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Sommermythen

29.08.2019

Brauchen Blondinen mehr Sonnenschutz?

Je heller die Haut, desto empfindlicher reagiert sie auf Sonnenlicht. Fakt ist: Jeder Hauttyp, egal ob rot-, blond- oder dunkelhaarig, braucht im Sommer einen angemessenen Sonnenschutz.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Wir gehen in unserer Serie Sommermythen der Frage nach, ob Gerüchte zutreffen oder nicht. Wir haben einen Apotheker zum Thema Sonnenschutz gefragt.

Im Grunde stimmt es, dass Blonde mehr Sonnenschutz brauchen. Aber der Apotheker Bernd Lyhs-Urban hält diese Aussage für zu allgemein. Denn nicht die Haarfarbe sei entscheidend, sondern der Hauttyp

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„Blonde Menschen haben genetisch bedingt meist einen eher hellen Hauttyp“, sagt Bernd Lyhs-Urban von der Stauden-Apotheke in Langenneufnach. Für ihn gehören sie jedoch nicht zu den empfindlichsten Hauttypen.

Dabei greift er auf eigene Erfahrungen zurück. Zudem verweist er auf Hautärzte, die die Menschen in verschiedene Risikokategorien einteilen. Da sei zunächst der empfindlichste Hauttyp mit rötlichen Haaren, sehr heller Haut und vielen Sommersprossen, verdeutlicht Lyhs-Urban. Dieser Typ besitze bei direkter Sonneneinstrahlung einen täglichen Eigenschutz von lediglich fünf bis zehn Minuten. „Danach droht eine UV-bedingte Schädigung der Haut.“ Im besten Fall komme es zu einer frühzeitigen Faltenbildung, im schlechtesten zu einem Sonnenbrand.

Brauchen Blondinen mehr Sonnenschutz?

Bei Blonden sollte der Sonnenschutz höher sein

Blonde Menschen vom eher nordischen Typ zählt der Apotheker zum zweiten Hauttyp. Auch hier sei der Sonnenschutzbedarf eher hoch, da die Haut nur eine Eigenschutzzeit von zehn bis 20 Minuten aufweise. Lyhs-Urban empfiehlt in diesem Zusammenhang zu Beginn der Sonnenzeit einen hohen Lichtschutzfaktor von 30 bis 50. Bei leicht gebräunter Haut könne ein mittlerer Faktor von 15 bis 20 ausreichend sein. Zudem warnt der Fachmann: „Meist geht auch die Helle der Haut mit einer gesteigerten Lichtempfindlichkeit einher.“ Es rät deshalb, nicht nur die Haut zu schützen, sondern auch die Augen mit einer hochwertigen Sonnenbrille.

Dunkle Hauttypen bräunen dagegen schneller. „Sie können sich 20 bis 40 Minuten ungeschützt der Sonneneinstrahlung aussetzen“, meint Lyhs-Urban. Er verweist allerdings darauf, dass eine natürliche Schutzzeit von bis zu 40 Minuten beim Baden oder anderen Aktivitäten im Freien bei weitem nicht ausreiche. Sinnvoll sei deshalb ein früherer Sonnenschutz.

Neben der Typbestimmung gibt es noch eine Reihe von anderen Risikofaktoren, so der Apotheker. Als Beispiel dafür nennt er Leberflecken und unterpigmentierte Haut, die die eigene Schutzzeit deutlich reduziere. „Sonnencremes schützen gemäß dem ausgewiesenen Sonnenschutzfaktor multipliziert mit der Eigenschutzzeit der Haut“, informiert er. Konkret heißt das: Lichtschutzfaktor 30 mal Eigenschutzzeit zehn Minuten ergibt einen Schutz von 300 Minuten.

Seine Mythos-Bewertung: Es stimmt, dass blonde Menschen mehr Sonnenschutz als Dunkelhaarige brauchen. Die Abstände zwischen den einzelnen Hauttypen fallen aber eher gering aus, sodass jeder Hauttyp im Sommer oder Urlaub einen adäquaten Sonnenschutz benötigt. Seine Warnung: Die Ultraviolettstrahlung schädigt vor allem die Hautoberfläche und kann dort das Erbgut verändern. Dies kann schlimmstenfalls zu Hautkrebs führen.

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Sommermythen-Serie:

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