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Stauden

18.11.2019

Bürgermeister Böck wirbt für die Staudenbahn

Am Bahnhof müsste Langenneufnach einiges investieren, sagt Bürgermeister Josef Böck, doch die Chancen und Vorteile würden überwiegen.
Bild: Karin Marz

Langenneufnachs Bürgermeister sieht Entwicklungschancen und eine Sicherung des Busnetzes. Die Einwohnerzahl der Gemeinde steigt, der Schuldenstand hat sich verringert. Was es sonst noch Neues von der Bürgerversammlung gibt.

Das wichtigste Thema für Bürgermeister Josef Böck während der Bürgerversammlung in Langenneufnach war die Reaktivierung der Staudenbahn, die ins Stocken geraten ist. Da auch Langenneufnach eine Haltestelle bekommen soll, betonte Böck mit Nachdruck, dass die Staudenbahn eine sehr wichtige Investition in die Zukunft von Langenneufnach sei. Die Gemeinde müsse zwar die Kosten für einen P+R Parkplatz und für den Bahnsteig übernehmen, aber im Hinblick auf einen gut ausgebauten Nahverkehr für die Bürger, auf den Umweltschutz und aufgrund der Verteuerung der Autokosten würde eine Anbindung Langenneufnachs an den Schienenverkehr eine enorme Weiterentwicklung für die Gemeinde bedeuten.

Er erklärte den anwesenden Bürgern, dass der Freistaat ein Trassenentgelt (Kilometergeld) an den Infrastrukturbetreiber bezahle und somit auch Defizite übernimmt, die dann nicht vom Landkreis und somit auch nicht von den Kommunen getragen werden müssen. Hingegen müssten Verluste der Busverbindungen anteilig vom Landkreis und somit wiederum auch von den Gemeinden übernommen werden.

Böck: „Sollte die Staudenbahn nicht aktiviert werden, wird der Freistaat die bereits vergebene Anzahl der Kilometer auf andere Bahnstrecken verteilen und bei uns in der Region bleibt es bei den wenigen Bussen. Busverbindungen können auch jederzeit wieder eingestellt werden. Für die Staudenbahn ist eine Laufzeit von 15 bis 16 Jahren angedacht.“ Böck argumentierte weiter, dass auch für die nicht an den Schienenverkehr angeschlossenen Nachbargemeinden die Staudenbahn Vorteile bringen würde, da diese dann mehr Busverbindungen bekämen. Auch die wenigen, aber doch interessierten Bürger sprachen sich für eine Reaktivierung aus.

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Böck, für den es die letzte Bürgerversammlung als Bürgermeister war, berichtete auch über abgeschlossene und laufende Projekten der Gemeinde. Nach dem ersten Entwurf der nächsten Haushaltspläne müsse mit einer nicht unerheblichen Neuverschuldung gerechnet werden und etliche Wünsche der Bürger müssten nach hinten verschoben werden. „Die Frage, was in welcher Zeit durchgeführt und finanziert werden könne, steht daher sehr präsent im Raum“, sagte Böck.

Weitere Themen im Überblick

Erweiterung Kindergarten: Größter Brocken wird sicherlich die geplante Erweiterung des Kindergartens sein. Ob nämlich die Gemeinde die erwarteten Zuschüsse von circa zwei Millionen Euro bekommt, ist noch fraglich, da die Fördertöpfe derzeit leer seien. Gesamtkosten von circa 3,6 Millionen fallen für diese Baumaßnahme an.

Kanalsanierung: Auch für die notwendige Kanalsanierung muss die Gemeinde mit grob geschätzt 700 000 Euro rechnen. Daher kann es sein, so Böck, dass die Kanalgebühren erhöht werden müssen.

Regenrückhaltung: Ob die geplante Regenrückhaltung für ein Schutzbecken am Wiesenweg durchgeführt werden könne, ist fraglich. Probleme gäbe es, da zwischen den Preisvorstellungen der Gemeinde und des Privatbesitzers eines benötigtes Grundstücks sehr große Unterschiede lägen, so Böck. Sollte es nicht gelingen, eine Einigung zu erzielen, sei das Projekt nicht durchführbar und es gäbe auch keine Fördermittel. Für die geschätzte Bausumme von 200000 Euro könnten zwischen 40 und 50 Prozent Fördergelder fließen.

Supermarkt: Böck erklärte, dass es beim Bau des neuen Supermarktes zu Verzögerungen kommen könnte. Der Grund ist, dass einige Bürger mit dem Bauvorhaben nicht einverstanden sind und eventuell Klage einreichen werden.

Weitere Projekte: Die Versetzung und Sanierung des Kriegerdenkmals soll demnächst umgesetzt werden und die Ausweisung des neuen Baugebiets östlich des Kindergartens ist am Laufen. Verzögert haben sich die Planungen für den Radweg nach Mickhausen als auch für den Talauenweg. Fertiggestellt ist mittlerweile der Glasfaserausbau östlich der Neufnach als auch in Unterrothan. Die Zuleitungen nach Unterrothan fehlen noch und der westliche Bereich der Gemeinde soll nächstes Jahr erschlossen werden.

Finanzen: Der Schuldenstand der Gemeinde hat sich um 200000 Euro reduziert und liegt zum Jahresende bei 1,4 Millionen Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 796 Euro. Ein geplanter Kredit musste dieses Jahr nicht aufgenommen werden. Die Gemeinde rechnet heuer mit Gewerbesteuereinnahmen von 1,6 Millionen Euro und einem Einkommensteueranteil von einer Million Euro.

Statistik Die Einwohnerzahlen steigen stetig an. So leben derzeit 1781 Menschen in Langenneufnach.

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