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Untermeitingen

12.08.2019

Country-Star Buddy Jewell spielt in Badeschlappen

In lässiger Kleidung und mit Badeschlappen bestritt Buddy Jewell sein Konzert im Four Corners
Bild: Uwe Bolten

Der US-Musiker überzeugt bei seinem Gastspiel im Four Corners. Wieso sein Outfit äußerst ungewöhnlich ausfällt und er ein Duett mit Ronny Nash singt.

Der groß gebaute Mann, der im lässigen blauen Freizeitoutfit mit kurzer Hose, Badeschlappen und Cap der texanischen Kult-Werkstatt „Gas Monkey“ das Four Corners an der Siemensstraße durch den Biergarten betrat, schien ein Typ zu sein, der sich auf sein Feierabendbier freut. Dabei stand ihm die Arbeit noch bevor. „Das ist mein Outfit für heute Abend. Meine Koffer sind nach den letzten Informationen der Fluggesellschaft in Amsterdam“, erzählte Country-Star Buddy Jewell, der bei seinem Gastspiel im Lechfeld auf Jeans, Stiefel und vor allem den für ihn typischen Hut verzichten musste.

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Buddy Jewell ohne Stiefel aber mit Badeschlappen im Four Corners

Während sich Jewell innerlich mit der ihm sichtlich peinlichen Situation auseinandersetzte, stimmten auf der Bühne im nicht ausverkauften Saal in Untermeitingen der Rosenheimer Ronny Nash und sein Augsburger Musikerkollege Daniel Vazquez die rund 60 Gäste auf den Abend ein. Dass im ansonsten ausverkauften Four Corners noch Platz war, könnte an der Ferienzeit liegen, so die Vermutung einiger Gäste. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, zumal die beiden mit akustischen Gitarren ausgestatteten Musiker durch Nashs warme und weiche Stimme sowie Vazquezs’ filigranem, jedoch nicht überladenem Solospiel, den Titeln bei der Reise quer durch die Jahrzehnte der amerikanischen Country-Music neue und sehr ansprechende Nuancen verpassten.

Musiker Buddy Jewell spielt zwei Stunden lang in Untermeitingen

Buddy Jewell ließ sich nichts von seiner Situation anmerken, als er sein knapp zweistündiges Konzert startete. Gestützt von Mr. Jay’s E.U. Band, einer hochkarätigen Begleitband namhafter US-Country-Stars in Europa, erläuterte der aus Arkansas stammende Künstler den Gästen den Grund für sein Erscheinungsbild und spielte unbeeindruckt auf. Seine ungezwungene Art und die Auswahl der Lieder ließ die Panne vergessen – irgendwie wirkten die Sänger und Songschreiber dadurch noch authentischer. Abwechslungsreich zusammengestellt sang Jewell seine Titel quer durch sein umfangreiches Repertoire und den neun von ihm erschienenen Studio-Alben. Für die eingängigen Melodien, die mal sehnsuchtsvoll als Ballade, mal rockiger als Ausdruck der Freude vorgetragen wurden, bedankte sich das Publikum nach jedem Lied mit viel Beifall.

Gemeinsam sangen Ronny Nash (links) und Buddy Jewell, der vom Deutschen eine Gitarre geliehen bekam, "Mama Tried"
Bild: Uwe Bolten

Als kleiner Dank an Ronny Nash, der ihm wegen des Gepäckverlustes eine Gitarre für das Konzert zur Verfügung stellte, holte Jewell ihn auf die Bühne. Gemeinsam sangen sie den Merle-Haggard-Titel „Mama Tried“, der aufgrund der ähnlichen Stimmlagen zu einem gefeierten Duett avancierte.

Mit sichtlichem Stolz erzählte Buddy Jewell von seinem 2001 geschriebenen Song „One In A Row“, der in diesem Jahr von Randy Travis, sechs Jahre nach dessen Schlaganfall, eingespielt wurde und von den Fans in den Vereinigten Staaten gefeiert wird. „Bill Wallace vom Four Corners hat mich angerufen und darauf aufmerksam gemacht. Ich habe es gar nicht mitbekommen“, komplettierte er die Geschichte und entließ die Zuhörer nach einem in mehrerlei Hinsicht bemerkenswerten Konzert in die Hitze der Sommernacht.

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