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Schwabmünchen

30.07.2020

Corona: So kommt das Hilfsprogramm bei Musikvereinen an

Das bayerische Corona-Hilfsprogramm für Musikvereine, denen heuer Auftritte und Veranstaltungen weggebrochen sind, wird auch von vielen Vereinen im Landkreis in Anspruch genommen.
Bild: Walter Kleber

Plus Vielen Kapellen in der Region sind die Einnahmequellen weggebrochen. Der Freistaat will sie unterstützen. Wie das bei den Musikern ankommt.

Seit dem 1. Juli können Laienmusikvereine eine Unterstützung erhalten. Mit insgesamt zehn Millionen Euro will der Freistaat die finanziellen Folgen durch Corona etwas abfedern. Vielen Vereine fehlen im Augenblick fest eingeplante Einnahmemöglichkeiten durch das Veranstaltungs- und Auftrittsverbot. Das Hilfsprogramm wird auch von den Musikvereinen im Augsburger Land rege in Anspruch genommen.

Den Waldberger Musikern fehlt ihr Radegundisfest

Bei einigen Kapellen im Staudengebiet wurde der angekündigte „warme Regen“ aus München durchweg begrüßt. In Mickhausen sind den Schmuttertaler Musikanten eine ganze Reihe attraktiver Auftritte verloren gegangen. Auch das dreitägige Schlosshoffest Anfang August, das finanzielle „Rückgrat“ des Musikvereins, fällt heuer Corona zum Opfer. „Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem mit dem bevorstehenden Bau einer Lagerhalle das größte Bauprojekt in der über 50-jährigen Geschichte unseres Vereins ansteht“, sagt Vorsitzender Georg Reiter.

Ähnlich ist die Situation bei den Schwarzachtaler Musikanten in Waldberg. Vorsitzender Markus Kugelmann: „Auch bei uns besteht großer Bedarf, da sämtliche Auftritte abgesagt wurden und diese auch nicht nachgeholt werden. Einen weiteren finanziellen Ausfall haben wir, weil das jährliche Radegundisfest abgesagt werden musste, dessen Zeltbetrieb vom Musikverein veranstaltet wird.“

Warum die Musikvereine das Hilfsprogramm kritisch sehen

Den Förderantrag abgeschickt hat gleich nach Bekanntwerden auch der Musikverein Konradshofen. Schatzmeisterin Angelika Kuhn: „Die Kosten fallen trotz Corona an. Das abgesagte Stadelfest – ein fester Termin im Festkalender in den Stauden – macht uns zu schaffen. Mit dem Erlös aus dem dreitägigen Fest bestreiten wir einen Großteil unseres Vereinshaushaltes.“ Nicht lange gezögert mit dem Ausfüllen des Antrags hat auch Adolf Hägele, der Vorsitzende des Musikvereins Walkertshofen: „In diesen schweren Zeiten freuen wir uns über jeden Euro, den wir an Unterstützung und öffentlicher Förderung bekommen!“

Ähnlich sieht es Maximilian Werner, der Vorsitzende des Musikvereins Fischach: „Durch den Ausfall unseres Volksfestes, wodurch sich unser Verein ja maßgeblich finanziert, haben wir finanziell in diesem Jahr eine riesige Lücke. Unsere Dirigenten bezahlen wir trotz allem weiter, da sie für die unverschuldete Situation ja auch nichts können.“ Dennoch sieht Werner das Hilfsprogramm für die Musikvereine kritisch: „Es scheint auf den ersten Blick gut gemeint.“ Im Detail hätte er sich aber eine großzügigere Ausgestaltung der Richtlinien gewünscht. „Beantragt werden kann ja nur eine Unterstützung für Kosten, die für musikalische Aktivitäten anfallen. Aufgrund der Aussetzung des Probebetriebs und der Konzerte haben wir hier aber kaum Kosten.

Fixkosten, die trotzdem anfallen, sind von der Förderung leider grundsätzlich ausgenommen. Somit bleiben wir auf dem Großteil unserer Kosten trotzdem sitzen.“ Der einzige Vorteil, den die Fischacher haben: „Wir haben auch die Jugend- und die Schülerkapelle als eigenständige Ensembles gemeldet, für die wir zusätzlich pro Ensemble bis zu 500 Euro bekommen können“, sagt Werner.

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