Newsticker
RKI meldet 16.417 Neuinfektionen und 879 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Coronazahlen steigen: Alarmbereitschaft in den Wertachkliniken

Schwabmünchen/Bobingen

27.10.2020

Coronazahlen steigen: Alarmbereitschaft in den Wertachkliniken

Trotz steigender Fallzahlen: DIe Wertachkliniken Schwabmünchen und Bobingen haben noch ausreichend freie Betten.
Bild: Karl Rosengart

Plus Die Corona-Zahlen steigen wieder, die Krankenhäuser sind alarmiert. Wovor der Chef der Wertachkliniken mehr Angst hat als vor vielen Covid-19-Patienten.

Der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, nennt den Anstieg der Corona-Neuinfektionen besorgniserregend. Wie unsere Redaktion berichtete, könnten bald vielerorts geplante Operationen wieder verschoben werden müssen - wie bereits im Frühjahr. Auch im Landkreis Augsburg häufen sich die Fälle wieder, die Ampel steht auf der neu definierten Farbe "dunkelrot". Der Inzidenzwert steigt also auf mehr als 100 an. Das bedeutet, dass sich innerhalb von sieben Tagen mehr als 100 Personen pro 100.000 Einwohner mit Corona angesteckt haben.

An den Wertachkliniken ist man in Alarmbereitschaft

An den Wertachkliniken in Schwabmünchen und Bobingen ist man in Alarmbereitschaft. Der Krisenstab rund um Krankenhaus-Chef Martin Gösele tagt wieder mehrmals die Woche, die Besucherregeln wurden jüngst verschärft. So darf jeder Patient nur zwei Besucher registrieren, die möglichst aus dem gleichen Haushalt stammen sollen. Einmal am Tag darf einer von ihnen für etwa 30 Minuten zu Besuch kommen, dabei müssen sowohl der Besucher als auch der Patient eine Maske tragen.

Geplante Operationen finden statt

Trotz erhöhter Alarmbereitschaft läuft der Betrieb in den beiden Häusern vorerst "normal" weiter. Auch geplante und nicht lebensnotwendige Operationen finden nach wie vor statt. Das kann sich allerdings schnell ändern: "Wir fahren auf Sicht, lange Prognosen kann ich nicht geben", so Gösele. Auch Betten auf allen Stationen stünden ausreichend zur Verfügung. Auf der Intensivstation sind (Stand Montagmittag) sechs der 14 Betten belegt, allerdings nicht von Covid-19-Patienten. "Die Kapazitäten in allen Bereichen sind momentan gut", so Gösele.

So gut, dass die Wertachklinik nach dem jüngsten Corona-Ausbruch in der Hessingklinik in Augsburg fünf Covid-19-Patienten übernommen hat. "Wir sind solidarisch, arbeiten zusammen und unterstützen uns", so Gösele. Schwabmünchen ist das Corona-Schwerpunkthaus der beiden Kliniken. Dort gibt es aktuell (inklusive der fünf Hessing-Patienten) acht Covid-19-Infizierte und drei Verdachtsfälle. In Bobingen gibt es aktuell keinen bestätigten Fall. Keiner der Covid-19-Patienten wird derzeit auf der Intensivstation behandelt. Alle liegen auf der Isolierstation in Schwabmünchen.

Chef fürchtet drohenden Personalmangel

Gösele hat allerdings weniger Angst vor einer möglichen Corona-Patientenflut als vielmehr vor drohendem Personalmangel. Je mehr Covid-19-Patienten, desto höher das Risiko, dass sich Pfleger oder Ärzte anstecken und in Quarantäne müssen. "Eine Personalknappheit könnte zu großen Problemen führen", weiß er. Im schlimmsten Fall müsse eine Station geschlossen werden. Dann ist die Solidarität eines anderen Krankenhauses gefragt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren