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Königsbrunn

25.03.2016

Buchlober und Seemänner lassen sich in Königsbrunn nicht erschüttern

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Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, aber einen Buchlober zum Ende zwingen. LIBella (Daniela Reith) und LIBERator (Christian Beier) stimmten lautstarke Seemannslieder an und vertrieben so Manfred Radziewicz vom Lesetisch.
Bild: Marion Kehlenbach

In der Stadtbücherei hat der Bücherfrühling hat begonnen und rund 100 Besucher nutzen die Chance. Nach acht Minuten wartet auf die Rezensenten so manch unliebsame und humorvolle Überraschung.

Mit einer ungewöhnlichen Begrüßung wurde der diesjährige Bücherfrühling eröffnet. „Moin Moin“ hieß es da, was übertragen so viel wie „Guten Morgen“ bedeutet, an der Waterkant aber zu jeder Tag- und Nachtzeit als Gruß verwendet wird. Manfred Radziewicz nutzte die diesjährige Chance, ein Buch zu loben, um das Fischer- und Heimatdrama „Seefahrt ist Not“ von Gorch Fock vorzustellen.

Im Finkenwerder Fischerhemd und mit Prinz Heinrich Mütze ausgestattet las Radziewicz aus dem Buch vor und erläuterte Hintergründe zu diesem historischen Roman. Nordsee ist Mordsee, wussten die Finkenwerder Fischer, denen das Meer Fluch und Segen zugleich waren. „Ich empfehle diesen packend geschriebenen Roman“, konnte Radziewicz den Zuschauern gerade noch zurufen, bevor LIBella (Daniela Reith) und LIBERator (Christian Beier) mit Akkordeon-Musik und lautstarken Seemannslieder ihn vom Lesetisch vertrieben. Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, sangen die beiden und das Publikum klatsche bereitwillig mit, nachdem es den Buchlober mit Applaus verabschiedete.

Werbung für die Poetry-Bewegung

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Acht Minuten Zeit hat jeder Buchlober, wenn er sein Lieblingsbuch vorstellt. Diese Zeit nutzten die Buchlober unterschiedlich: Andrea Graßmann bat Zuschauer auf die Bühne, um zu demonstrieren, wie facettenreich das Leben der Protagonistin ihres vorgestellten Romans „Quasikristalle“ ist. Die Tochter von Angelika Kirschke zeigte zur atmosphärischen Einstimmung auf das Buch „Sophia“ von Rafik Schami zu orientalischen Klängen den passenden Tanz und Robin Fischer las einige Passagen aus dem von ihm gelobten Buch: „Das Slamperium schlägt zurück“. Er möchte Werbung für die Poetry-Bewegung machen, erzählte Fischer eingangs, was ihm bei den rund 100 Besuchern dieses Abends wohl gelungen ist.

Mit heiterem Gelächter verfolgten sie die physikalischen Ausführungen des Poetry Slammers Jan Philipp Zymny, die Fischer vorlas. Aber auch dieser literarische Ausflug musste ein Ende haben. Darth Vader schob dem gebieterisch einen Riegel vor. Damit die Buchlober ihre Zeit einhalten, traten die Kunstfiguren LIBella und LIBERator nach dem Ablauf der Zeit auf die Bühne und vertrieben den Buchlober mit kleinen Aktionen, die auf die jeweilige Geschichte passten.

Eine unkonventionelle Art der Buchvorstellung

Den Zuschauern gefiel die unkonventionelle Art der Buchvorstellung, viele waren Stammkunden der Veranstaltung „Die Chance, ein Buch zu loben“. Aber es gibt jedes Jahr auch eine handvoll neuer Gäste. Hubertus Jonas gehörte dazu: „Das ist eine sehr abwechslungsreiche Veranstaltung, woanders verheddern sich die Rezensenten in Details, das kann hier nicht passieren“. Sein Favorit nach diesem Abend war das Poetry-Buch: „Die Physik hat mich umgehauen und es wurde toll rüber gebracht“, lobte Jonas am Ende den Buchlober Robin Fischer.

Bei Edith Dirr wurde die Lust geweckt „Quasikristalle“ zu lesen: „Das Thema interessiert mich, wie das Leben aus verschiedenen Perspektiven dargestellt wird“. Und für Karin Oppitz steht nun Sophia auf der Leseliste, denn das fremde Land und die Lebenswege der vorgestellten Protagonisten habe sie begeistert. Büchereilleiterin Kathrin Jörg organisierte den Abend, war aber selber das erste Mal beim Bücherfrühling-Auftakt dabei. „Ich bin überrascht und überwältigt, wie alles harmonierte“, erzählte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gemeinsam mit Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher eröffnete sie die Veranstaltung zu der auch zweite Bürgermeisterin Barbara Jaser und Kulturreferent Christian Toth kamen. Musikalisch wurde der Abend aufgelockert mit der Musikgruppe Triaphon mit Sängerin Ute Legner und Joachim Holzhauser am Vibraphon und Andreas Bauer am Bass.

Termine: Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Königsbrunner Bücherfrühlings ist am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr im Gymnasium: Autorenlesung mit Gerd Heidenreich. Karten zu drei Euro (Schüler ein Euro) gibt es im Sekretariat des Gymnasiums.

Weitere Bilder unter schwabmuenchner-allgemeine.de/bilder

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