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21.01.2016

Contra: Das sind die Argumente der Gegner

Sie sehen Risikenfür Anlieger, Kinder und Geschäftsleute

In einem dreiseitigen Brief, ergänzt mit Lageskizzen, haben sich Anwohner der Chiemseestraße, die neben einer künftigen Tramtrasse wohnen würden, Ende letzter Woche an Bürgermeister Feigl und die Stadträte gewandt und diesen ihre Argumente gegen die geplante Straßenbahn vorgelegt. Sie sind auch auf Facebook unter „Nein zur Straßenbahn in Königsbrunn“ präsent.

Die Tramtrasse habe bei der Planung vor rund 40 Jahren noch größtenteils durch „Acker und Weideland“ geführt, schreiben sie, doch nun sei dort „ein sehr dicht bebautes Wohngebiet mit vielen jungen Familien und Senioren entstanden“. Sie führen die vielen Einrichtungen im Westen der Stadt auf und stellen fest: „Zwangsläufig müssen Anwohner, ... Fußgänger und Radfahrer etc. die Trasse mehrmals passieren, um ihr Ziel zu erreichen. ... Dies ist mit einem nicht abschätzbar enormen Sicherheitsrisiko verbunden.“

Die Tram werde in Königsbrunn siebenmal eine Straße queren, schreiben sie. „Es ist von massiven Rückstaus auszugehen. Dies müsste hauptsächlich durch Ampeln geregelt werden.“ Sie befrüchten, dass unter diesen Umständen das Verkehrskonzept nicht funktioniere.

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Im eng bebauten Wohngebiet, vorbei an Altenheim, Kindergarten und Schule, könne die Tram „aus Sicherheitsgründen nicht mehr als Schrittgeschwindigkeit fahren“, heißt es, die Angabe der Fahrzeit – zehn Minuten bis Haunstetten Süd – sei deshalb nicht realistisch.

Durch die Betriebsgeräusche der Tram werde sich der Lärmpegel „drastisch“ erhöhen, argumentieren sie, „was zu gesundheitlichen Schäden führen kann“. Der Betrieb werktags von 4.45 bis 0.30 Uhr in einem 15-Minuten-Takt sei den Anwohnern nicht zumutbar.

Die „extreme Enge (circa acht Meter) der Trasse“ stelle die Frage in den Raum, „ob alle Gebäude in unmittelbarer Nähe der Erschütterung standhalten“.

Die Anlieger berichten auch von hohem Parkdruck in ihrem Wohngebiet, zum Beispiel werde bei Sportveranstaltungen in der Turnhalle des Gymnasiums bis in die Ammerseestraße hinein geparkt – und das auch jetzt, ohne einen Betrieb in der Königstherme. Wenn die wieder öffnen würde und die Straßenbahn in Betrieb sei, „würde die Parkplatzsituation völlig aus dem Ufer laufen“, befürchten sie.

Sie sehen im Schnellbus der Linie 740 ein „gut funktionierendes Nahverkehrskonzept“, das ausgebaut werden sollte.

Die Gegner bezweifeln auch, dass durch die Tram die Kaufkraft in Königsbrunn erhöht wird, sie sehen eher einen Abfluss nach Augsburg.

In dem Schreiben betont die Interessensgemeinschaft auch, sie habe sich nicht gegen die Tram verschworen, sondern halte den geplanten Verlauf für nicht mehr zeitgemäß. Sie skizzieren als Alternative eine Trasse, die von der Föllstraße entlang Gulden- und Hunnenstraße und weiter entlang Wertachstraße und Königsallee zum Busbahnhof Zentrum läuft. (hsd)

Die Diskussion ist geschlossen.

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