1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. CSU verliert Dominanz, SPD und FW holen auf

Königsbrunn

18.03.2014

CSU verliert Dominanz, SPD und FW holen auf

Copy%20of%20koe-wahl-abend-csu-2(1).tif
2 Bilder
Betroffene Gesichter bei der Königsbrunner CSU, hier (von links) Maximilian Wellner und Brigitte Holz, die im neuen Stadtrat sitzen werden, sowie der bisherige Fraktionsvize Peter Schmalz, der nicht mehr in den Rat gewählt wurde.
Bild: Schmid

Die CSU verliert gleich fünf Sitze und landet damit bei der Stadtratswahl wieder auf ihrem Stand von 1996. Warum andere sich über das Ende der absoluten Mehrheit freuen

Betroffene Gesichter, die sich nur dann und wann zu einem trotzigen Lachen durchrangen, gab es bei den Vertretern der CSU, als sich am späten Sonntagabend im Sitzungssaal des Rathauses das Ergebnis der Stadtratswahl abzeichnete. Zwölf Jahre lang hatte die CSU mit ihrer absoluten Mehrheit (17 von 30 Sitzen) die Entscheidungen in diesem Raum dominiert – ab Anfang Mai, wenn der neu gewählte Stadtrat (siehe Infokasten) erstmals zusammentritt, wird diese komfortable Position vorbei sein.

Die CSU hat am Sonntag 16 Prozent an Stimmen verloren und wird dann fünf Vertreter weniger im Stadtrat haben. Mit 39,15 Prozent der Stimmen kommt sie nur noch auf zwölf Sitze. Sie wird sich dann zwei erstarkten Fraktionen von Freien Wählern und SPD gegenüber sehen. Die waren von 2002 bis 2008 mit jeweils fünf Mandaten im Rat präsent, danach mit jeweils vier. Jetzt legten beide Gruppierungen von circa 14 auf rund 20 Prozent zu und stellen jeweils sechs Räte.

Bei der FDP endet nach 30 Jahren eine Epoche

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Grünen bleiben trotz sehr leichten Verlusten mit drei Vertretern im Rat. Die drastischen Verluste der CSU sieht Spitzenkandidat Alwin Jung als Quittung für deren Politik der letzten Jahre. „Sie ist ihrer Verantwortung als größte Fraktion nicht gerecht geworden“, stellt er fest und führt das geplante Globus-SB-Warenhaus und die schleppende Zentrumsentwicklung an.

Die FDP verlor gut zwei Prozent und einen ihrer zwei Plätze im Rat. Den verbliebenen wird Neueinsteiger Christian Toth besetzen. Die beiden aktuellen Stadträte landeten auf Rang zwei und drei. Nach 30 Jahren im Stadtrat ist damit Manfred Buhl, FDP-Ortsvorsitzender und für die Liberalen bisher auch in Kreis- und Bezirkstag, nicht mehr dabei. „Ich hätte meinen Abschied gerne selbst bestimmt“, räumte Buhl gestern im Gespräch mit unserer Zeitung ein, „nun hat ihn der Wähler bestimmt“. Er führt das Ergebnis auch auf die allgemeine Stimmung gegen Liberalen zurück.

Mit den zwei Sitzen für die Bürgerbewegung Königsbrunn hat deren Spitzenkandidat Peter Sommer gerechnet. „Wir haben unser Ziel erreicht, die absolute Mehrheit der CSU zu brechen.“ Dies war auch eines der Wahlziele der Freien Wähler. „Jetzt muss im Rat wieder mehr geredet werden“, stellt deren Vorsitzender Jürgen Raab fest. Den Erfolg der Freien Wähler rechnet Raab überwiegend dem Spitzenkandidaten Ludwig Fröhlich zu. „Der hat uns vermutlich Stimmen für drei Sitze gebracht.“

Die Freien Wähler haben auch den größten Sprung eines Kandidaten nach oben zu vermelden. Walther Engelhardt (80) trat nach 36 Jahren im Stadtrat nur noch auf Platz 29 an – und landete als erster Nachrücker auf Platz sieben.

Wie Jung, Sommer und Raab hebt auch der SPD-Spitzenkandidat Florian Kubsch im Gespräch ausdrücklich hervor, dass es nun keine absolute Mehrheit mehr im Rat gibt. „Die Stadt wird davon profitieren“, sagt er, „das Gewicht des besseren Arguments wird gestärkt“. Er freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Florian Kubsch hat Amt des 2. Bürgermeisters im Blick

Schon wenige Stunden, nachdem Kubsch enttäuscht feststellen musste, dass er es nicht in die Stichwahl geschafft hat, spekulierte er über ein anderes herausgehobenes Amt in der Stadtspitze. „Wenn man für den 1. Bürgermeister kandidiert hat, kann man sich schwerlich dem Ruf nach dem 2. Bürgermeister verweigern“, sagte der SPD-Politiker schon am Wahlabend im Gespräch mit unserer Zeitung.

Kubsch räumte aber ein, dass er diesen Ruf im Gespräch mit anderen Fraktionen erst organisieren muss. „Wir werden sehen, mit wem es welche Schnittmengen gibt.“ Es werde sicher Gespräche geben bis zur konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats am 6. Mai.

Über Empfehlungen an die Wähler für die Stichwahl um das Bürgermeisteramt am 30. März wollten sich die Kommunalpolitiker gestern noch nicht äußern. "Seite 1

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20DSCF0240(1).tif
Tagung

Feuerwehr hilft auch bei Starkregen und Unfällen

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen