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Trinkwasser

19.05.2015

Damit der Nitratwert niedrig bleibt

Seit 25 Jahren kooperieren Stadtwerke mit Landwirten im Trinkwasserschutzgebiet

Damit das unterirdisch gezapfte Trinkwasser sauber bleibt, muss man oberirdisch mit den Flächen sorgfältig umgehen. Rolf-Peter Reinhardt, kaufmännischer Leiter der Königsbrunner Stadtwerke, und Eva Sailer, Bereichsleiterin Wasserwirtschaft der Stadtwerke Augsburg, stellten jetzt im Werkausschuss Hintergründe und Ergebnisse einer Kooperation der Wasserversorger mit den Landwirten in den Wasserschutzgebieten vor.

Die Kooperation jährt sich heuer zum 25. Mal. Im Wasserschutzgebiet beider Wasserwerke, Stadtwald Augsburg und der für Königsbrunn relevanten Fohlenau werden 1350 Hektar landwirtschaftlich genutzt. „Das ist ein bedeutender Flächenanteil“, stellte Sailer klar. Ab den 1980er-Jahren stiegen die Nitratwerte im Grundwasser und es begann eine Diskussion um Pestizidrückstände im Trinkwasser. Die Wasserversorger reagierten darauf mit einem landwirtschaftlichen Sanierungskonzept, das nicht nur auf Rechtsmittel, sondern auch auf eine Kooperation mit den betroffenen Landwirten beruht.

Was in der engeren Schutzzone erlaubt ist und was nicht regelt die strenge Trinkwasserschutzgebietsverordnung. Doch für die weiteren Schutzzonen gelten nicht so strenge Vorschriften. Hier bauen die Wasserversorger auf freiwillige Bewirtschaftungsvereinbarungen mit den Landwirten. Wenn diese wenig Dünger ausbringen, neben Chemie auch mechanischen Pflanzenschutz einsetzen und auf Herbizid-Keulen verzichten, bekommen sie vom Wasserversorger Ausgleichszahlungen für Mehraufwand oder entgangenen Gewinn.

So konnte man den Nitratgehalt im Boden bei den Vertragsflächen im Verhältnis zu den Flächen mit Nichtvertragslandwirten deutlich verringern, wie die vorgestellten Grafiken zeigten. Derzeit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die beide Stadtwerke dafür bezahlen, rund 200000 Euro. Die Kosten teilen sich Augsburg und Königsbrunn entsprechend den Anteilen am Wasserverbrauch, war von Reinhardt zu erfahren.

Die Kooperation mit den Landwirten im Wasserschutzgebiet habe sich als erfolgreiche Methode zur Verbesserung der Trinkwasserqualität bewährt, so das Fazit. Reinhardt machte aber auch darauf aufmerksam, dass sich die Programme der Landschaftspflegeverbände des Landkreises und der Stadt Augsburg sowie des Vereins Lebensraum Lechtal positiv auf die Wasserqualität im Raum auswirken. „In den letzten 15 Jahren hat sich viel getan – und davon profitieren auch die Stadtwerke Königsbrunn“, so der kaufmännische Leiter.

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