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Stauden

25.05.2019

Das Augsburger Land ist tierisch beliebt

Könnte der Wolf im Landkreis Augsburg dem entlaufenen Känguru Knicksy gefährlich werden?
Bild: David Ebener, dpa

Nach Känguru Knicksy schleicht nun auch ein Wolf durch den Landkreis. Sogar von einem Schakal ist die Rede.

Das Augsburger Land muss gerade eine besondere tierische Anziehungskraft ausüben. Wie sonst ließe sich erklären, dass in jüngster Vergangenheit gleich mehrere seltene Gäste hier gesichtet werden? Ein Känguru genießt derzeit den Duft der Freiheit in den Stauden und ein Wolf wandert im schönen Biberbach über Wiesen und Felder, bevorzugt über Schafweiden. Nun soll sich sogar ein Schakal in Rommelsried aufhalten und die dortige Hühnerpopulation in Angst und Schrecken versetzen – handfeste Beweise wie beim Wolf und dem vom Erkhauser Kaindlhof entlaufenen Känguru gibt es für den exotischen Hühnerdieb allerdings noch nicht.

Trotz einiger Fälle ausgesetzter Schildkröten, ausgebüxter Wellensittiche und Papageien sowie der derzeit augenscheinlichen Attraktivität des Landkreises für größere tierische Gäste kann von Massentourismus noch keine Rede sein. Das ist auch gut so: Nicht auszudenken, was geschähe, falls der Wolf auf Wanderschaft dem Känguru Knicksy begegnet.

Ein Känguru ist einem Wolf in Sachen Schnelligkeit ebenbürtig

Den heulenden, hungrigen Räuber wird ein bettelndes Beuteltier nicht barmherzig stimmen. Hier hilft höchstens hastiges Hüpfen. Das könnte Knicksy tatsächlich das Leben retten: In Sachen Geschwindigkeit könne es das Wallaby-Männchen mit dem Knick im Schwanz durchaus mit dem Raubtier aufnehmen, sagt Dr. Barbara Jantschke, Geschäftsführerin des Augsburger Zoos.

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Obwohl die Erfahrungen des Wolfs mit springenden Beuteltieren kulturkreisbedingt eher überschaubar sein dürften, würde der Vierbeiner zu dem australischen Leckerbissen garantiert nicht nein sagen, versichert Jantschke: Sie habe sogar schon erlebt, wie ein Fuchs ein Känguru riss. Hoffentlich hat Knicksy trotz mehrerer Jahre in menschlicher Obhut seinen Fluchtinstinkt nicht eingebüßt, denn der Jagdinstinkt des Wolfs ist völlig intakt. Das bewies er äußerst überzeugend im April einem unglücklichen Biberbacher Schaf.

Wenn der Wolf die Autobahn überquert, wird er geblitzt

Dass sich die beiden Tiere tatsächlich über den Weg laufen, ist eher unwahrscheinlich: Knicksy dürfte derzeit keine Reiselust verspüren, vermutet Jantschke, denn im Sommer sei für den Pflanzenfresser der Tisch in den Stauden reich gedeckt. Der Wolf ist hingegen bei seiner Wanderlust unberechenbarer: Zwischen 50 und 70 Kilometer kann er am Tag zurücklegen. Von Biberbach bis in die Stauden sind es nicht einmal 50. Falls der Vierbeiner aber tatsächlich einen Tagesausflug inklusive exotischem Abendessen plant, wird das den Behörden nicht lange verborgen bleiben: Auf seinem Weg muss er die A8 überqueren und das geht ohne weite Umwege nur an einer einzigen Stelle: über die Wildbrücke bei Adelsried. Dieses Nadelöhr wird aber regelmäßig von einer Wildkamera überwacht – der Wolf wird also wahrscheinlich geblitzt.

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