Bobingen

26.08.2018

Bobingen liest

Marco Di Santo zeigt eines der beliebtesten Bücher dieses Sommers: „Es hat von Allem etwas“, sagt er.
Bild: Ingeborg Anderson

Für die meisten gehören Bücher zum Urlaub. Für welche Werke sie sich entscheiden und was in diesem Sommer wirklich gefragt ist. Marco Di Santo weiß es.

Ob im Freibad, am Balkon oder an einem Sommerabend im Singoldpark: Bobingen liest. Und auch in den Urlaub dürften die Menschen so manche Lektüre mitgenommen haben. Die Stadtbücherei hatte ihrer Kundschaft bereits so manchen Lesestoff zur Ausleihe empfohlen, ehe sie selbst in die Sommerferien ging. Und Buchhändler Marco Di Santo spürt noch immer rege Nachfrage. Er weiß, welche Krimis und Romane in diesem Sommer besonders beliebt sind.

Ein ganzer Stapel Allgäu-Krimis

Auf einem Tisch in seiner Buchhandlung stapeln sich Bände mit dem neuesten Allgäu-Krimi von Michael Kobr und Volker Klüpfel: „Kluftinger“. Di Santo weiß: „Die sind Kult, die gehen immer sehr gut. Aber auch die Krimis von Rita Falk oder die Reihe um Kommissar Jennerwein von Jörg Maurer. Krimis haben eigentlich immer Saison.“

Viele lesen Bücher am Tabletcomputer, und der Verkauf von E-Books scheint für die Buchbranche inzwischen ebenso wie Hörbücher ein wichtiger Erwerbszweig geworden zu sein. Doch die gedruckten Ausgaben verschwinden deshalb nicht: „Mein Eindruck ist, dass das gedruckte Buch immer noch zum Kofferinhalt gehört“, sagt der Buchhändler.

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Aber ob digital oder gedruckt – für den Sommer, für den Urlaub sei die Tendenz deutlich: Der Trend geht zur leichten, unterhaltsamen Lektüre. Sehr gefragt seien dabei auch romantische Liebesgeschichten mit viel Herz (auch in den Titeln und auf den Covern). Wie etwa Laura Daves „Hello Sunshine“, Elin Hilderbrands „Inselschwestern“ oder Jana Lukas’ „Herz und Tal“.

Eines der beliebtesten Bücher dieses Sommers ist laut Di Santo Jessie Burtons „Das Geheimnis der Muse“. Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: „Das Buch hat von allem etwas – Krimi, Historisches und Liebe. Es spielt in zwei Zeitzonen und an zwei Orten, einmal in Andalusien um 1936 und im London der späten 1960er-Jahre. Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen, einer Malerin und einer Schriftstellerin, deren Leben durch ein Gemälde schicksalhaft verbunden ist“, erzählt er.

Bretonische Geheimnissse

Sehr spannend und lesenswert sei auch die Krimireihe „Bretonische Geheimnisse“ von Lean-Luc Bannalec, in der Kommissar Dupin und sein Team geheimnisvolle Fälle lösen. „Das Reizvolle daran ist die atmosphärisch dichte Schilderung der bretonischen Landschaften“, erklärt der Buchhändler. Wie etwa beim siebten Fall, der Dupin in den verwunschen wirkenden Wald von Brocéliande mit seinen Seen und Schlössern führt. Ein Ort, an dem der Artus-Sagenkreis angesiedelt ist und an dem man fast erwartet, unversehens der Fee Viviane oder dem Zauberer Merlin zu begegnen. Was eigentlich als Betriebsausflug für Kommissar Dupin und sein Team begann, wird zum Ernstfall, als ein Artus-Forscher ermordet aufgefunden wird.

Und was liest der Buchhändler gerade? „Mein persönlicher Krimi-favorit in diesem Sommer ist aber ,Vergessene Seelen‘ von Frank Goldammer, weil er mal in einer anderen Zeit spielt und Geschichte einfließt“, verrät Marco Di Santo. Worum geht es in diesem Werk? Das Buch spielt im Jahr 1948, in einer Baugrube in Dresden wird ein Junge tot aufgefunden. Rund um den Vorfall gibt es viele Fragen, allen voran: Warum musste der 14-Jährige sterben und warum gibt sich seine Familie so gleichgültig? Ein Fall für Kommissar Max Heller, der Ermittlungen anstellt.

Etwas für ferne Ziele

Sommerzeit – Reisezeit. Wie steht es da mit dem Interesse an Reiseführern? „Reiseführer haben immer Saison“, weiß Di Santo. Schließlich muss so ein Flug oder eine Fahrt zu fremden Zielen ja auch geplant werden. Zurzeit würden aber weniger Bücher für kurz entschlossene, nahe Reiseziele gefragt, wie zu erwarten wäre.

Es sind eher die Fernziele, die im Trend liegen. „Selbst jetzt, wo die Ferien schon bald vorbei sind, informieren sich die Leser über ferne Länder. Möglicherweise treten sie ihre Reise erst nach den Ferien im Herbst an.“

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