Mickhausen Die alte Tradition des Funkenfeuers wurde heuer auch in Mickhausen wieder gepflegt. Traditionell am ersten Sonntag nach der Fastnacht kündete der brennende „Funken“ vom Ende des Winters und vom beginnenden Frühjahr. Doch heuer wollte der Winter nicht ganz widerstandslos das Feld räumen. Als das Funkenfeuer von Fackelträgern entzündet wurde, hüllte ein Schneegestöber die Zuschauer in dicke Flocken. Dazu blies ein frischer, böiger Westwind. Der sorgte allerdings dafür, dass sich die Flammen in dem hoch aufgeschichteten Reisigstoß im Nu ausbreiteten und durch das knisternde Grün fraßen.
Doch alles hartnäckige Aufbäumen half dem Winter letztlich nichts. Das Funkenfeuer machte seinem Namen alle Ehre: Die glühendroten Funken stoben in alle Richtungen in den schwarzen, wolkenverhangenen Nachthimmel und boten im bizarren Tanz mit den Schneeflocken ein atemberaubendes Naturschauspiel.
Das Spektakel des Winteraustreibens lockte trotz des nasskalten Schmuddelwetters wieder zahlreiche Zuschauer aller Altersschichten auf die Herrgottsruh. Die Anhöhe östlich der Mickhauser Pfarrkirche war der ideale Platz für das Funkenfeuer, das von dieser hohen Warte aus weit ins Schmuttertal hinunter zu sehen war. Mitgewirkt bei der erst im vergangenen Jahr wieder neu belebten Brauchtumsveranstaltung haben die Eggertaler Alphornbläser und die Feuerwehr aus Münster.
Reinerlös für die Sanierung der Herrgottsruhkapelle
Der Höhepunkt des Spektakels war erreicht, als die an einer langen Holzstange befestigte „Hexe“, das Symbol für den zu vertreibenden Winter, in Flammen aufging und ins Funkenfeuer fiel.
Für die Bewirtung sorgte der Förderverein Herrgottsruhkapelle mit seinem Vorsitzenden Hans Sattelmair an der Spitze als Veranstalter mit heißen Getränken und heißen Würstchen. Der gesamte Reinerlös fließt in die Sanierung der Herrgottsruhkapelle. (wkl)