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Privatinitiative

30.11.2019

Bobingen macht jetzt Carsharing

Sie unterstützen das Carsharing in Bobingen: (von links) Unternehmer Bernd Volland, Vereinsvorsitzender Jürgen Müller, Hauptamtsleiter Thomas Ludwig, Katja Treischl (Grüne), Bürgermeister Bernd Müller, Monika Müller-Weigand (Grüne) und Initiator Fred Theiner.
Bild: Anja Fischer

Autoteiler tun sich zusammen. Erste Autos stehen in der Siedlung und am Rathaus bereit. Und das soll erst der Anfang sein. Königsbrunner Verein, die Stadt und ein Sponsor helfen mit

Das Land sucht nach neuen Formen der Mobilität. Auch in Bobingen gab es dazu bekanntlich in den vergangenen Monaten aus Bürgerkreisen Überlegungen und eine Initiative. Fazit: Das erste Carsharing-Angebot steht.

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Initiator ist Fred Theiner, der zusammen mit den Bobinger Grünen überlegt hat, wie sich ein solches Angebot verwirklichen lässt. Ihm war es eine Herzensangelegenheit, die Möglichkeit eines umweltbewussten Autofahrangebots zu schaffen. Deshalb hat Theiner auch das erste Fahrzeug für das Bobinger Carsharing zur Verfügung gestellt. Es ist ein roter Renault Kangoo, der mit einer Rollstuhlrampe und einem Rollstuhlplatz ausgestattet ist.

Das Fahrzeug wird künftig in der Siedlung stehen und soll auch für den gerade im Aufbau befindlichen Seniorenfahrdienst genutzt werden.

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Ein zweites Fahrzeug – einen weißen Seat Ibiza – hat der in Bobingen wohnende Unternehmer Bernd Volland von der Firma C-Tec gestiftet. Der Seat wird künftig am Bobinger Rathaus stehen. Dort ist ein Carsharing-Parkplatz ausgewiesen, der alleine hierfür genutzt werden darf.

Bürgermeister Bernd Müller freut sich über das Angebot. „Car- sharing war ja auch im letzten Jahr ein Diskussionsthema im Stadtrat“, berichtet er. „Die Initiative von Fred Theiner ist ein tolles Vorbild, ein Beispiel, das hoffentlich Schule macht.“ Es sei genau das Engagement von Bürgern für Bürger, welches die Stadt schätze. Die Stadtverwaltung selbst stelle Überlegungen an, ob es nicht möglich wäre, städtische Fahrzeuge am Wochenende der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, verriet Müller.

Für Fred Theiner und Bernd Volland ist ein solches Engagement selbstverständlich. Sie haben bei diesem Projekt keinerlei Profitgedanken, sondern stellen den ressourcenschonenden Umgang in den Vordergrund. „Ich will von A nach B kommen, aber kein Auto, das die meiste Zeit nur herumsteht“, fasst es Theiner zusammen. Er plant bereits die nächste Idee: ein kleines E-Auto für seinen Heimatort Burgwalden, zusammen mit einer Solaranlage, um das Gefährt zu laden.

Und so funktioniert das Bobinger Carsharing: Teilnehmer müssen sich mit einem gültigen Führerschein beim Verein Autoteiler in Königsbrunn, über den das Carsharing läuft, registrieren lassen. Dann bekommen sie vom Vereinsvorsitzendem Jürgen Müller eine Einweisung und eine Zugangskarte für die Autos.

Die so registrierten Teilnehmer können dann per Telefon, App oder Internet ein Fahrzeug für die gewünschte Zeit buchen. Für die Registrierung fallen einmalig 40 Euro Aufnahmegebühr an. Ein Monatsbeitrag für den Verein kommt mit vier Euro dazu. Für eventuelle Schäden muss eine Kaution von 250 Euro hinterlegt werden.

Auch ein dreimonatiges Schnupper-Abo ist möglich. Dazu muss nur die Kaution hinterlegt werden. So kann jeder Interessierte ausprobieren, ob er mit dem Carsharing im Alltag zurechtkommt. Dabei stehen ihm nicht nur die Autos in Bobingen und Umgebung zur Verfügung, sondern über 4000 Automobile an Standorten in ganz Deutschland.

Wer mit dem Auto fährt, zahlt pro Stunde noch einmal 1,80 Euro und 0,23 Cent pro Kilometer. Da ist das Benzin aber schon dabei. „In jedem Auto liegt eine Tankkarte. Wenn der Tank leer ist, kann man damit an den teilnehmenden Tankstellen tanken.“ Berechnungen zeigen, dass Carsharing sich eigentlich schon rentiert, wenn die Teilnehmer im Jahr unter 10 000 Kilometer Weg zurücklegen.

Ein Modell, das auch Katja Treischl von den Grünen nutzen will. „Ich fahre im Jahr weit unter 10000 Kilometern und nutze das Auto eigentlich nur ein- bis zweimal pro Woche. Der öffentliche Nahverkehr ist mittlerweile so gut geworden, dass ich mit dem Bus zur Arbeit fahren kann.“

Jürgen Müller, Telefon 0178/2125177 oder E-Mail an bewegedich@gmx.de

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