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17.07.2010

Bürgerinitiative will Hühnermast verhindern

Das soll er hin: Horst Marz (links), Ingeborg Urban und Patric Stamm zeigen, wo der Bau des Maststalls in Langerringen geplant ist. Foto: Nadine Pflaum
Bild: Nadine Pflaum

Langerringen Die Anlieger wollen keine 39 500 Hähnchen als Nachbarn: In Langerringen gibt es massiven Widerstand gegen einen geplanten Hähnchenmaststall. Unter der Führung von Horst Marz hat sich eine Bürgerinitiative gegründet und 200 Unterschriften gegen das Bauprojekt gesammelt. Diese sollen nächste Woche im Landratsamt übergeben werden.

Der Langerringer Landwirt Matthias Mayr möchte am westlichen Ortsrand einen Maststall für 39 500 Hähnchen errichten, 25 Meter breit und 90 Meter lang (wir berichteten). Im September soll der Bau der Halle beginnen, im nächsten Frühjahr der Mastbetrieb starten. Die nötigen Gutachten hat Mayr bereits, es fehlt aber noch die Zustimmung des Landratsamts. Und die kommt relativ sicher, da aus baurechtlicher Sicht alles in Ordnung ist.

Die Anlieger des Gewerbegebiets können sich mit dem Gedanken an 39 500 Hähnchen nicht anfreunden. "Wir haben Angst um unsere Gesundheit", sagt Ingeborg Urban. Die Langerringer fürchten, dass Lärm, Feinstaub mit Antibiotika, Geruchsbelästigung und jede Menge Schwerlastverkehr auf sie zukommen. Zudem glauben sie, dass ihre Grundstücke an Wert verlieren werden. "Knapp 300 Meter Luftlinie, das ist zu wenig Abstand", sagt Claudia Mayer, die von ihrem Balkon auf die Wiese blickt, auf der der Stall einmal stehen soll.

Landratsamt hat das Projekt bereits geprüft

Bürgerinitiative will Hühnermast verhindern

Der Bauantrag Mayrs war bereits Thema im Gemeinderat. Das letzte Mal Anfang Juli. In dieser Sitzung sprachen sich vier Räte, unter ihnen Bürgermeister Konrad Dobler, gegen das Projekt aus, elf dafür. Allerdings handelte es sich dabei nicht um eine Abstimmung, sondern nur um eine Stellungnahme wie sie auch andere Behörden abgeben. Die Genehmigung erteilt das Landratsamt.

Mayrs Hähnchenmaststall ist ein privilegiertes Bauvorhaben, dass nicht einfach gestoppt werden kann. Das Landratsamt hat das Projekt bereits geprüft: Abstände zur Bebauung seien eingehalten, eine Genehmigung möglich. Stellungnahmen anderer Behörden fehlen allerdings noch. "In rechtlicher Hinsicht sind uns die Hände gebunden", sagt Bürgermeister Konrad Dobler. Erich Paul, selbst Landwirt, betont, dass die Bürgerinitiative nicht prinzipiell gegen den Bau des Maststalls sei, sondern gegen den Bau der Halle nahe des Gewerbegebiets am westlichen Ortsrand. "Auf der anderen Seite des Dorfes wäre ein guter Platz", meint Paul. Zudem befänden sich dort bereits Biogasanlagen.

Höhere Erschließungskosten bei anderen Grundstücken

Matthias Mayr sind diese Grundstücke nicht unbekannt. Er habe monatelang überlegt, welches der geeignetste Standort sei. Sei dann aber zum Entschluss gekommen, dass der Bauplatz an der Straße Richtung Hiltenfingen ideal für den Maststall sei, erklärt der Landwirt. Dort seien die Erschließungskosten geringer und bereits betonierte Straßen vorhanden. Er bedauert es allerdings, dass noch niemand mit ihm persönlich gesprochen hat. Das bestreiten die Mitglieder der Bürgerinitiative. Man habe bei den Mayrs vorbeigeschaut, niemand habe aufgemacht.

Werner Mayr, Vater des Bauherrn, betont, dass Lärm und Geruch minimal seien. Ihm liegt nichts an Auseinandersetzungen: "Ich habe nichts davon, wenn ich mit dem ganzen Dorf Streit habe, wenn die Anlage einmal steht."

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