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Bobingen

25.07.2019

Carsharing in Bobingen steht in den Startlöchern

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Auch ein geeignetes Fahrzeug für den Transport von Rollstuhlfahrern ist im Angebot der Königsbrunner Auto-Teiler. Jürgen Müller demonstriert das Einsteigen.
Bild: Elmar Knöchel

Viele Fragen und die passenden Antworten gibt es beim Infotag der Bobinger Auto-Teiler. Das Interesse ist groß, und am Ende steht eine faustdicke Überraschung.

So richtig neu ist die Idee vom geteilten Auto inzwischen nicht mehr. Teilen statt Besitzen, das gehört für immer mehr Menschen mittlerweile zum Alltag. Vor allem in großen Städten mit vielfältigen Angeboten ist Carsharing erfolgreich. Dass es aber in kleineren Gemeinden genauso funktionieren kann, das beweisen die Königbrunner Auto-Teiler seit einigen Jahren. „Sogar in Kleinaitingen sind wir erfolgreich“, erklärt Jürgen Müller aus Königsbrunn. „Warum also sollte das in Bobingen nicht funktionieren?“, fügt er an.

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Doch einfach nur kopieren, das will Fred Theiner, Initiator der Bobinger Alternative, die von der Ortsgruppe der Grünen unterstützt wird, nicht. Denn in Bobingen seien die Grundvoraussetzungen anders gelegen. Allein schon durch die Entfernung der einzelnen Stadtteile müsse ein anderes Konzept verfolgt werden.

Nur das Auto hinstellen und warten, reicht nicht

Es genüge nicht, einfach nur irgendwo ein Auto hinzustellen und dann darauf zu warten, dass es genutzt wird, sagt Theiner. Zusätzlich möchte er verstärkt die ökologische Seite des Teilens in den Vordergrund rücken. Deshalb sollen in Bobingen nicht nur Autos, sondern auch E-Bikes und Lastenfahrräder angeboten werden. Denn nur so könne man den Umweltschutz berücksichtigen. Ganz abgesehen von der Entspannung bei der Parkplatzsuche.

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Christoph Müller von der Radstation Augsburg, die Anbieter der Bikes sein wird, weist auf den „Fun-Faktor“ bei den Elektrorädern hin. Denn: „Abgesehen vom praktischen Nutzen der Fahrräder darf man den Spaßfaktor nicht vergessen. Das wird jeder bestätigen, der schon einmal so ein Rad Probe gefahren hat“, verspricht Müller.

Natürlich gibt es viele Fragen zum Thema Carsharing seitens der Zuhörer. In einem längeren Vortrag kann Jürgen Müller bereits die meisten im Vorfeld beantworten. Es ist für die Besucher interessant zu hören, wie die Kosten aussehen, wie die Buchung und Inbetriebnahme der Fahrzeuge vor sich geht und wie es bei einem Schadensfall mit der Haftung bestellt ist. „Alles denkbar einfach und effizient“, so Müller. Die Kosten seien absolut transparent und für jeden klar ersichtlich.

Sporadische Autofahrer dürften günstiger wegkommen

Man könne davon ausgehen, dass jemand, der nur sporadisch ein Auto nutzt, mit Carsharing auf jeden Fall günstiger als mit dem eigenen Auto unterwegs sein könne. Dazu käme noch die Möglichkeit, auch auf Sonderfahrzeuge wie große Achtsitzer oder zum Transport von Rollstuhlfahrern geeigneten Autos zugreifen zu können. Die Haftungsfrage sei ebenfalls gut gelöst worden. Jedes der Fahrzeuge sei grundsätzlich vollkaskoversichert. Die Selbstbeteiligung liege bei 300 Euro, so Müller. Allerdings könne diese bei Buchung eines sogenannten Sicherheitspaketes auch ganz erlassen werden.

Zunächst wollen Müller und Theiner zum möglichen Starttermin noch keine konkreten Angaben machen. Denn es gebe noch einige Details zu klären. Unklar sei zum Beispiel noch die Frage, an welchem Standort in Bobingen begonnen werden solle. Theiner könnte sich gut einen Beginn in der Siedlung vorstellen, da er hier einen verstärkten Bedarf erwarte. Aber es seien natürlich auch andere Standorte, wie etwa am Bahnhof, im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung sei hier noch nicht getroffen. Die Frage, was für ein Fahrzeug für den Anfang angeschafft werden soll, sei endgültig noch nicht beantwortet. Genau an diesem Punkt gibt es dann eine große Überraschung für alle Anwesenden, ebenso wie für Fred Theiner selbst.

Einer der anwesenden Zuhörer erklärt: „Ich finde dieses Konzept sehr gut und möchte es gerne unterstützten. Daher stelle ich mein Zweitfahrzeug, einen Kastenwagen, zum Start kostenlos zur Verfügung“. Nachdem sich die allgemeine Sprachlosigkeit gelegt und sich Fred Theiner für das entgegengebrachte Vertrauen bedankt hat, lassen sich die Initiatoren des Projektes dann doch zu einer Zeitangabe hinreißen: „Nachdem nun klar ist, dass bereits ein Fahrzeug zur Verfügung steht“, freut sich Theiner, „gehen wir davon aus, dass wir schon im Oktober starten können.“

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