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Bobingen
27.08.2019

Alle reden vom Waldsterben – Bobingen nicht

Der Bobinger Stadtwald stirbt nicht, er wandelt sich, sagt der Stadtförster. Zwischen die Nadelbäume mischen sich immer mehr Laubbäume.
4 Bilder
Der Bobinger Stadtwald stirbt nicht, er wandelt sich, sagt der Stadtförster. Zwischen die Nadelbäume mischen sich immer mehr Laubbäume.
Foto: Elmar Knöchel

Stadtförster Maximilian Greiter sieht die heimischen Forste im Wandel begriffen, aber nicht akut bedroht. Wie er der Natur unter die Arme greift.

Die deutschen Wälder sind bedroht. Nachdem das Waldsterben bereits in den 1980-er Jahren in aller Munde war und der Wald dann doch überlebt hatte, ist es nun endgültig soweit. Das könnte man jedenfalls glauben, wenn man die täglichen Meldungen zum Thema verfolgt. Dürre, Hitze, Borkenkäfer und Klimawandel bedrohen die Wälder. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner möchte den Wald mit Haushaltsmilliarden und dem Pflanzen von Douglasien retten, Ministerpräsident Markus Söder präferiert den Umbau zu sogenannten Ökowäldern und der Grüne Ludwig Hartmann möchte zum Schutz seiner Klimawälder in Zukunft das Rehwild mit Nachtsichtgeräten jagen lassen, um höhere Abschusszahlen zu erreichen. Doch wie sieht es vor Ort wirklich aus? Was ist mit Bobingens Schatzkästchen, dem Stadtwald?

Stadtförster Maximilian Greiter gibt Entwarnung: „Der Wald stirbt nicht, er wandelt sich.“ Auch in Bobingen seien die Auswirkungen von Hitzesommer und Trockenstress durchaus spürbar. Daraus resultieren dann die Probleme mit dem Borkenkäfer. Wer in Bobingen am Hoechstparkplatz vorbeifährt, könne das deutlich sehen, sagt Greiter. Denn dort lagert das Käferholz, das momentan aus dem Wald gebracht wird und auf seinen Abtransport wartet. Und es sei eine ganze Menge, bedauert der Förster.

Monokulturen mit Fichten rächen sich jetzt

Doch betroffen seien in erster Linie Fichten. „Natürlich war es ein großer Fehler, dass in den vergangenen Jahrzehnten so kompromisslos auf Fichtenmonokulturen gesetzt worden ist“, erklärt der Forstfachmann. Diese Sünde räche sich nun. Die Fichten, deren ursprüngliche Heimat der kühle Norden Europas und die höher gelegenen Bergregionen der Alpen seien, könnten die in Zukunft zu erwartenden Temperatursteigerungen kaum überstehen.

Aber das sei nicht so tragisch. Denn eigentlich gehörten sie auch gar nicht in dieser Menge in unseren Wald. Dieser sei von Natur aus immer ein Mischwald mit hohem Laubbaumbestand gewesen. „Ohne Zutun des Menschen wäre Bayern mit Buchenmischwäldern überwachsen“, sagt Greiter. Dazwischen stünden Eichen, Birken, Lärchen, Kiefern und hie und da auch ein paar Fichten. Und genau so wolle er den Wald auch umgestalten.

In Bobingen werden Lichtungen schon mit Laubbäumen aufgefüllt

Diesen Umbau könne man auch bereits in verschiedenen Abschnitten des Bobinger Stadtwaldes beobachten. Wo Fichten geschlagen würden, werden die lichten Flächen bereits mit Buchen und anderen Laubbäumen aufgeforstet. Allerdings brauche niemand fürchten, dass der mittlerweile vertraute Anblick von Nadelwald komplett verschwinden wird. Denn es komme auch immer auf die örtlichen Besonderheiten an, sagt Bobingens Förster. Und da gebe es in Bobingen eine Hilfe für die Fichten. So biete das hier vorherrschende tertiäre Hügelland bessere Bedingungen für die Fichten als andere Standorte wie zum Beispiel der Harz. Die Bäume könnten hier eine gute Durchwurzelung erreichen und ein ausreichendes Feinwurzelwerk ausbilden. Aber trotzdem stoße die Fichte auch hier an ihre Grenzen. Allerdings sei die Baumart sehr erfolgreich bei der natürlichen Verjüngung. So würden an vielen Stellen im Wald auch ohne Zutun des Försters junge Fichten heranwachsen. Besonders stolz ist Greiter allerdings auf die Buchenbestände im Stadtwald. Viele davon seien ebenfalls bereits auf natürliche Verjüngung zurückzuführen.

Der Umbau des Waldes habe bereits begonnen und würde auch ohne menschliche Eingriffe ablaufen – nur langsamer. Darum wolle man in Bobingen der Natur unter die Arme greifen und die Umgestaltung beschleunigen. Denn der Bobinger Wald sei nicht in erster Linie auf Holzertrag ausgerichtet, sondern habe auch eine große Bedeutung als Erholungswald. Man wolle den Freizeitwert erhalten und diesem den klaren Vorzug vor eventuellen profitorientierten Maßnahmen geben. Entgegen anderslautender Meinungen, wie sie zum Beispiel Deutschlands Vorzeigeförster Peter Wohlleben vertrete, ist Maximilian Greiter nicht abgeneigt, auch mit exotischen Baumarten zu experimentieren. So gebe es im Bobinger Wald bereits einen spürbaren Prozentsatz an Douglasien.

Douglasien sieht Greiter nicht als exotische Pflanzen

Wobei der Begriff exotisch hier absolut unangebracht sei. Denn die Douglasie stamme ursprünglich zwar aus Nordamerika. Aber vor der letzten Eiszeit sei die Gattung durchaus auch in den damaligen Wäldern Europas heimisch gewesen. Also kein absoluter Fremdling. Ein weiteres Experiment seien die Esskastanien, die es bereits im Revier gebe. Einige würden auch schon Früchte tragen. Sogar Walnussbäume seien bereits zu finden.

Die problematischen Bedingungen für Fichten böten auch viele Möglichkeiten, den Wald zukunftstauglich zu machen, freut sich Greiter. Natürlich könnte man den Forst auch einfach sich selbst überlassen. Wahrscheinlich würde er sich ohne menschliche Hilfe letztlich wieder zu einem Urwald entwickeln. „Aber das dauert viele Jahrhunderte“, erklärt Greiter: „So lange wollen wir nicht warten.“ Daher lautet sein Fazit: „Wir sind auf einem guten Weg in Bobingens Stadtwald. Wenn die Buche wieder den ihr zustehenden Platz bekommt, brauchen wir uns um die Zukunft unseres Waldes hier keine Sorgen zu machen.“

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