Jetzt befindet er sich im Ruhestand. Seit 2013 ist er Mitglied im Kunstverein Bobingen. Es folgten Ausstellungsbeteiligungen im Unteren Schlösschen und bei der Lewa-Gewerbepräsentation in Schwabmünchen. Seine erste Einzelausstellung bestritt er im Foyer der Wertachklinik Bobingen. Zudem waren seine Werke im Bobinger Kursana-Domizil zu sehen.

Neben seiner kreativen Tätigkeit ist Robert Merkle noch beim SSV Bobingen als Tischtennisspieler und Jugendtrainer aktiv. Die neue Ausstellung im Quartierstreff beinhaltet Landschafts- und Blumenbilder sowie Schnitzarbeiten. Darüber hinaus wartet sie mit einer weihnachtlichen Überraschung auf.

Die Laudatio bei der Vernissage am Sonntag, 4. November, um 10 Uhr wird Margit Hafner halten. Die musikalische Untermalung bestreitet ihr Mann Wolfgang mit der Drehorgel. Die Präsentation läuft bis zum Frühjahr zu den Öffnungszeiten des Quartierstreffs: montags von 10 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 18 bis 20 Uhr.

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