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Mickhausen

11.09.2019

Bürgerunmut wegen neuen Baugebiets

Ein neues Wohngebiet soll in Mickhausen „Westlich der Viehweidestraße“ entstehen. Die Pläne stoßen auf Protest.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

Etliche Mickhauser kritisieren den Bebauungsplan „Westlich der Viehweidestraße“. Welche Gründe sie anführen und was die Gemeinderäte dazu sagen.

Der Bebauungsplan „Westlich der Viehweidestraße“ bereitet etlichen Bürgern in Mickhausen Probleme. Das wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. So beurteilte ein Grundstücksbesitzer die Erschließung des geplanten Gebiets von der Viehweidestraße aus als misslich und zwischen der vorhandenen Wohnbebauung als nicht gelöst. Über eine Anwaltskanzlei regt der Anlieger an, die Zufahrt zur geplanten Bebauung nicht über die Viehweidestraße führen zu lassen, sondern über den westlich gelegenen Feldrundweg. Es müsste dann lediglich an den am weitesten im Osten gelegenen Baugrundstücken ein Wendehammer angelegt werden, hieß es weiter.

Bei einem anderen Widerspruch wurde ebenfalls die verkehrliche Erschließung bemängelt, unter anderem die Einmündung an der Viehweidestraße. An dieser unübersichtlichen Stelle könne es zu Unfällen kommen, meinte der Beschwerdeführer. Zudem wies er auf mögliche Überflutungen durch Oberflächenwasser und die bei länger anhaltenden Regenfällen nicht ausreichende Kapazität des Regenwasserkanals hin. Der Bebauungsplan sei wohl in großer Eile erstellt worden, resümierte er. Die Planung weise in vielerlei Hinsicht Schwachstellen oder Fehler auf, lautete die Bilanz einer direkten Anwohnerin. Ein planerischer Gestaltungswille sei ihr nicht erkennbar.

Mickhauser Gemeinderat beruft sich auf seine Planungshoheit

Der Gemeinderat verdeutliche, dass die Planungshoheit der Gemeinde obliege, für welche Grundstücke sie ein Bauleitplanungsverfahren durchführe und wie sie dazu die Straßenführung gestaltete. Gemäß dieser Planungshoheit werde die Zufahrt zum Baugebiet über die Viehweidestraße zwischen den beiden Grundstücken mit der Flurnummer 361/1 und 362/1 gebaut, beschloss das Gremium bei einer Enthaltung.

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Zur verkehrlichen Erschließung meinten die Gemeinderatsmitglieder, dass die Engstelle der Zufahrtsstraße für einseitigen Verkehr angelegt sei. In einer Richtung müsse bei Begegnungsverkehr gewartet werden. Dies werde durch Verkehrszeichen geregelt. Die Art der Bebauung sei ebenfalls geregelt.

Auch zur Thematik Oberflächenwasser und Kanalisation nahm die Gemeinde Stellung. Ein möglicher Hochwasserabfluss aus dem Außenbereich werde durch das geplante Baugebiet nicht berührt oder gar negativ verändert. Eher sei es so, dass durch die zukünftigen Gebäude ein oberflächiger Abfluss geordnet über Versickerungsanlagen und Regenwasserkanäle abgeleitet wird.

Kritikpunkt: Unter den Bauwilligen sind Angehörige von Gemeinderäten

Kritisiert wurde wiederholt, dass unter den Bauwilligen mehrere Mitglieder des Gemeinderats oder deren Angehörige seien und es nicht nur um die Ansiedlung junger Mickhauser Familien gehe. Selbst beim beschlossenen Punktesystem könnten Gremiumsmitglieder die Nase vorn haben. Hier meinten die Volksvertreter: Die Gemeinde habe für die Vergabe der Bauplätze einen Katalog mit genauen Kriterien erstellt. Am Ende der Diskussion votierten sie für den Bebauungsplan mit den in der Sitzung beschlossenen Änderungen als Satzung.

Auch etliche Bauanträge standen auf der Tagesordnung. So der Bau eines Einfamilienhauses mit Garage. Diesem Bauvorhaben wurde im Vorfeld das gemeindliche Einvernehmen aufgrund der großen Garage und der Sichtwirkung am Ortsrand verweigert. Zwischenzeitlich hatte der Bauherr seinen Verzicht auf eine Garage erklärt. Daraufhin wurde dem Bauvorhaben zugestimmt. Weiter wurde das gemeindliche Einvernehmen zur Erweiterung einer Wohnung, zum Bau einer Terrassenüberdachung, zum Anbau einer Überdachung an eine Garage in Grimoldsried sowie zum Neubau einer Halle als Unterstellmöglichkeit für Gerätschaften des Musikvereins und der Theatergruppe bewilligt oder in Aussicht gestellt.

Vorwärts geht es bei der Sanierung des Staudenschlosses. Der Gemeinderat bejahte die Bauvoranfrage zu einem Musikpavillon an der Westseite des neuen Renaissance-Gartens sowie für ein Heizhaus, eine Toilettenanlage und Orangerie im Südteil des Grundstücks.

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