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Gleisarbeiten

08.03.2009

Bombenalarm bremst Bahnbau bei Bobingen

28 Mann und ihre 200 Meter lange Maschine hatten am Samstag erst einmal Pause bei der Erneuerung des Schienenstrangs zwischen Bobingen und Inningen: Bombenalarm. Nein, kein vom Lärm genervter Anwohner spielte ihnen einen Streich, sondern eine Sondierung des Bahndamms. Von Pitt Schurian

Bobingen. 28 Mann und ihre 200 Meter lange Maschine hatten am Samstag erst einmal Pause bei der Erneuerung des Schienenstrangs zwischen Bobingen und Inningen: Bombenalarm. Nein, kein vom Lärm genervter Anwohner spielte ihnen einen Streich, sondern eine Sondierung des Bahndamms. Schon beim Bau der Unterführung an der Nordostspange waren kleine Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Daher untersucht ein Spezialtrupp den Damm. Und das verzögerte sich. Vorsicht sei angebracht, sagt ein Arbeiter, keiner weiß was passiert, wenn hartes Werkzeug im Schienenbett auf alte Granaten stoßen sollte.

In der Nacht auf Sonntag ist die Strecke wieder freigegeben. Um sieben Uhr morgens schallen bereits die Lautsprecher der sogenannten Rottenwarnanlage über Bobingens Osten. Alle 30 Meter tönt ein Lautsprecher, wenn sich ein Zug auf dem Nachbargleis nähert. Blinklichter und zwei Posaunenstöße warnen die Arbeiter (wir berichteten), halten aber seit einer Woche nachts auch Anwohner wach.

110 Dezibel Lärm schallt aus den Krachmaschinen. Das ist so laut wie ein Martinshorn in zehn Meter Entfernung. Oder eben wie eine gewerblich zugelassene Warnsirene. Sie muss noch lauter sein, als aller übriger Lärm.

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Tonnenweise Staub und Dreck

Seit Sonntagfrüh kommen sogar noch mehr Blinklichter und zusätzliche Heultöne dazu. Die hat der Reinigungsumbauzug RU-800 selbst mitgebracht. Die Spezialmaschine aus Österreich hat alles an Bord, was sie für ihre Fließbandarbeit braucht: 28 Arbeitsplätze, neue Schienen, neue Schwellen, Lager für altes Material und Container für tonnenweise Schmutz und Feinstaub. Sie ersetzt nicht nur, sondern reinigt auch den Schotter auf Sieben, bricht Steine, baut sie gesäubert wieder ein, sägt die alten Schienen für den Abtransport zurecht.

Die Recyclingquote liege so bei gut 60 Prozent, schätzt einer der Techniker an der Maschine stolz. Und diese beseitige auch Mengen an Schmutz. "Viel Feinstaub" sieht er auf dem Weg zur Deponie. Und noch einen Vorteil brächte das neue Schienenbett: "Die Züge rollen auf Betonschwellen und thermoverschweißten Schienen viel leiser."

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