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03.01.2008

Bürger sind aufgerufen: Sag ja zur S-Bahn

"Sag Ja zur S-Bahn!" Mit Hilfe einer Petition soll jetzt mehr Druck auf die bayerische Staatsregierung gemacht werden, damit der Regio-Schienen-Takt im Verkehrsverbund AVV schneller eingeführt. 15 Bürgermeister aus dem Landkreis haben sich zur großen Protestaktion zusammen getan, und sie wollen nicht nur Unterschriften sammeln.

Von Markus Schwer, Region Augsburg

"Sag Ja zur S-Bahn!" Mit Hilfe einer Petition soll jetzt mehr Druck auf die bayerische Staatsregierung gemacht werden, damit der Regio-Schienen-Takt im Verkehrsverbund AVV schneller eingeführt. 15 Bürgermeister aus dem Landkreis haben sich zur großen Protestaktion zusammen getan.

Bis Februar wollen sie mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt haben. In Gessertshausen wollen sie ihre Forderung mit einer "Massen-Gemeinderatssitzung" am 24. Januar unterstreichen.

Seit über einem Jahrzehnt werde über einen verbesserten Taktverkehr in den westlichen Landkreis nur geredet, aber nicht gehandelt, beklagten die Rathauschefs gestern in Gessertshausen vor den Medien: Zwei "Diedorfer Erklärungen" hätten zwar dazu beigetragen, dass heute immerhin konkrete Konzepte auf dem Tisch liegen. Es gebe Beschlüsse des Kabinetts zum Ausbau der Bahnstrecke Augsburg-Ulm. Aber: "Alle haben die Pläne für gut befunden. Wir haben viel Lob bekommen. Nur: Passiert ist nichts", sagt Otto Völk aus Diedorf. "Unerträglich" sei das "Ping-Pong-Spiel" ums Geld zwischen München und Berlin - "und wir schauen nur zu."

Bürger sind aufgerufen: Sag ja zur S-Bahn

Und seine Kollegen äußerten sich nicht weniger frustriert: "Wir sind ins Hintertreffen geraten. Die stagnierenden Einwohnerzahlen sind ein Indiz dafür", beklagt Dr. Manfred Nozar ( Neusäß), dass immer mehr junge gut ausgebildete Menschen der Region den Rücken kehren, weil für sie das Pendeln zum Arbeitsplatz zu unattraktiv sei. "Wenn Augsburg wirklich der drittgrößte Ballungsraum sein soll, dann muss endlich ein S-Bahn-Verkehr her." Es sei eine "Schande, wie wir einfach ausgeblendet werden", so Nozar.

Josef Fischer ( Fischach) kommt es wie Hohn vor, wenn er in Beschlüssen und Broschüren der Staatsregierung lesen muss, wie wichtig in Bayern die Förderung des flachen Landes sei: In den Stauden sei in Eigeninitiative die Staudenbahn wieder flott gemacht worden. "Und die einzige, die nichts beigetragen hat, ist die Staatsregierung."

"Es ist untragbar, was da mit uns gemacht wird", sagt auch Gessertshausens Bürgermeister Anton Mayer. Und weil man sich diese Benachteiligung nicht länger gefallen lassen will, haben sich zum ersten Mal 15 Bürgermeister zusammengetan, in deren Kommunen über 80 000 Menschen leben. Mit dabei sind: Aystetten, Diedorf, Dinkelscherben, Fischach, Gessertshausen, Horgau, Kutzenhausen, Langenneufnach, Mickhausen, Mittelneufnach, Neusäß, Stadtbergen, Ustersbach, Walkertshofen und Zusmarshausen. Sie fordern - Motto: "Im Westen was Neues" - die nächsten Schritte des Regio-Schienen-Takts - nach dem Auftakt Richtung Buchloe im Dezember - nicht erst ab 2010, sondern bereits zum nächsten Fahrplan 2008/2009 (siehe Infokasten).

Und das sei möglich: Die Konzepte seien da, auch die Kapazitäten für mehr Züge bis Dinkelscherben. "Die Staatsregierung braucht nichts mehr prüfen, sie muss nur handeln. Ausreden zählen nicht mehr", so Fischer. Auch am Geld könne es kaum scheitern: Wenn Milliarden für den Transrapid da seien, seien die wenigen Millionen für die S-Bahn geradezu ein Klacks, unterstrich Völk.

Sag ja zur S-Bahn Die Unterschriftenlisten für die Petition für einen besseren Nahverkehr liegen ab sofort in den Rathäusern der 15 Kommunen sowie in vielen Geschäften aus. Kontakt: Rathaus Gessertshausen, Telefon (0 82 38) 30 06-0

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