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Mickhausen

02.09.2020

Das 100-Tage-Interview mit dem Bürgermeister: „Schonzeit gab es nicht“

Mirko Kujath zieht über seine ersten 100 Tage als neuer Bürgermeister von Mickhausen ein positives Fazit. Er hat auch schon Pläne für die Zukunft.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Plus Mickhausens neuer Bürgermeister Mirko Kujath ist nun mehr als 100 Tage im Amt. Seine Eindrücke, Erfahrungen und Pläne für die Zukunft.

Bei der letzten Wahl setzte sich Mirko Kujath ( Freie Wähler Gemeinde Mickhausen) für viele überraschend klar gegen seinen Vorgänger Hans Biechele durch. Seit mehr als 100 Tagen ist er nun Gemeindeoberhaupt. Im Interview zieht er eine erste Bilanz und wagt einen Blick nach vorne.

Die ersten 100 Tage als Gemeindeoberhaupt sind vorbei. Wie fühlen Sie sich in Ihrem neuen Job?

Mirko Kujath: Insgesamt gesehen gut, obwohl ich noch nicht ganz angekommen bin. Noch immer stelle ich Fragen. Beispielsweise: Wie weit gehen die Rechte eines Bürgermeisters? Ein von mir besuchtes Bürgermeisterseminar hat mir aber viele Antworten gegeben.

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Fühlen Sie sich auch schon angenommen von den Mickhauser Bürgern?

Kujath: Nach der Wahl hat es zwischen mir und den Bürgern viele gute und positive Gespräche gegeben. Dabei habe ich viele Anregungen erhalten.

Wie haben Sie sich in den Bürgermeisterjob eingearbeitet?

Kujath: In erster Linie mit viel Engagement und großem Zeitaufwand, denn Schonzeit gab es für mich nicht. Dabei haben mir die Verwaltungsgemeinschaft der Stauden und Gemeindesekretärin Cornelia Hafner gewaltig geholfen, nicht zu vergessen der Zweite und Dritte Bürgermeister, die für meine Belange und der Gemeinde immer ein offenes Ohr haben.

Kujath: "Die Arbeit als Bürgermeister kennt keine festen Arbeitszeiten"

Haben Sie sich für die ersten Wochen im Amt etwas Besonderes vorgenommen?

Kujath: Ich wollte nach Bürgerprotesten so schnell wie möglich das neue Baugebiet „Westlich der Viehweidestraße“ auf einen guten Weg bringen. Das ist mir gelungen. Darüber hinaus praktiziere ich von Anfang an Bürgernähe.

Das Bürgermeisteramt in Mickhausen ist ein Ehrenamt. Das üben Sie jetzt neben Ihrem Beruf als Projektmanager im Raffineriebereich aus. Wie sieht jetzt Ihre Arbeitswoche aus?

Kujath: Zuerst einmal: Das kommunale Amt erfordert viel Flexibilität und kennt in der Regel keine festen Arbeitszeiten. Oft geht es um 8 Uhr los und endet am späten Abend. Nach der Einarbeitungsphase versuche ich montags, mittwochs und freitags für meinen Beruf da zu sein. Privates steht da meist hinten an.

Bürgermeister Kujath: "Wir brauchen ein Entwicklungskonzept"

Gibt es Dinge, die Sie unterschätzt haben?

Kujath: Unterschätzt habe ich den Themenkomplex Erweiterungsbau Kindergarten St. Wolfgang und der damit geplante Heizungsverbund. Da dachte ich, der Stand sei viel weiter. Dabei hängen hier viele Dinge noch in der Luft.

Die Errichtung der Orangerie im Zusammenhang mit der Schlosssanierung wurde im ersten Durchgang vom Gemeinderat abgelehnt. Da gab es danach einen Aufschrei vom Bauherrn. Wie haben Sie das weggesteckt?

Kujath: Die Ablehnung resultierte auf einem kompletten Missverständnis. Im eingereichten Bauplan war ein Biergarten eingezeichnet, der längst abgehakt war. Gelöst wurde das Darstellungsproblem mit einer sofort einberufenen Sondersitzung. Dort wurde es revidiert.

Wie funktioniert überhaupt die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

Kujath: In der Gesellschaft gibt es Leute, die sich mehr als andere einbringen. So ist das auch hier. Das Gremium ist von einer sehr guten Kommunikation geprägt.

Mickhausens Bürgermeister lobt Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden

Wie klappt es mit den Nachbargemeinden?

Kujath: Das Verhältnis innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Stauden ist hervorragend, sehr gut auch der Kontakt zu den anderen Bürgermeistern. Wir sitzen alle im gleichen Boot.

In Ihrem Wahlprogramm sprachen Sie unter anderem von mehr Transparenz in der Kommunalpolitik. Haben Sie da bereits etwas umgesetzt?

Kujath: Erst kürzlich haben wir in der Gemeinde ein Treffen für Senioren durchgeführt. Auch die Rubrik „Der Bürgermeister informiert“ in unserem Gemeindeblatt soll zu einer Dauereinrichtung werden und einen Blick hinter die Kulissen der Verwaltungsarbeit gewähren.

Diese Themen will Bürgermeister Kujath in Zukunft dringend angehen

Was haben Sie in den ersten 100 Tagen noch erreicht beziehungsweise angestoßen?

Kujath: Angestoßen wurde die Planung des bereits erwähnten Heizungsverbundes. Hier braucht es eine schnelle Lösung, wer tatsächlich mitmacht. Dann muss geprüft werden, ob dieser Plan rentabel oder eine andere Lösung notwendig ist.

Fast drei Jahrzehnte besteht der Kindergarten St. Wolfgang in Mickhausen. Nun soll er erweitert werden.
Bild: Siegfried P. Rupprecht (Archiv)

Wie sieht Ihre Perspektive für 2020/2021 aus? Was sind die wichtigsten Themen, die anstehen?

Kujath: Wir brauchen unbedingt ein innerörtliches Entwicklungskonzept, um auch Fördergelder zu erhalten. Im September 2021 soll der neue Kindergarten fertiggestellt sein. Eine sportliche Aufgabe. Zurückgestellt wurde zunächst das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Münster. Hier müssen wir erst abwarten, was uns die Corona-Krise haushaltsmäßig beschert, und dann schauen, ob wir es uns noch leisten können. Intensive Gedanken müssen wir uns auch über den Ostflügel-Ausbau des Schlosses machen.

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