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Bobingen

29.01.2021

Bobiger Pfarrer über korrektes Beten: "Man kann Gott alles sagen"

Der Bobinger Stadtpfarrer Thomas Rauch gibt Tipps zum Beten.
Foto: Pfarrei Bobingen

Plus Stoßgebete haben Hochkonjunktur: In einer Zeit, die gefüllt ist mit Sorgen, Ängsten, Hoffen und Bangen, ist so ziemlich jeder Heilige recht, von dem man sich nur ein wenig Verbesserung verspricht.

Wie spricht man richtig mit der göttlichen Allmacht und ihren Stellvertretern? Und welches Gebet ist das richtige? Solche Fragen richtet man am besten an einen Fachmann: Dekan Thomas Rauch.

Der Bobinger kennt sich mit Gebeten und allem, was dazugehört, aus. Er lacht, als er die Frage nach dem richtigen Gebet hört, und beruhigt: "Beim Beten gibt es kein Gut oder Schlecht. Das ist ja gerade das Schöne daran. Wenn ich bete, muss ich nichts leisten." Man könne mit Gott einfach sprechen wie mit einem guten Freund. Das habe schon Theresa von Avila gewusst, die mit diesen Worten oft zitiert wird. Wichtig sei es, überhaupt mit Gott zu sprechen, weiß der Pfarrer. "Man kann ihm alles, was einen bewegt, sagen. Das allein hilft schon oft und klärt die Gedanken.“

Abendliches Ritual für Kinder

Das Abendgebet, welches man in vielen Familien mit den Kindern vor dem Einschlafen betet, ist also alles andere als Schnee von gestern. Es gehört zum abendlichen Ritual, beruhigt und soll den Kindern das Vertrauen schenken, dass ihr Schlaf von Gott (und den Eltern) behütet wird. Was bei kleinen Kindern hilft, helfe auch bei Pfarrern: Thomas Rauch verrät, dass er seit seiner Zeit im Priesterseminar jeden Abend ein Heilig-Geist-Gebet spricht. "Damit endet jeder Tag für mich“, berichtet er. "Ich öffne mich für den Heiligen Geist Gottes und gebe meine Sorgen an Gott weiter und auch an ihn ab. Dann kann auch ich die Last der Tage abschütteln und beruhigt schlafen.“

Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet

Als Pfarrer betet er auch das Stundengebet: Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet sind Begriffe, die manchem vielleicht aus Romanen wie "Der Name der Rose“ bekannt vorkommen. Sie bezeichnen die Stunden, zu denen gebetet wird. Im Pfarrhaus beten Pfarrer Thomas Rauch und Gemeindereferentin Theresia Zettler diese Stundengebete zum Teil gemeinsam.

Vielen Menschen gibt das Gebet Kraft.
Foto: Ralf Lienert (Symbolbild)

Auch vor dem Mittagessen wird täglich gebetet, berichtet Theresia Zettler. "Letztendlich begleitet uns das Gebet aber den ganzen Tag“, sagt sie und gibt ein Beispiel: "Im Gespräch mit den Menschen, die ins Pfarrhaus kommen, denke ich oft: Gott schütze sie, Gott hilf ihnen." Wieder das Stoßgebet, der kleine Anruf an Gott für zwischendurch.

Dem Gegenüber alles sagen

Ganz bewusstes Beten ist Theresia Zettler aber auch wichtig. "Im Gebet zu Gott weiß ich, dass ich ein Gegenüber habe, dem ich alles sagen kann", berichtet sie. Da werde nicht gewertet, man müsse auf seine Worte kein Augenmerk legen, sondern könne in den eigenen Gedanken zu Gott sprechen. Alles, was einen beschäftige und einem Sorgen mache, könne gesagt werden. Und dabei gibt es eben kein Richtig oder Falsch. "Beim Beten kann ich einfach ich sein, so wie ich bin. Mit all meinen Ecken, Kanten und Fehlern", sagt Theresia Zettler. Dafür spende das Gebet Kraft, Ruhe und Trost.

Wer sich nicht ganz ohne Anleitung an ein Zwiegespräch mit Gott herantraut, der könne übrigens in der Bibel nachschlagen. Das Buch der Psalmen sei eine der größten Gebetssammlungen und passend für alle Lebenslagen. Auch für den Dank an Gott, denn den darf man ruhig auch mal aussprechen, wie Theresia Zettler mit einem Augenzwinkern feststellt.

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