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Schwabmünchen/Landkreis

10.08.2016

„Das Engagement hat nicht nachgelassen“

Laura Eder begleitet als Freiwilligenkoordinatorin Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit im südlichen Landkreis Augsburg.
Bild: Caritas Augsburg/Diana Riske

Freiwillige engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit. Auch die Caritas vermittelt und unterstützt sie dabei.

Sie bieten Fahrdienste zum Arzt an, organisieren Deutschkurse, schaffen Zugang zu Sport- und Freizeitangeboten – mit großem Einsatz haben zahlreiche Helferkreise im Landkreis Augsburg im vergangenen Jahr ihre ehrenamtliche Arbeit aufgenommen und begleiten seither Flüchtlinge bei den ersten Schritten in der neuen Heimat. Außer in den festen Helferkreisen in den Städten und am Lechfeld engagieren sich auch gerne einzelne Bürger. Ihnen weisen Freiwilligenagenturen den Weg zum sinnvollen Einsatz.

Hilfe für die Ehrenamtlichen 

Daran hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert, auch wenn das Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr so präsent ist: „Die Helfer sind noch da, das Engagement hat nicht nachgelassen“, sagt Laura Eder. Die 31-Jährige ist als Freiwilligenkoordinatorin im südlichen Landkreis Augsburg tätig. Angestellt ist sie beim Caritasverband für die Diözese Augsburg. Ihre 20-Stunden-Stelle wird durch ein Bundesprogramm und zu 25 Prozent aus Eigenmitteln des Caritasverbandes finanziert. Das Projekt selbst heißt „netzwerk4A“. Hier sind noch drei weitere Freiwilligenkoordinatoren, unter anderem der Diakonie, tätig. Gemeinsam überlegen sie, was sie den Ehrenamtlichen anbieten können, um sie in ihrer Arbeit zu begleiten. Unterstützung erhalten sie dabei etwa von den Kollegen der Asylsozialberatung oder der ‘Law clinic’ der Universität Augsburg, die Vorträge zum Asylrecht anbietet.

Vor Kurzem hat Eder ihr Büro in Schwabmünchen bezogen. Zu ihrem Einsatzgebiet zählen die Städte Schwabmünchen, Königsbrunn und Bobingen ebenso wie kleinere Gemeinden wie Graben oder Mittelneufnach. Mitte Juli gehörten insgesamt 22 Unterkünfte mit rund 700 Bewohnern dazu. Studenten, Rentner oder Vollzeitberufstätige, die nach Feierabend mithelfen – in der Flüchtlingsarbeit engagieren sich die unterschiedlichsten Menschen, sagt Caritas-Pressesprecher Bernhard Gattner in einem Bericht.

Wohnungs- und Jobsuche stehen im Vordergrund

Allerdings hätten sich die Aufgaben verändert: Aktuell stehen die Themen Wohnungs- und Jobsuche im Vordergrund. Viele anerkannte Asylbewerber könnten aus den Unterkünften ausziehen, finden jedoch keine bezahlbare Wohnung. „Das sind strukturelle Gegebenheiten, die die Ehrenamtlichen auffangen müssen“, so Laura Eder. Allein durch größeren Einsatz oder noch mehr Ehrenamtliche lasse sich das Problem nicht lösen.

Größte Hürde auf dem Weg zu einem Job sind jedoch die Sprachkenntnisse. Hier kommen wieder die Helferkreise ins Spiel: Sie organisieren Deutschkurse. Informationen von Behörden und Institutionen weiterleiten, Schulungen für Ehrenamtliche organisieren, Helferkreise miteinander vernetzen, bei Problemen vermitteln – das alles gehört zu den Aufgaben einer Freiwilligenkoordinatorin. Laura Eder sieht sich auch als Sprachrohr der Helfer zu Ämtern und öffentlichen Institutionen, gibt Anliegen von Freiwilligen und Geflüchteten weiter.

Zudem achtet sie darauf, die Helfer vor Überforderung zu schützen: „Sie müssen lernen, auch mal Nein zu sagen.“ Das falle vielen schwer, da sie vor Ort nah dran sind und sich verantwortlich fühlen. Zudem sollten sie den Flüchtlingen nicht alles abnehmen. „Man muss sie hier auch selbstständig werden lassen“, so Laura Eder.

Kontakt zu Laura Eder in Schwabmünchen: Telefon 0151/27054790.

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