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Region Augsburg

26.03.2020

Corona: Paar stirbt in Bobinger Klinik - kommt ein Notfallkrankenhaus?

Die Krankenhäuser in der Region um Augsburg rüsten sich für Corona-Patienten.
Bild: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

Plus In der Wertachklinik sind zwei Augsburger am Coronavirus gestorben. Gibt es bald Vorbereitungen für ein Notfallkrankenhaus in der Region?

Es sind die ersten Todesfälle im Augsburger Land, die auf das Corona-Virus zurückzuführen sind: In der Wertachklinik Bobingen ist ein infiziertes Ehepaar im Alter von 88 und 90 Jahren gestorben. Sie hatten Vorerkrankungen, bestätigt die Klinik-Leitung. Die Senioren stammen aus dem Augsburger Stadtgebiet, bei den beiden handelt es sich um die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die auch von der Stadt Augsburg aufgeführt werden.

In Bobingen liegt noch eine Corona-Patientin

Derzeit wird in Bobingen noch eine Patientin stationär behandelt. Am Standort Schwabmünchen konnte ein positiv auf Corona getesteter Patient, der ebenfalls stationär behandelt worden war, mit leichten Beschwerden entlassen werden. An den beiden Klinik-Standorten waren bereits mehrere Infizierte stationär zur behandlung. In Bobingen konnte ein Corona-Patient mit rückläufigen Beschwerden und guten Prognosen wieder entlassen werden, teilt die Klinik mit.

Derweil laufen die Vorbereitungen für eine wachsende Zahl weiterer Patienten, mit der die Wertachkliniken rechnen. „Wir bereiten uns weiterhin auf eine zunehmende Zahl an Corona-Infektionen vor, sowohl personell als auch räumlich“, sagt Wertachkliniken-Vorstand Martin Gösele. Und: „Wir müssen leider akzeptieren, dass es Grenzen bei der Behandlung schwerer Corona-Infektionen gibt, dennoch sind wir derzeit in der Lage, unsere Patienten, mit und ohne Corona-Infektion, bestmöglich medizinisch zu versorgen.“


Krankenhäuser können Intensivbetten aufstocken

In Bobingen gibt es derzeit vier Intensivplätze, davon drei mit Beatmungsmöglichkeit. Zur Verfügung stehen außerdem drei sogenannte Intermediate-Care-Betten – ein Bindeglied zwischen der Intensivstation und den Normalstationen eines Krankenhauses – für die nicht ganz so schlimmen Fälle. Im Notfall könnten sie auch zu Intensivplätzen mit einer weiteren Beatmungseinheit umgerüstet werden. In der Klinik in Schwabmünchen gibt es derzeit sechs Intensivbetten mit vier Beatmungsmöglichkeiten, die um zwei weitere aufgestockt werden könnten. Außerdem stehen vier Intermediate-Care-Betten bereit.

Ein älteres Ehepaar, das mit dem Coronoavirus infiziert war, starb jetzt in der Klinik in Bobingen.
Bild: Matthias Baumgartner

Personal wird auf Corona vorbereitet

Auch personell laufen die Vorbereitungen: Die Anästhesisten und das OP-Pflegepersonal werden, soweit möglich, an beiden Standorten in die Betreuung der Patienten auf den Intensivstationen eingearbeitet, um dort zusätzliche Kapazitäten zu haben. Ehemalige Pflegekräfte, die zum Beispiel zuletzt in der Klinik-Verwaltung gearbeitet hatten, werden reaktiviert. Sie erhalten laut Klinik-Vorstand Gösele eine Schnelleinweisung. Für die Patienten und deren Angehörige sowie für die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal gibt außerdem eine häuserübergreifende, psychosoziale Notfallversorgung durch die Psychologin Tina Zander, den Seelsorger Dekan Winfried Eichele und die Geriaterin und Palliativmedizinerin Dr. Francis Bär.

Konkrete Vorbereitung für einen Hilfskrankenhaus im Augsburger Land, in dem noch mehr Infizierte behandelt werden können, gibt es derzeit nicht. Es gebe aber Möglichkeiten, noch mehr Kapazitäten zu schaffen, teilte ein Sprecher des Landratsamts auf Nachfrage mit – weitere Kapazitäten ließen sich dann im Zuge des Katastrophenschutzes bei Bedarf „zeitnah“ realisieren. Der Krisenstab habe sich bereits mit dem Thema befasst. Im Landkreis Ebersberg bei München wird derzeit vorsorglich eine Dreifachturnhalle für den Notfall vorbereitet, falls die Kapazitäten der Kreisklinik nicht mehr ausreichen sollten. Die Klinik könne für den Notfallbetrieb auf bis zu 400 Betten erweitern.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus - und sorgt weltweit für Stillstand. Fotograf Daniel Biskup hat die Stimmung in Augsburg und der Region eingefangen.
20 Bilder
Corona-Krise: Diese Bilder zeigen den Stillstand in Augsburg Stadt und Land
Bild: Daniel Biskup


Landkreis Augsburg meldet 143 Corona-Fälle

143 bestätigte Fälle des Coronavirus im Landkreis meldete das Landratsamt Augsburg am Donnerstag. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte deutlich höher liegen. Wie viele Menschen, die sich nachweislich angesteckt haben und inzwischen wieder genesen sind, wird aktuell ermittelt. Mit Ergebnissen sei in der nächsten Woche zu rechnen. Das Gesundheitsamt möchte den tatsächlichen Zustand der Infizierten abfragen und nicht nur die Information, für wen die 14-tägige Quarantäne vorbei ist.

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26.03.2020

Warum brauchen wir ein Notfallkrankenhaus wegen 2 Toden? Jeder Todesfall ist tragisch. Aber diese Art von Berichterstattung ist total überzogen und reißerisch.

Permalink
27.03.2020

1. Schreibt man Tot mit t und nicht mit d
2. Ist an dem Artikel nichts reißerisch, sondern er informiert mit Fakten (was wichtig und richtig ist)
3. Schreibt der Verfasser nicht, dass bereits ein Notkrankenhaus in Vorbereitung ist, sondern lediglich, dass der Landkreis über eine schnelle Realsisierung eines solchen im Bedarfsfall informiert hat.
4. Schauen Sie sich einmal Bilder aus Bergamo oder Spanien, insbesondere Madrid an und Sie werden sehr schnell feststellen, warum derartige Überlegung sehr wohl eine Rolle spielen sollten.

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