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Lechfeld

06.05.2013

Darum fällt der Fluglärm durch Eurofighter so auf

Die Tornados sind weg vom Lechfeld. Das Geschwader aus Neuburg fliegt hier weiter. Dessen Kommodore erklärt, was das für die Region und die Lärmbelästigung vor Ort bedeutet.

Um Augsburg macht der Eurofighter einen großen Bogen. Er kommt von Westen – so wie es bei diesem Wetter die Regeln für den Instrumentenanflug zum Fliegerhorst Lechfeld vorschreiben. Wenn sich der Pilot die Zeit nähme, böte sich ihm jetzt ein Blick auf die Stadt. Doch er ist fokussiert auf die Autobahn weit unter ihm. Auf Höhe des Kreisverkehrs an der Auffahrt Dasing schwenkt der Pilot nach rechts, um dann geradeaus die Landebahn auf dem Lechfeld anzupeilen. Der Militärjet setzt fast punktgenau auf dem Fliegerhorst auf.

Dieser ist seit April, seit dem Abzug der Tornados, dem Jagdgeschwader 74 (JG 74) in Neuburg an der Donau zugeordnet. Die Einheit stellt den Flugbetrieb sicher und nutzt die Anlage als Ausweichplatz sowie für Übungen ihrer derzeit etwa 25 Eurofighter-Piloten. Doch nach der oben geschilderten Landung kommt der Willkommensgruß nicht vom Tower auf dem Lechfeld. Er kommt aus einem Raum hinter dem Piloten. Denn dieser sitzt in einem Flugsimulator auf dem Fliegerhorst Neuburg.

Piloten üben in Simulatoren

Alles ist originalgetreu: das Cockpit, die Ausstattung. Der Druckanzug des Piloten kann sogar Beschleunigungen vortäuschen. Die Landschaft beidseits des Lechs samt ihren Städten und Dörfern ist auf einer riesigen Kuppel abgebildet. Nicht nur während ihrer Ausbildung üben die Piloten in solchen Simulatoren, sondern auch im Alltag. Das spare Kosten im Vergleich zu einem „echten“ Flug und senke die Lärmbelastung.

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Doch nicht alles lässt sich simulieren. Wenn ein Kampfjet bei hoher Geschwindigkeit eine Rolle fliegt, sich in einer engen Kurve hinter seinen Verfolger setzt oder sich steil aufstellt, um Bewegungsenergie schlagartig abzubauen, dann wirkt das Vielfache des Körpergewichts auf den Piloten. Und das lässt sich nicht im Simulator üben.

Das JG 74 nützt daher einen speziell für Militärflugzeuge ausgewiesenen Luftraum für echten Flugbetrieb. Es ist einer von vier in der Südhälfte Deutschlands. Dieser Übungsraum „207/307“ grenzt im Osten ans Lechfeld, im Süden an eine Linie grob gedacht von Landsberg über Kempten bis etwa Ravensburg und reicht im Nordwesten bis Ulm beziehungsweise Stuttgart heran. Genau genommen sind es zwei übereinander liegende Lufträume. Der eine liegt in einer Höhe von drei bis acht Kilometern. Der Darüberliegende ist nach oben theoretisch unbegrenzt. Nur hier dürfen deutsche Jets mit Überschallgeschwindigkeit fliegen.

Eurofighter statt Tornados: Flugzeiten haben sich geändert

An der Ausdehnung dieses Übungsgebietes hat sich durch die Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 am Lechfeld nichts geändert, versichert Oberstleutnant Frank Gräfe, der Kommodore des JG 74 in Neuburg: „Früher trafen wir hier mit den Tornados zusammen, die fliegen hier nun nicht mehr.“ Sonst habe sich seit 40 Jahren nichts verändert, was den Fluglärm beträfe. Außer dass heutzutage insgesamt weniger geflogen werde.

Auch die An- und Abflugkorridore des Fliegerhorstes Lechfeld änderten sich nicht. Sie gelten für Eurofighter ebenso wie früher für Tornados. Geändert haben sich jedoch die Flugzeiten des Eurofighters gegenüber denen des Tornados. Außerdem gab es in den vergangenen Wochen einige, in diesem Jahr ausnahmsweise verspätete Nachtflugübungen.

Und das, so die Vermutung, sei eine mögliche Erklärung, warum Fluglärm in der Region südlich von Augsburg wieder auffiel und Thema in der Öffentlichkeit wurde.

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