Newsticker

Konjunkturpaket: Familien erhalten Geld wohl in drei Raten
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Corona-Pandemie: Großaitinger Schreiner baut Spuckschutzwände

Großaitingen

29.03.2020

Corona-Pandemie: Großaitinger Schreiner baut Spuckschutzwände

Andreas und Christian Häring und Viktor Reger aus Großaitingen bauen gemeinsam Spuckschutzwände für Läden und Tankstellen.
Bild: Christian Häring

Plus Andreas Häring baut mit seinem Bruder und einem Schreiner Spuckschutzwände für kleine Unternehmen. Die Idee entstand beim Einkaufen.

Als Monteur hat Andreas Häring mit seiner Großaitinger Firma derzeit keine Aufträge. Corona schränkt seinen Betrieb ein. Doch in der Krise sieht er eine Chance: Er entwickelte eine Idee: Zusammen mit seinem Bruder Christian, der als Kommunikationstrainer arbeitet, und dem Aichacher Schreiner Viktor Reger produziert er jetzt Spuckschutzwände für kleine Unternehmen, die in der Krise geöffnet sein müssen.

Beim Einkauf am vergangenen Wochenende fiel Christian Häring auf, dass viele Verkäufer ohne Schutz in Kontakt mit ihren Kunden kommen. „Man fragt sich, was man machen kann, wie man helfen kann. Die Verkäufer müssen ja raus zur Arbeit in der Bäckerei, in der Metzgerei oder in der Bank. Dann dachten wir uns, okay, wir machen Plexiglasscheiben.“ Er rief seinen Bruder Andreas Häring und Viktor Reger an. „Dann haben wir bis tief in die Nacht telefoniert und haben diskutiert und gegrübelt. Am Montag haben wir dann den ersten Prototyp gebaut“, sagt Andreas Häring.

Corona-Pandemie: Großaitinger Schreiner baut Spuckschutzwände

Spuckschutzscheiben sind flexibel verwendbar

Nachdem Viktor Reger und Andreas Häring Plexiglas und Holz in Augsburg besorgt hatten, fingen sie an, die Spuckschutzwände in Regers Schreinerei zu produzieren. Die Wände gibt es in zwei verschiednen Größen, sie sind sechs Millimeter dick. Die Besonderheit daran: Man kann sie sowohl auf Holzfüße stellen als auch aufhängen.

Christian Häring kümmerte sich um die Werbung. Über Facebook und Telefon informierte er über die Idee und erstellte eine Facebook-Seite für Häring-Innenausbau, den Betrieb seines Bruders.

Als die ersten Bestellungen eingingen, brachte Andreas Häring die Schutzwände an den Mann. „Wir liefern im Kreis Augsburg direkt aus, das klappt natürlich super. Eine Platte haben wir bei der Post abgegeben, die geht jetzt nach Hamburg.“ Eine andere ging nach Fürth zu einer Bäckerei, der Rest wurde bislang im Augsburger Land verkauft. Mittlerweile hat das Trio bislang ungefähr 60 Platten verkauft.

Enge Freunde arbeiten zusammen

Die Idee basiert auf ihrer engen Freundschaft: Andreas Häring und Viktor Reger kennen sich schon seit über 20 Jahren – sie gingen zusammen zur Schule und machten gemeinsam eine Schreinerlehre. Beide arbeiteten auch gemeinsam im Schreinerbetrieb von Andreas’ Vater, Bernhard Häring. „Ich arbeite öfter auch in der Schreinerei mit und helfe aus, wenn er viel Arbeit hat, oder mache die Montage. Wir arbeiten eigentlich ständig miteinander“, beschreibt Andreas Häring das enge Verhältnis.

Auch die Plexiglaswände produzieren sie gemeinsam. Reger ist federführend und Häring unterstützt ihn immer dann, wenn er nicht gerade ausliefert. „Viele bestellen online, aber oft gibt es gar keine Schutzwände mehr auf Lager. Auch wir haben uns erst schwergetan, das nötige Material zu bekommen. Aber jetzt läuft es. Wer bei uns morgens bestellt, bekommt abends noch seine Wand“, sagt Viktor Reger und erklärt, warum viele Unternehmen trotz Bestellung im Internet keine Schutzwände mehr bekommen.

Die Härings und Reger haben den Vorteil, dass sie direkt ausliefern können und Anfragen schnell bearbeiten. Für eine Spuckschutzwand brauchen sie ungefähr eine Stunde.
Fertig mit der Produktion seien sie laut Andreas Häring aber noch lange nicht: „Solange wir Material kriegen, produzieren wir auch Schutzwände.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren