1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Das Blöken der Lämmer ist seine größte Freude

Porträt

28.09.2013

Das Blöken der Lämmer ist seine größte Freude

Copy%20of%20FS_AZ_B-SZ_LOK_506969750.tif
3 Bilder

Robert Drexel aus Walkertshofen züchtet mit seiner Lebensgefährtin Maika Ditzig Merino- und Krainer Steinschafe

Walkertshofen Schafe sind für ihn sein Ein und Alles, das was ihm am Herzen liegt. Und das spürt jeder, der auf den Hof des Staudenschäfers Robert Drexel in Walkertshofen kommt und ihn beobachtet, wie er mit Sachverstand und Feingefühl mit den Tieren umgeht. Angefangen hat alles vor 30 Jahren, als Drexel für die stillgelegte Landwirtschaft seiner Eltern Ersatz suchte.

Schon in der Kindheit wünschte sich der heutige Staudenschäfer einen Hund, mit dem er zusammenarbeiten kann. Für den Tierwirt (Bereich Schafhaltung und Metzgermeister), der an der Fleischerschule in Augsburg unterrichtet, ist die Schafzucht Hobby und Nebenerwerb zugleich.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Maika Ditzig kümmert sich der Walkertshofer um die derzeitig 70 Mutterschafe. Sie führen die Schafschur, den Weidewechsel, die Klauenpflege, die Tierbeobachtung und die Schlachtung durch. Maika Ditzig, die ursprünglich aus einem Pferdebetrieb kommt, führte der Besitz ihrer Hütehunde vor zehn Jahren zu den Schafen. Und als sie ein neues Schaf in den Stauden kaufen wollte, fand sie dazu noch den Mann ihres Lebens, der ihre Leidenschaft teilt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Besonders die Lammungen, die Geburten der Lämmer, sind für die beiden immer etwas ganz Besonderes. Nach fünf Monaten Tragezeit ist es für Drexel und Ditzig immer wieder ein Wunder, wenn ein Lamm geboren wird. „Sollten wir keine Freude mehr an der Lammzeit haben, dann hören wir auf“, sagt Drexel. Derzeit kann er sich über fünf Lämmer freuen. Weitere werden dieses Jahr noch geboren, da ein Mutterschaf in zwei Jahren bis zu drei Lammungen haben kann. Auch das intensive Erleben der Jahreszeiten und der Bezug zur Natur und ihren eigenen Regeln, ist für die beiden Schäfer einzigartig und gibt ihnen Wurzeln.

Dreimal am Tag sehen der Staudenschäfer und seine Lebensgefährtin nach den wolligen Tierbeinern. Einmal pro Woche ist Schlachttag.

Das Fleisch verkaufen die beiden Schäfer an Metzgereien und auch an Privatpersonen. Je nach Wetterlage verbringen die Schafe den Winter ab Weihnachten bis circa April im Stall in Walkertshofen.

Ab dem Frühjahr freuen sich die Tiere, sobald es wieder raus auf die Weide geht. Hierbei erhält Drexel besondere Unterstützung durch seine vier Bordercollies, welche die Herde aus Merinoschafen und den vom Aussterben bedrohten Krainer Steinschafen geschickt in die gewünschte Richtung treiben. Für ihn sind seine Hunde seine Mitarbeiter, auf die er sich hundertprozentig verlassen kann. „Für meine Hunde ist es das Wichtigste und Tollste, wenn sie mit auf die Weide dürfen, also mitarbeiten dürfen. Das ist für die Hunde Anerkennung.“

Von der Rangordnung her steht der Hund über den Schafen. Die Ausbildung der Hunde übernimmt Drexel selbst. Er ist ein erfahrener Hundetrainer, zu dem viele Hundebesitzer kommen, um sich Rat einzuholen. Zwei seiner jungen Hunde sind noch in Ausbildung.

Zur Tracht eines Schäfers gehören Schäferhemd, Hut und Schippe. Die Schippe ist der Schäferstab. Aber warum braucht man als Schäfer eigentlich einen Schäferstab? „Na ganz einfach“, meint Drexel, schließlich stehe es sich auf drei Beinen besser als auf zwei. „Und ein Schäfer verbringt sehr viel Zeit im Stehen auf der Weide.“ Für den Staudenschäfer ist der Schäferstab eigentlich nicht mehr nötig, da für ihn ein Elektrozaun die Hütung der Schafe übernimmt.

Auch eine Schäferkarre benötigt Drexel nicht mehr. Das ist eine Art antiker Wohnwagen auf der Weide, in dem die Schäfer früher geschlafen, gewohnt und gegessen haben. Er besitzt zwar ein solches Mobil, mit der er als junger Bursche vor 50 Jahren von Walkertshofen aus mit 800 Schafen ins Allgäu geschickt wurde, aber Drexel muss diese zum Glück nicht mehr benutzen. Er sieht es mehr als Sammlerstück und Zierde.

„Ich bin besonders gern hier auf meinem Hof. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Spätestens nach vier bis fünf Tagen Urlaub überkommt mich die Sehnsucht nach zu Hause und meinen Schafen“.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
StLorenz_innen_2014_008a.jpg
Landkreis Augsburg

Katholiken bestimmen ihre Kirchenverwaltungen

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket